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Rückkehr des King Kong, Die (1962)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 19.11.2011, seitdem 405 Mal gelesen



So, dieses Mal muss ich eine kurze Erklärung vorweg schicken. Bei folgendem Review geht es um die deutsche Version dieses Films, die auf der stark veränderten amerikanischen Version beruht. Zu Beginn der Godzilla Reihe war es üblich das die Filme für den amerikanischen Markt um geschnitten und mit neuen Szenenmit amerikanischen Schauspielern versehen wurden, um sie so für den heimischen Kinomarkt interessanter zu machen. Während es von den beiden Vorgängerfilmen allerdings deutsche Fassungen der japanischen Originalversionen gibt, ist dies bei diesem Film leider nicht der Fall, so dass die veränderte Version herhalten musste.
"Godzilla - Die Rückkehr des King Kong" ist der dritte Godzilla Film und der erste in dem das Kultmonster in Farbe auftreten durfte.
Über die Entstehung des Drehbuches gibt es eine abenteuerliche Geschichte die von den USA nach Japan führt und in deren Verlauf so einige Monster gegen King Kong antreten sollten, bis es schließlich in japanischen Händen Godzilla wurde. Was sich dabei erst einmal wie ein wahrhaft historisches Aufeinandertreffen zweier Monster-Giganten anhört, entpuppt sich letztendlich als reichlich blödsinniges Trash-Werk, das weder dem einen, noch dem anderen Monster wirklich gerecht wird.

Los geht es dabei mit der, wie gewohnt, ziemlich dünnen Story. Was den King Kong Teil angeht bedient man sich freimütig beim Original und greift einfach auf dessen bekannte Motive wie die Südsee-Insel, den Gottstatus unter den Eingeborenen und schlussendlich sogar auf die Hausbesteigung inklusive kreischender Schönheit in den Pranken des Monsters zurück. Godzillas Part schließt indes an den Vorgängerfilm an, in dem er ja bekanntlich unter Massen von Schnee und Eis begraben wurde und die jetzt als Eisberg mit Godzilla-Überraschung in seiner Mitte durchs Meer schippern. Beide Monster werden nun durch den Menschen befreit bzw. geraubt und landen schlussendlich wieder in Japan wo sie erst einzeln ein bisschen die Menschen terrorisieren dürfen, bevor sie schlussendlich zum großen Duell aufeinander treffen.

Der menschliche Part ist dabei dieses Mal bewusst albern gestaltet wurden, mit furchtbar rumhampelnden und maßlos overactenden Darstellern, allen voran natürlich der Konzernchef, der eine totale Lachnummer abliefert. Damit wollte man den Film wohl etwas kindgerechter gestalten, sorgt aber nur dafür dass die eh schon schwachsinnige Geschichte vollends zur Katastrophe wird.
So blödeln sich die japanischen Darsteller also durch die Handlung, während alle Nichtjapaner als reichlich dümmlich hingestellt werden, was seinen unrühmlichen Höhepunkt sicherlich in der Darstellung der Eingeboren irgendwo zwischen Klamauk und arroganter Herablassung findet.
Aus heutiger Sicht herrlich politisch unkorrekt dürfen hier in einer Szene auch Zigaretten an Kinder verteilt werden. Aber das sie ja der Mama nichts davon sagen!
Die hat wahrscheinlich schon genug Kopfschmerzen durch all die Logiklöcher im Plot. Über Kleinigkeiten wie die Fragen woher bei Godzillas Attacke auf den Zug plötzlich all die Busse zur Evakuierung kommen oder warum Godzilla plötzlich Angst vor Elektrizität hat zerbricht man sich besser gar nicht erst den Kopf.

Bleibt also noch das wichtigste an so einem Film, die Monsteraction.
Nun die beginnt sicherlich erst einmal mit den Kostümen, die leider auch dem Albernheitsdiktat des Films zum Opfer gefallen sind, was besonders an King Kong ersichtlich wird. Eklige Ausnahme ist der Kraken von der Insel, für den man neben einer bescheidenen Puppe auch ein paar lebende Tierchen verwendete, die sich entsprechend lebensnah über die Insel-Miniatur wälzen dürfen. Das bleibt dann aber auch die einzige Szene in der so etwas wie echtes Monsterfeeling aufkommt.
Die übrigen Einsätze der großen Hauptdarsteller verlaufen entweder wenig spektakulär wie Godzillas erstes anlanden oder sein zugüberfall oder sie gehen die Slapstickschiene wie das große Finale.
Das hat es dann allerdings wirklich in sich, aber weniger wegen seines Zerstörungspotentials, sondern viel mehr wegen seiner vielen köstlich albernen Klopp-Szenen.
Einige der unvergesslichen Highlights sind:

Kong rutscht den Berg herunter und kugelt dabei Godzilla weg.
Kong macht eine Rolle und knallt mit der Rübe gegen einen Stein.
Godzi klammert sich verzweifelt am Berg fest während Kong ihm am Schwanz zieht.
Godzi macht einen astreinen Doppel-Front-Kick gegen Kong.
Kong versucht Godzi einen Baum in den Rachen zu rammen.
Kong zeigt an Godzi einen wunderbaren Seio-Nage. (einen Schulterwurf, für die nicht Judoka)

So herrlich infantil wahren Godzilla-Kämpfe nur in der ersten Generation.

Trotzdem bleibt am Ende nur das Fazit das "Die Rückkehr des King Kong" zu den deutlich schwächeren Beiträgen der Monster-Reihe gehört, was seinem Erfolg an der japanischen Kinokasse aber keinen Abbruch tat. Vielleicht liegt es aber auch an der, wie eingangs schon erwähnt, stark bearbeiten internationalen Fassung. In dieser Form jedenfalls kann man ihn wirklich nur wegen des grandios unterhaltsamen Endkampfs empfehlen.


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