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Rückkehr des King Kong, Die (1962)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 31.01.2007, seitdem 1103 Mal gelesen



DIE RÜCKKEHR DES KING KONG

Im Jahre 1933 erschufen Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack den vielleicht größten Monsterfilm aller Zeiten: KING KONG UND DIE WEISSE FRAU! Noch im selben Jahr setzte Schoedsack die fantastische Geschichte recht erfolglos mit SON OF KONG fort! 1953 verursachte ein von Ray Harryhausen animierter Rhedosaurier PANIK IN NEW YORK und inspirierte damit die japanischen Toho-Studios zu einer legendären „Panik in Tokyo“…

1954 ließ der inzwischen leider verstorbene Inoshiro Honda das Ungeheuer GODZILLA auf Tokyo und dessen Einwohner los! Ein Jahr später kehrte Godzilla unter der Regie von Motoyoshi Oda zurück! Diese enttäuschende Fortsetzung führte neben Ungeheuer Anguilas auch die Tradition ein, dass sich Godzilla mit anderen Ungeheuern furiose Zweikämpfe liefern durfte! Am Ende des Films wurde Godzilla unter einer Lawine aus Eis begraben und an dieser Stelle beginnt Inoshiro Hondas DIE RÜCKKEHR DES KING KONG…

Der immer noch tiefgefrorene Godzilla treibt in einem Eisberg auf sein Heimatland Japan zu. Zur gleichen Zeit berichtet ein Wissenschaftler von einer unglaublichen Entdeckung, welche er auf der Insel Faroa gemacht haben will: Ein riesenhafter Affe namens King Kong soll dort leben und von den Eingeborenen als eine Art Gott verehrt werden.

Ein pharmazeutischer Konzern will King Kong als Werbeattraktion vermarkten. Also schickt man Osamu Sakurai (Tadao Takashima) und seinen tollpatschigen Kollegen Kinzaburo Furue (Yu Fujika) nach Faroa, damit diese den Riesenaffen einfangen. Die Affenjagd ist erfolgreich und so befindet sich King Kong kurze Zeit später ebenfalls auf dem Weg nach Japan.

Godzilla, welcher sich aus seinem eisigen Gefängnis befreien konnte, bedroht Tokyo und alle militärischen Gegenmaßnahmen bleiben erfolglos. Blöderweise büxt auch King Kong aus und stellt damit eine weitere Gefahr für die japanische Hauptstadt dar. Sakurai und Furue gelingt es, den Affen zu betäuben und mit Hilfe eines von Erfinder Kazuo Fujita (Kenji Sahara) entwickelten Spezialdrahtes wird der Affe zum Fudjijama transportiert. Der dort wartende Godzilla fordert King Kong zum ultimativen „Schlachtfest der Giganten“ heraus…

Nachdem Toho die Rechte an dem Riesenaffen erworben hatte, entstand KING KONG TAI GOJIRA (1962) als erster Godzilla-Film in Farbe und Stereo und wurde später für das US-Kino modifiziert! US-Regisseur Thomas Montgomery entfernte Teile der Originalhandlung, fügte speziell für das US-Kino angefertigte Szenen hinzu und reduzierte den Film von ursprünglichen 100 auf 90 Minuten Laufzeit, von denen in der deutschen Fassung DIE RÜCKKEHR DES KING KONG lediglich kompakte 80 Minuten übrig geblieben sind!

Das erste Drittel des Films ist größtenteils King Kongs Entdeckung gewidmet: Wie im 33er Original landet man auf einer geheimnisvollen Insel, die statt „Skull Island“ einfach nur „Faroa“ heißt. Die Eingeborenen sind durch einen riesigen Zaun von King Kong getrennt, bringen aber keine Menschenopfer und sind auch den japanischen Besuchern gegenüber friedlich gestimmt. Dinosaurier gibt es auch keine, dafür aber einen Riesenkraken. Doch wer braucht schon „einfache Dinosaurier“, wenn der Film ein Ungeheuer namens Godzilla bietet!

Nach dem Auftakt, welchen man auch als KING KONG „light“ bezeichnen könnte, kommt es zum ersten, kurzen Zweikampf der Ungeheuer. Hierbei fällt zunächst auf, dass Godzilla zweckmäßigerweise geschrumpft, King Kong hingegen gewachsen ist. Im Gegensatz zu 1933 ist der Affe auch nicht mehr Stop-Motion-animiert, sondern wird wie sein Gegner von einem Stuntman im Monsterkostüm verkörpert. Überhaupt kommen die beiden Kontrahenten ziemlich bedrohlich rüber und haben sicher nicht die Niedlichkeit späterer Godzilla-Filme!

