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Riffs III - Die Ratten von Manhattan, The (1984)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 27.09.2013, seitdem 224 Mal gelesen



Man kann zuweilen sogar mit Ach und Krach das Wort "Atmosphäre" herauswürgen.

Beim zweiten Schauen tut dieses Endzeit-Tierhorror-Schundfilmchen gar nicht mehr so weh, man könnte unter Umständen behaupten, es sei der beste Bruno Mattei-Film. Was wenig heißen will, wenn man einen Blick ins Œuvre dieses Trashologen geworfen hat. - "Zombi 3"/ "Zombie III" und der ebenso ziemlich unterirdische "Die Hölle der lebenden Toten" aka "Virus" sind da noch der populärste (Blut-)Auswurf: Auf der Italo-Horror-Richterskala alles ziemlich weit unten.

Richtig Sinn ergibt in diesem Film, der davon erzählen will, wie sich eine Rocker-Gang nach dem nuklearen Sonstwas gegen gefrässige Ratten-Heerscharen zur Wehr setzt, wenig. Budget? In etwa soviel, wie für das Erhitzen des Badewassers in "Profondo Rosso". Somit agieren die diversen Laienmimen, die hier auf originelle Namen wie "King" (!), "Video" oder "Chocolate" (!! - ein dunkelhäutiges Fräulein) hören, nur in ein paar verwaisten Nebenstraßen, einem baufälligen Häusle und in miefigen Kartoffelkellern, die vorgeben ein Laboratorium zu sein.
 
Warum ausgerechnet eine grenzdebile Rocker-Gang das Nuklear-Inferno überdauert hat, bleibt eines der gut gehüteten Geheimnisse des Filmes, aber verstrahlt genug wirken sie, und Schaben und die titelgebenden Ratten sind ja nicht so leicht kleinzukriegen.
Gefühlte 32 Ratten sind auch nur zu den Dreharbeiten erschienen, aber Mattei bemüht sich nach bescheidenen Kräften und mittels fadenscheiniger Tricks, sie wie 32.000 anmuten zu lassen, und mindestens soviele werden auch im Rahmen der "Handlung" weggepustet.
Ein paar Splattereinlagen sind gut (eigentlich sogar ganz schön fies) gemeint, aber sie funktionieren meist nur halb, da das Geld für eine überzeugendere Arbeit fehlte. Dennoch sind zwei, drei derbere Momente entstanden und die eine oder andere liebevoll angeknabberte Leiche rückt photogen ins Bild.

Die naiven Dialoge sind völlig neben der Spur - und kaum die richtigen Worte findet man für die Szene, in der sich die Endzeit-Rocker tänzelnd über ein gefundenes Fressen freuen, wie eine Kita-Gruppe über Gummibärchen.
Die Frauen in diesem Mattei-Spektakel sind immer wieder hysterisch und planlos, die Kerle machen plakativ auf dicke Lederhose, unterbrochen durch die eine oder andere ziemlich unmaskuline Panikattacke. Zwischendurch wird aber auch unter schmutziger Wolldecke (oder war es ein Schlafsack?) in Anwesenheit aller brav ein kleines Nümmerchen geschoben, einer der entspannteren Momente, die uns Master Mattei hier schenkt (die Langeweile, die bei Betrachtung dieses Filmes zuweilen aufkommt, strengt dagegen eher an).

Die Schlusspointe des Filmes ist immerhin fast so böse, wie gebetsmühlenartig in diversen Rezensionen zu diesem Endzeit-Trasher behauptet, und alles in allem ist es Mattei auch nicht gelungen, einen völlig reizlosen Film zu machen, man kann zuweilen sogar mit Ach und Krach das Wort "Atmosphäre" herauswürgen, keine Ahnung, wie Mattei das bewerkstelligt hat.

Der übergeordnete Titel "The Riffs III" ist ein kleiner Etikettenschwindel seitens des deutschen Verleihs, mit Blick auf die beiden recht populäreren Riffs-Filme von Castellari; im Original heíßt Matteis Film "Rats - notti di terrore".


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