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Asterix erobert Rom (1976)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 16.07.2007, seitdem 1897 Mal gelesen



Mitte der Siebziger, Jahre vor meiner Geburt (also dem Jahre Null :D) machte man sich in Frankreich bereits daran, nach der Gallier und Kleopatra mit dem vorliegenden Werk einen dritten Asterix auf die große Leinwand zu bannen. Und als einer der frĂŒhen BĂ€nde, lange vor dem "SĂŒnden- und QualitĂ€tsabfall" nach dem Tode Uderzo's (man denke nur alleine an den jĂŒngsten Murks aus Goscinny's Feder "Gallien in Gefahr" *wĂŒrg*), prĂ€sentiert sich dieser auch noch gewohnt unterhaltsam. Und bedenkt man die EntstehungsĂ€ra dieses Films prĂ€sentiert er sich optisch fĂŒr seine Dekade geradezu fulminant. Spotteten doch andere Cartoon-Erzeugnisse besagter Tage nach heutigen MaßstĂ€ben schlicht jeder Beschreibung. Das eigentlich Bestechende ist und bleibt aber der Asterix-typische Witz. Die unikaten und liebenswehrten Charaktere (von denen, abgesehen von den beiden Protagonisten, allerdings nur wenige grĂ¶ĂŸere Auftritte verbuchen können) mit all ihren Marotten, die gekonnt inszenierten Happenings und Kalauer. Und auch wenn einige davon aus unserer momentanen Sicht mittlerweile etwas abgeleiert wirken mögen: Damals waren sie durchaus innovativ und wissen auch jetzt noch, dank der unnachahmlichen "Performance" unserer beiden gallischen Helden, zu begeistern. - Und dabei haben wir es mit Asterix erobert Rom noch nicht einmal mit einer der ausgefeilteren Storylines der Gallierserie zu tun. Nein, im Gegenteil. Es handelt sich hierbei im Grunde nur um eine so wahllose wie simple eine Aneinanderreihung von skurilen "PrĂŒfungen", die Asterix und Obelix auf sich nehmen um sich vor den Römern den abstrusen Status von Göttern und damit auch den dauerhaften Frieden zu erkĂ€mpfen ( und, obgleich sie es schaffen, im nĂ€chsten Band ist das natĂŒrlich und notwendigerweise wieder vergessen... ;-) ).

Doch einige der PrĂŒfungen sind wahrhaft Lachschlager und die ĂŒbrigen enttĂ€uschen zumindest nicht. Besonders fokussierte man bei der Plotkonzeption sarkastische Kritik am damaligen Zeitgeschehen, was auch heute noch einwandfrei funktioniert: Da begegnen wir den Wirren der BĂŒrokratie im "Haus, das VerrĂŒckte macht", ein alter Weiser preist euphorisch das Waschmittel "Olympia" von seiner Einsiedelei aus an und des NĂ€chtens anrĂŒckenden Geisterhorden wird mit Klage wegen Ruhestörung gedroht. Herrlich! Daneben sorgen fĂŒr alle Zeiten unvergessliche Figuren wie der wirre Leuchtaugenhypnotiseur, der einarmig extremmuskulöse SpeerwerferhĂ€nfling sowie der verbissene MarathonlĂ€ufer fĂŒr ihr Übriges an Kultlachern, um diesen Film trotz seiner mangelhaften Gersamtstrukturierung und storytechnischen Flickschusterei durchweg mehr als ergötzlich zu halten. Als nervig fallen lediglich vereinzelte Szenen auf, wie die sinn- und witzfreie Wanderung durch die finsteren Katakomben der "Bestie", die mit stark drogentrippverdĂ€chtigen Impressionen eine Hommage an die Entstehungszeit des Streifens darstellt, aber schließlich unbefriedigend und ohne ersichtlichen Endkampf gegen das ausgelobte Monster im Nichts versandet. Doch solche kleinen SuboptimalitĂ€ten bleiben wie gesagt zu verschmerzende, unbedeutende BanalitĂ€ten im gelungenen Ganzen. - Jeder Asterix-Fan, und wer wĂ€re das nicht, wird auch an diesem frĂŒhen filmischen Auftritt von Asterix und seinem beleibten Kompagnon seine helle Freude haben. Auch all den mittlerweile verstrichenen Jahren seit dessen Entstehung zum Trotze.


F a z i t :
Ein durchaus gelungener Asterix-Streifen der alten Schule. Zugegebenermaßen und objektiv gesehen zwar ohne grĂ¶ĂŸeren Anspruch und gesellschaftlichen oder geschichtlichen Tiefgang, aber allemal höchst amĂŒsant in Szene gesetzt und mit Sicherheit fĂŒr Jedermann ein Ansehen wert.


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