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Godzillas Todespranke (1967)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 22.05.2008, seitdem 385 Mal gelesen



Die Japaner starteten 1954 mit Godzilla eine ein halbes Jahrhundert umspannende Saga rund um das titelgebende Monster Godzilla, das jedes Mal aufs Neue, mal unterst├╝tzt von diversen anderen Monstern aus dem Godzilla-Universum, mal allein, ├╝ber Tokio trampelte und alles dem Erdboden gleich machte. Da dachten sich die Koreaner in den sp├Ąten 60ern wohl "das k├Ânnen wir auch!" und ausgerechnet unter F├╝hrung des Regisseurs Kim Ki-Duk wurde Yongary ÔÇô Das Monster aus der Tiefe aus dem Boden gestampft. Zu Marketingzwecken wird der Film immer noch gern als Godzillas Todespranke angepriesen und das, obwohl Godzilla hier ├╝berhaupt nicht vorkommtÔÇödaf├╝r aber jede Szene schamlos an einen Godzilla-Film erinnert.

Diverse Atombombentests erwecken das friedlich unter der Erde schlummerte Sauriermonster Yongary, das sofort stinksauer und zielgerichtet unterirdisch, einem Erdbeben gleich, Richtung Seoul walzt, um dort aufzutauchen und alles platt zu machen, was sich in den Weg stellt.

Da ist Trash vorprogrammiert. Das f├Ąngt schon beim Monster selbst an. Mit seinem sinnlosen Horn auf der Nase und dem schlanken K├Ârperbau sieht es noch weniger furchteinfl├Â├čend aus als das gro├če Vorbild aus Japan. W├Ąhrend Godzilla meist eher unbeholfen tramplig durch Miniaturst├Ądte w├╝tet und Geb├Ąude und Br├╝cken zerst├Ârt, weil sie zuf├Ąllig im Weg stehen, macht Yongary das mehr um des Zerst├Ârens willen. Die Miniaturst├Ądte und ÔÇôLandschaften, in denen sich (wie schon in den Godzilla-Filmen) ein Mensch im Gummikost├╝m wie die Axt im Walde auff├╝hrt, sind weitaus weniger detailreich ausgefallen als die in Japan, reichen aber v├Âllig aus, um f├╝r unfreiwillige Komik und trashiges Fernsehvergn├╝gen zu sorgen.

Wie es in diesem Genre so ├╝blich ist, gibt man sich gar nicht erst mit dem Versuch ab, irgendwelche ausgefeilten Charaktere zu schaffen. Die koreanische Darstellerriege bleibt blass, steif und austauschbar. Naive staubtrockene Figuren, die entweder mit den sinnlosesten Gegenst├Ąnden im Gep├Ąck vor dem anstapfenden Monster fliehen m├╝ssen, oder als Hauptpersonen einen einf├Ąltigen Weg finden m├╝ssen, um das Monster zu besiegen, chargieren sich durch zusammengest├Âpselte Kulissen und machen zwischendrin einen kurzen, wenig sinnigen Ausflug ins Weltall und wieder zur├╝ck (wohl auch um ein wenig des Ishiro Honda'schen Science-Fiction-Flairs aus einigen Godzilla-Streifen zu ├╝bernehmenÔÇöoder es wenigstens zu versuchen), nur um dann herauszufinden, dass ausgerechnet ein klugschei├čendes Kind, das sich in ├ľlraffinerien wie zu Hause zu f├╝hlen scheint, auf die rettende Idee kommt.

Yongary als Anklage gegen Atomtests und die arrogante Vertechnisierung der Menschheit geht schon mal v├Âllig in die Hose. Unterhaltungstechnisch kann der Film auch nur f├╝r Trash-Fans punkten. Spannung kommt nie auf, die Effekte sind noch schlechter als in Godzilla-Filmen und die Story ist altbekannt. Wer am japanischen Original Freude hat, wird sich auch bei diesem faden koreanischen Abklatsch bestens am├╝sieren. Wenn der DVD-Vertrieb auf der H├╝lle schon selbst das Wort "trashig" benutzt, um f├╝r Yongary ÔÇô Das Monster aus der Tiefe zu werben, muss das ja was hei├čen.


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