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Vertical Limit (2000)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 20.10.2003, seitdem 313 Mal gelesen



Im gleichen Jahr wie “Der Sturm“ erblickte mit „Vertical Limit“ ebenfalls eine Big-Budget-Popcorn-Produktion das Licht der Welt, die sich mit dem Schicksal einer bestimmten Berufsgruppe auseinandersetzt, was natürlich nicht ansatzweise realistisch ist, aber unterhaltsam sein soll. Beim Petersen-Film klappte das hervorragend, Martin Campbell schaffte es nur mit Einschränkungen.

Das erste Manko ist der viel zu behäbige Beginn, über den selbst die rasant geschnittene Eingangssequenz (optisch von „M-I:2“ abgekupfert) nicht hinwegtäuschen kann, welche die Bruder-Schwester-Beziehung für den ganzen Film regelt und am Ende erwartungsgemäß wieder aufgegriffen wird. Überaus zäh sind die ersten Szenen am Basiscamp, die völlig unbeholfen aneinandergeschnipselt wirken, ohne dass irgendetwas von ernsthafter Bedeutung wäre, für die Charakterisierung einzelner Personen hätte es bei weitem nicht so viel Zeit gebraucht, da hier sowieso jede Figur oberflächlich gezeichnet ist.

Wenn die Crew zusammengestellt ist, darunter Mitglieder mit mehr oder weniger glaubwürdiger Motivation, diese Tortur überhaupt auf sich zu nehmen, kommt langsam Drive in die Sache. Die maßlos übertriebene Helikopterszene läutet die Aktion des eilig zusammengestellten Rettungstrupps ein, die sich fortan gegen Lawinen, Abhänge, klimatische Extremsituationen und selbst mitgebrachtes Nitroglycerin wehren müssen. Die Situation des am Abgrund hängenden Menschen, der sich mit einer Hand gerade noch so festhält wird dabei vollends überstrapaziert und garantiert darüber hinaus vollkommene Unglaubwürdigkeit, was natürlich bei einem Film solcher Art nicht stören darf, denn wir haben ausschließlich der Unterhaltung wegen eingeschaltet.

Fast interessanter als die Sequenzen um die Heldencrew ist der Überlebenskampf der in einer Gletscherspalte eingeschlossenen Dreiergruppe, die aufgrund der Egozentrik eines Millionärs ein paar Konflikte um die letzten Überlebensreserven austragen müssen. Ein bisschen nervig ist dabei die Anwesenheit Robin Tunneys, die pausenlos zu heulen scheint und in einem eh nicht sonderlich spektakulärem Cast am wenigsten zu gefallen weiß. Bill Paxton kann dem Film noch am ehesten seinen Stempel aufdrücken, Chris O’ Donnell ist als Hauptfigur dazu nicht in der Lage. Ansonsten treibt Izabella Scorupco den Geilheitsfaktor fast auf den Achttausender hinauf, täuscht jedoch auch nicht über ein Hauptmanko von „Vertical Limit“ hinweg: Es fehlt einfach der Star, der diesen Film auch mehrmals sehenswert macht.

So kann man sich zumindest an den zweifellos gelungenen Bildern vom Himalaja-Gebirge ergötzen, womit das Ganze für Fans dieses eher seltenen Genres fraglos seinen Reiz hat, wer sich allerdings ein wenig in der Praxis auskennt, dürfte Tränen lachen, denn mit dem Realismus ist es in „Vertical Limit“ an allzu vielen Stellen erwartungsgemäß schlecht bestellt.
Als Einwegverwerter durchaus zu gebrauchen, aber mit zu vielen Schwächen, um einen gelungenen Eindruck zu hinterlassen.


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