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Godzillas Todespranke (1967)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 10.03.2013, seitdem 199 Mal gelesen



"Der frischverheiratete Pilot Twang wird aus den Flitterwochen heraus von seinem Schwiegervater Dr. Jo zu einer Weltraummission beordert. Er soll einen nuklearen Test an der chinesischen Grenze beobachten. Nach dem Abwurf der Atombombe kommt es zu einem ungew├Âhnlichen Beben, da├č sich auf Korea zu bewegt.
Dr. Jo hat als Einziger eine Vermutung: ein gigantisches Sagenwesen namens Yongary soll der Ausl├Âser der Beben sein." (Covertext)
W├Ąhrend sich Yongary auf Seoul zu bewegt, sucht man auf Seiten der Regierung fieberhaft nach einer M├Âglichkeit, das Monster zu stoppen. Weder Panzer noch Raketen k├Ânnen ihm etwas anhaben, im Gegenteil: Yongary absorbiert die Energie der Geschosse und gewinnt dadurch, wie einer der Protagonisten feststellt, immer mehr an St├Ąrke: "Es ist ein System in Yongarys Zerst├Ârungswut. Er ist auf der Suche nach hei├čen Energiequellen. Er s├Ąuft z.B. Benzin und ├ľl. Wenn diese Stoffe Nahrungsmittel f├╝r ihn sind, dann wird er durch die explodierenden Raketen wahrscheinlich noch mehr Energie in sich aufnehmen." Inzwischen w├╝tet Yongary in den Stra├čen von Seoul. Durch Zufall entdeckt ein Wissenschaftler, dass das Monster panisch auf Ammoniak reagiert. In aller Eile wird ein Hubschrauber mit gro├čen Mengen der Chemikalie beladen, die dann ├╝ber dem Ungeheuer abgelassen werden. Yongary b├Ąumt sich im Todeskampf noch ein letztes Mal auf, st├╝rzt dann zu Boden und verendet j├Ąmmerlich...Nachdem die japanischen Produzenten mit ihren Monsterfilmen anhaltend gro├čen Erfolg an den nationalen und internationalen Kinokassen hatten, wollten ihnen die Kollegen im Nachbarland S├╝d-Korea wohl nicht nachstehen. Flugs versicherten sie sich der technischen Unterst├╝tzung durch den japanischen Toho-Konkurrenten Toei, ersannen eine eng an die japanische Erfolgsformel angelehnte Geschichte um ein sagenhaftes koreanisches Monster und entwickelten ein Filmungeheuer, dass eine mehr als nur oberfl├Ąchliche ├ähnlichkeit mit dem gro├čen Vorbild GOJIRA aufweist. Im Grunde handelt es sich bei Yongary um einen schlanken Godzilla-Klon, dem ein gl├╝hendes Horn auf die Nase gepfropft und lange Eckz├Ąhne verpasst wurden. Konsequenterweise wurde der Film dann auch in Deutschland als Godzilla-Film vermarktet.
Der Film selbst unterscheidet sich dann auch kaum von der ├╝blichen Toho-Ware. Die stereotype Handlung ergeht sich in einem st├Ąndigem Hin und Her zwischen den Zerst├Ârungsaktivit├Ąten des Monsters und den zun├Ąchst vergeblichen Versuchen der Menschen, das Ungeheuer zu stoppen. Da sich der Film aber eher an ein j├╝ngeres Publikum wendet, wurde noch kurzerhand ein Subplot um einen vorlauten, naseweisen kleinen Jungen mit in die Handlung eingebaut, der aber die Nerven der etwas ├Ąlteren Zuschauer auf durchaus l├Ąstige Weise traktiert. Die Spezialeffekte und Modellaufnahmen sind, dank der routinierten Toei-Techniker, zum Teil recht ansehnlich, auch wenn sie mit dem Niveau der japanischen Konkurrenz letztlich doch nicht mithalten k├Ânnen. Die sinnfreie Zerst├Ârung der gediegenen Modellbauten beherrscht Yongary allerdings ebenso gut wie sein Ebenbild Godzilla.
Alles in allem ist TAEKOESU YONGGARY ein wenig bemerkenswertes Routineprodukt mit etwas koreanischem Lokalkolorit, einer witzigen Disco-Szene voller "ausgeflippter" junger Leute und mit einem vollbesetzten Jeep, der w├Ąhrend der Fahrt in der Mitte auseinander bricht, wobei das Vorderteil dank eines "f├╝nften" Rades noch einige Meter weiterf├Ąhrt. Ziemlich kurios ist auch die Sequenz, in der Yongary von einem heftigen Juckreiz geplagt wird.
Die Credits des Films sind mit gro├čer Vorsicht zu genie├čen, da keine wirklich vertrauensw├╝rdigen Quellen ausgemacht werden konnten und die alte deutsche Videofassung gerade mal drei Darsteller und den Komponisten verzeichnet, nicht aber den Regisseur! Daf├╝r hat sich der "Regisseur" der deutschen Fassung, Siegfried Kraemer, mit gro├čen Buchstaben an prominenter Stelle verewigt, n├Ąmlich da, wo eigentlich der Name Ki-duk Kim stehen m├╝sste.
Als der Film in die koreanischen Kinos kam, hatte er angeblich eine Laufzeit von rund 100 Minuten, doch konnten auch f├╝r diese Angabe keine verl├Ąsslichen Quellen gefunden werden. Bei der deutschen Kino-Premiere am 3.8.1972 lief der Film immerhin noch rund 74 Minuten. Die dank diverser Filmrisse von massenhaft auftretenden Ton- und Bildspr├╝ngen gebeutelte, schonungslos zerst├╝ckelte deutsche Videofassung hat dann gerade noch eine L├Ąnge von 65 Minute. Leider wurde f├╝r die im Juni 2002 erschienene DVD die gleiche, uralte Vorlage verwendet, so dass diese nur bedingt empfehlenswert ist, zumal der Ton ebenso mittelm├Ą├čig ist wie das nicht-anamorphe Widescreen-Bild. Die DVD erschien in einer achtteiligen "Godzilla-Reihe" und die "Extras" bestehen aus Godzilla-Trailern und Texttafeln zur Geschichte Godzillas die sich gleicherma├čen auf allen acht DVDs befinden. Ein Hinweis, dass es sich bei Godzilla - Monster des Schreckens nicht um einen "echten" Godzilla-Film handelt findet sich nirgends. Die DVD ist in sechs Kapitel eingeteilt:┬á 1. Die Hochzeit / 2. Der Start / 3. In der Disco / 4. Die totale Zerst├Ârung / 5. Was ist zu tun? / 6. Das Finale
Im Jahre 1999 drehten die Koreaner mit amerikanischer Unterst├╝tzung ein Remake des Films unter dem Titel YONGGARY / REPTILIAN. Dieser Film unter der Regie von Shim Hyung Rae wurde mit Hilfe ziemlich st├╝mperhafter CGI-Monster-Effekte realisiert und ist ein lautstarkes und steriles High-tech Machwerk.


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