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Eastern Heroes (1991)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 05.10.2006, seitdem 570 Mal gelesen



Wer auch immer Regie bei der Produktion geführt hat, er kann sich rühmen, in bester Regent Film Limited Manier gedreht und genau das abgeliefert zu haben, was man an Output erwartet: Einen möglichst unwirschen, kleinen, preiswerten Actionreisser; schon sehr von der Stange wirkend, aber retrospektiv betrachtet erfreulich unerfreulich daherkommend.
Natürlich nur für Anhänger derer Art, die mit den Kriterien auch umgehen können und sich geradezu darauf freuen, das Setting möglichst schmutzig, billig und schroff auf die Leinwand zu bekommen.
Über den Verantwortlichen dahinter herrscht Uneinigkeit. In manchen Quellen taucht ein ominöser Chong Lei auf, der anscheinend nichts anderes in seinem Leben getan hat, als diesen einen Film zu drehen. In wieder anderen wird Johnny Wang Lung – wei erwähnt; was schon viel wahrscheinlicher klingt, wenn man sich dessen barsche Filmography wie Widow Warriors, Escape from Brothel oder Baroness einmal genauer ansieht. Im Vorspann steht ganz unverblümt Phillip Ko, der als Schirmherr von Regent Film ehrlich gesagt ebenfalls in Frage kommen würde und dessen Handschrift auch desöfteren durch seine bestätigte Tätigkeit als Produzent durchgedrückt wird.
Einigen wir uns auf Wang; letztlich ist das natürlich insofern egal, als dass man ruhigen Gewissen davon ausgehen kann, seine Erwartungen bezüglich des Castes und der Aufmachung überhaupt nicht getäuscht zu sehen. Und die Kerben in der Sammlung voll unbearbeiteter Actiongülle um einen tiefen Strich erweitern kann.

So erstaunlich es auch klingen mag; gerade hierbei ist sogar ein Drehbuch vorhanden, dass nicht so lieblos wie sonst nur bekanntes Material aufgreift und sich fast an einer langweiligen 1 : 1 Umsetzung erschöpft. Man nimmt sich mehr Zeit und wirft auch mehr auf. Das Skript ist in der Lage, zwischen den Schauplätzen Los Angeles und Hong Kong zu differenzieren, dazwischen öfters mal zu wechseln und dabei trotzdem die Verbindungen zu halten. Dies geschickt über gemeinsame Interessen und auch über den Stammbaum:
Inspector Steve Mak [ Ben Ng ] tut in der asiatischen Metropole als „Der Säuberer“ seinen Dienst; sein Bruder Roy [ Conan Lee ] erledigt die Pflichten in den Staaten.
Beide bekommen schnell den gleichen Feind, als Hawk [ Robin Shou ] nach 4 Jahren von dort entlassen wird, wo Jail wohnt, sich zum Rachefeldzug aufmacht und dabei ihre schwangere Schwester tötet.

Die Erzählung verlässt sich aber nicht nur auf diesen einen Punkt, sondern bringt drumherum noch diverse andere Zutaten mit ein, die eine Art ungeschliffenes Vorspiel für das endgültige Zusammentreffen schaffen und so einen Unterbau für das Finale anlegen. Dazu gehören die Entführung eines reichen Geschäftsmannes, eine wildgewordene Truppe Nordvietnamesen und ein um seine Kompetenzen streitender FBIler [ Mark Houghton ]; die verschiedenen Inklusionen passen folgerichtig in die Abläufe und sorgen sowohl für ein Antreiben der Action- als auch der Spannungskurve.
Sicherlich wird nicht gleich ein Thriller draus, nur weil man Lösegeldübergaben und verdeckte Ermittlungen durchzieht, aber die grundsolide Geschichte lässt weniger Durchhänger als üblich zu und muss so nicht extra Löcher in der Laufzeit stopfen.
Als angenehmer Nebeneffekt fällt der gefürchtete kantonesische Humor und das Trashanliegen von Phillip Ko fast komplett unter den Tisch; es gibt zwar hier und einige Szenen, die unfreiwillig die Tränen in die Augen treiben, aber man lässt Goofs und deren Scherze von vornherein fallen.

Die vorherrschende Existenz grobschlächtiger, derber Einstellungen ist deswegen auch viel atmosphärischer als sonst üblich und wirkt im stimmigen Zusammenhalt gleich förderlicher für die Action. Zeitweilig wächst man sich auch zu einem Albtraum aus; Horrorsprenkel und welche von erbarmungslosem Nihilismus durchziehen die Handlung ständig. Diesmal geht es eben wirklich um Leben und Tod und werden auf beiden Seiten auch fleissig die Opfer beklagt; ungeschminkter Sadismus kommt nicht nur in der berüchtigten Vergewaltigung / Verstümmelung zum Vorschein, sondern verteilt die Vorahnungen darauf bereits merklich ab den Credits. Die etwaigen Konfliktsituationen werden auch entsprechend patzig im Nonverbalen gelöst, Blutpäckchen und Staubbomben fleissig benutzt und die Möglichkeiten dahingehend zumeist ausgeschöpft. Ergänzend zur ungraziösen, vollkommen ungestellt wirkenden Mischung aus Martial Arts und Shootouts bestehen die Schauplätze wie vorgeschrieben aus garstigen Investruinen, Baustellen und brüsken Sozialwohnungen; die Letzteren anheimelnd geschmackslos eingerichtet.
Zwar werden auch einige Blicke auf gutsituierte Hochhäuser geworfen; aber die Aussendrehs und die zugezogenen Jalousien können nicht verbergen, dass man sich eben nicht in einem Wolkenkratzer befindet, sondern der Sitzungssaal in Wahrheit nur in einer Baracke angesiedelt ist.
Die vierschrötigen Handlanger hausen gleich ganz in der Kanalisation; tief hinten im Unrat, wo sich selbst die Ratten nicht mehr hintrauen und das einzige Licht vom Scheinwerfer des Drehteams einfällt. Sowieso sind auch die Tage eher trüb; das beleuchtete Bildmaterial in seiner glanzarmen Farblosigkeit macht den Mangel an Stil komplett.

Die Darsteller sind zwar fest mit dem Genre verwurzelt, aber hier mal grundsätzlich weniger armselig als ansonsten üblich; bei der Besetzung hat man sogar einige kleinere Höhepunkte hereinbringen können. Sicherlich, an einem Ben Ng, einem Conan Lee, Robin Shou oder Mark Houghton ist nichts aussergewöhnlich; aber sie bekommen ihre Zeilen aufgesagt ohne ins Stottern zu verfallen und bringen sowohl die nötige Energie als auch die etwas unkultivierte Präsenz für den rüden Stoff mit ein. Ng wirkt sogar besser als üblich; auch besser als das Genre verdient und trägt wie auch bei Phantom War seinen Anteil zum weiteren Gelingen bei.

Sicherlich wird nicht gleich eine Grosstat draus, aber wer seine Actioner mit möglichst primitiv – unfeinen Zusatz abgeschmeckt haben möchte und hässlichen Bildern nicht abgeneigt ist, kommt ohne Anlass zum Murren auf seine Kosten. Viel "Spass" bei.


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