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Watchers (1988)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 16.05.2010, seitdem 310 Mal gelesen



Bei einer Detonation in einem streng geheimen Forschungslabor des Militärs gelingt zwei genmanipulierten Versuchstieren die Flucht aus dem flammenden Inferno: Einem übernatürlich intelligenten Hund, sowie einer grausamen, affenähnlichen Tötungsmaschine namens Oxcom, die darauf trainiert wurde, den Vierbeiner telepathisch zu orten, ihm zu folgen und alles und jeden zu töten, der dabei seinen Weg kreuzt. Der gutmütige und arglose Teenager Travis ahnt natürlich nichts von alledem, als er den verängstigten Golden Retriever kurz darauf auf der Ladefläche seines Wagens vorfindet und den offensichtlich herrenlosen Streuner kurzerhand mit nach Hause nimmt. Dort wird er alsbald auf dessen beeindruckende, fast schon menschliche Intelligenz aufmerksam, ahnt zur selben Zeit aber nichts von der tödlichen Gefahr, die er sich und seiner Mutter mit dem liebenswürdigen Tier ins Haus geholt hat, denn die von einem unbändigen Vernichtungstrieb gesteuerte Kreatur Oxcom hat die Witterung des Tieres längst aufgenommen. Während die missgestaltete Kreatur alsbald die ersten Morde verübt, heftet sich auch der zwielichtige NSO-Agent Lem Johnson an Travis' Fersen, der nichts Gutes im Schilde zu führen scheint. Als sich die Situation blutig zuspitzt, bleibt dem Jungen und seinem vierbeinigen Freund schließlich nur die Flucht ins Ungewisse...


Aggressive Viecher, gentechnisch manipulierte Schoßtierchen und zottelige Biester - das Subgenre der Monstermovies ist beinahe so alt wie der Horrorfilm selbst und erlebte seine Blütezeit vor allem im Amerika der 50er Jahre, als derartige Produktionen in jedem entsprechenden Bahnhofs- oder Autokino gezeigt wurden. Und obgleich sich die Zeiten in den folgenden Jahrzehnten ändern sollten und alsbald blutrünstige Zombies und untote Serienkiller das Horror-Geschehen bestimmten, so erfreuten sich kleinere Creature-Revivals bis in die späten 80er hinein noch großer Beliebtheit, was auch den damaligen Erfolg des im Jahre 1988 erschienen Monsterfilms Watchers erklären dürfte. Die sich grob auf den Roman Brandzeichen des US-Bestsellerautoren Dean R. Koontz stützende Story um zwei ungleiche Versuchstiere, deren Flucht aus einem streng geheimen Versuchslabor eine Reihe blutiger Ereignisse in Gang setzt, wurde seinerzeit mit Eighties-Kinderstar Corey Haim (The Lost Boys, Der Werwolf von Tarker Mills) und Kult-Fiesling Michael Ironside (Scanners, Total Recall) nicht nur prominent besetzt, sondern von dem hierfür erstmals als Regisseur in Erscheinung tretenden Jon Hess darüber hinaus auch solide inszeniert, was dem Film später 3 weitaus weniger populäre Fortsetzungen bescherte. Doch auch im Falle von Watchers selbst sind sich die Horrorfans bis heute uneins, denn während die einem dem Werk eine dichte Atmosphäre und eine durchgehende Spannungskurve anrechnen, bemängeln die anderen eine lieblose Adaption von Koontz' Vorlage, in der viele inhaltliche Aspekte entweder radikal abgeändert oder kurzerhand gänzlich ausgelassen wurden.
 
Derlei Ärgernisse bleiben dem Publikum bei Nichtkenntnis des zugrunde liegenden Romans natürlich erspart, denn die Story des Films funktioniert im Großen und Ganzen durchaus akzeptabel, wenn sie auch zum Ende hin einige Fragen offen im Raum stehen lässt. Was dabei konventionell beginnt, denn wieder einmal ist es das gewissenlose Militär, das sich zu Zwecken der Kriegsforschung über jedwede moralischen und ethischen Grundsätze hinwegsetzt, entwickelt sich in der Folge schnell zu einem charmanten und beinahe unbeschwerten Buddy-Movie, der sich dann vor allem auf die erstaunlichen Eigenschaften des Golden Retriever konzentriert. Hier kommt dann auch erstmals richtig Laune auf, denn die intelligenten Aktionen des pelzigen Vierbeiners, der immer wieder neue Methoden findet, um mit dem verblüfften Travis zu kommunizieren, sind einfach niedlich anzusehen und unterstreichen den charmanten Eighties-Charme von Watchers wohlwollend. Zum selben Zeitpunkt vergisst Jon Hess, auf dessen Konto später noch Streifen wie Space Killers oder Alligator II - Die Mutation gehen sollten jedoch nicht, durch die blutigen Morde des entstellten Affenmenschen Oxcom stets eine bedrohliche Gefahr in der Hinterhand zu haben, die zu jedem Zeitpunkt über Travis und die Menschen in seiner Umgebung hereinbrechen könnte. Auch der undurchsichtige NSO-Agent Lem Johnson scheint derweil mit verdeckten Karten zu spielen, was der Story des Films insgesamt eine durchaus spannende Note verleiht.