Im weiteren Verlauf offenbart Godzilla seine Angst vor Elektrizität und darf - wie schon 1954 - eine Eisenbahn zerstören. Die Zerstörung einer Großstadt hat DIE RÜCKKEHR DES KING KONG leider nicht im Programm! King Kong hingegen ist durch Feuer verwundbar, darf ebenfalls - wie schon 1933 - eine Eisenbahn zerstören, eine junge Frau entführen und mit ihr ein Gebäude erklimmen. Zum Verlieben reicht die Zeit allerdings nicht aus, denn das große Finale am Fudjijama steht unmittelbar bevor…

Dort setzen die beiden Ungeheuer erstmals ihr ganzes Können ein: King Kong ist schlauer und profitiert von mehr Agilität, während Godzilla mit Schwanzschlag und Atomstrahl kräftemäßig klar im Vorteil ist. Man schmeißt mit Bäumen und Felsbrocken und setzt sogar den einen oder anderen Wrestlingmove an. Auch werden endlich Gebäude zerstört, wobei die Szene, in der King Kong und Godzilla einen riesigen Tempel wie einen Sandsack bearbeiten, besonders destruktiv geraten ist!

Getreu dem Motto „Wenn keiner gewinnt, dann muss auch keiner verlieren!“ lässt der finale Zweikampf keinen eindeutigen Sieger zurück! Dies gab Fans aus aller Welt die Möglichkeit, ihren persönlichen Sieger zu küren! Für mich heißt der Sieger natürlich Godzilla, was ich nicht einfach nur behaupten, sondern auch begründen will:

King Kong hat schon beim ersten Zweikampf die Flucht ergriffen und nach seiner finalen Niederlage verzieht sich der feige Affe auf seine Insel zurück! Godzilla hingegen versinkt am Ende seiner Filme häufiger im Meer und wir Fans wissen, dass er dort nie stirbt, sondern neue Kräfte sammelt, um im nächsten Film noch gewaltiger zurückzukehren! In FINAL WARS (2004) lässt der feige Affe seinen Hintern letztendlich ganz zu Hause, weil er weiß, dass er gegen Godzilla sowieso nicht den Hauch einer Chance hat!

KING KONG vs GODZILLA ist ausnahmsweise mal keine Mogelpackung (King Kong ist so wenig Roboter-like, wie Godzilla ein Ungeheuer Frankensteins ;) und hätte locker ein 10/10-Punkte-Film werden können! Leider trüben diverse Mängel das Gesamtbild: Ein paar Verwüstungen mehr sowie mehrere bzw. längere Zweikämpfe zwischen King Kong und Godzilla wären einfach Pflicht gewesen! Die westlichen Modifizierungen wirken sich ebenfalls negativ aus: Die Storykürzungen der Originalfassung sind deutlich spürbar und das nachgedrehte Material ist leider sowohl unpassend, wie auch überflüssig!

Somit wurde DIE RÜCKKEHR DES KING KONG nicht der beste Film der klassischen Godzilla-Ära! Meines Erachtens liegt er knapp hinter dem 54er Original und dem ebenfalls von Inoshiro Honda inszenierten Mega-Monster-Aufmarsch FRANKENSTEIN UND DIE MONSTER AUS DEM ALL (1968)! Er bietet einerseits einen filmhistorisch einmaligen Zweikampf, hat andererseits mit den oben erwähnten Schwächen zu kämpfen! Abgesehen davon gehört er natürlich in jede Godzilla-Sammlung und verbittet sich, in Zukunft weiter mit Jun Fukudas KING KONG GEGEN GODZILLA (1974) verwechselt zu werden!

Abschließend bleibt nur noch zu hoffen, dass wir nicht irgendwann ein Hollywood-Remake dieses Klassikers ertragen müssen! Roland Emmerich hat dem armen Godzilla schon genug angetan und auch wenn Peter Jacksons KING KONG weitaus besser gelang, als der US-GODZILLA, so ist es doch an der Zeit, die guten alten Ungeheuer endlich in Ruhe zu lassen!

8/10 Punkten, diBu!


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