Dem weiß eine beachtliche Anzahl an gelungenen Splatterszenen schließlich in nichts nachzustehen, denn wo Oxcom mit seinen Pranken zuschlägt, darf das Kunstblut mitunter schon einmal durchaus exzessiv zum Einsatz kommen. Watchers stellt die sich stets atmosphärisch ankündigenden Morde jedoch nie direkt in den Vordergrund, sondern hält seinen Fokus stattdessen lieber auf seine charismatischen Hauptfiguren gerichtet, weshalb sich die Story des Films auch niemals merklich in Leerlauf zu verlieren droht. Einer gewissen Kurzweiligkeit kommt dann auch die verträgliche Laufzeit von 87 Minuten zu Gute, die in der ersten Hälfte vorwiegend die Charaktere zusammenführt und sich später dann immer mehr zur schonungslosen Monsterhatz wandelt. Allzu sprunghaft kommt die Handlung dabei zwar nicht daher, aber dennoch kann man sich als Zuschauer stellenweise des Eindrucks nicht erwehren, dass da bisweilen möglichst viel Inhalt auf möglichst geringe Spieldauer kompensiert wurde, was den Frust der Buchkenner auch für ein uninformiertes Watchers-Publikum ansatzweise verständlich werden lässt. Darüber hinaus kann sich das von Trash-Altmeister Roger Corman produzierte, kanadische Monsterflick stellenweise einem gewissen Hang ins unfreiwillig Komische nicht erwehren, obgleich die Atmosphäre in ihren Grundzügen klar auf ernstzunehmenden Horror abzielt. Dass es letzten Endes ausgerechnet Travis ist, der es, nur mit einer Schrotflinte bewaffnet, mit der scheinbar gefährlichsten Kreatur der Welt aufnehmen kann, ist dabei noch vorhersehbar und stört weit weniger als die Tatsache, dass es sich bei dem gewollt furchteinflößenden Monster klar ersichtlich um einen Mann im notdürftig zusammengeflickten Faschingskostüm handelt, was sich der Atmosphäre des Films durch einige Close-Ups auf das Vieh nicht sonderlich zuträglich erweist. Schauspieltechnisch gibt es dafür immerhin eine kleine Entschädigung. Während Corey Haim trotz einer soliden Darstellung keine sonderlichen Akzente in der Hauptrolle zu setzen weiß, dominiert Michael Ironside mit seinem unvergleichlich diabolischen Grinsen einmal mehr jede seiner Szenen und erweist sich als mysteriöser NSO-Agent, der ein düsteres Geheimnis in sich birgt, problemlos als das Glanzlicht des Casts.

Was bleibt, ist somit ein charmantes und insgesamt durchaus kurzweiliges Monsterfilmchen aus den späten 80ern, das, wenn man anderen Kritiken Glauben schenken darf, als direkte Buchverfilmung wohl so ziemlich in den Sand gesetzt wurde, darüber hinaus aber grundlegend ordentliche Unterhaltung für Freunde der latent trashigen B-Movie-Kost bietet. Die große Begeisterung bleibt nach den rasch verstreichenden 87 Minuten zwar aus, doch kann Watchers neben einem ordentlichen Blutzoll, einigen spannenden Momenten, sowie einem herrlich fies aufspielenden Michael Ironside und nicht zuletzt einem liebenswerten Golden Retriever einige Argumente für sich verbuchen, die ihn ohne große Umwege direkt ins Standard-Repertoire eines jeden monsterfilmbezogenen DVD-Abends verfrachten.


Watchers
Kanada 1988, 87 Min.
Freigabe:  FSK 18
Regie: Jon Hess

Darsteller: Corey Haim, Michael Ironside, Christopher Cary, Graeme Campbell, Dan O'Dowd, Lala Sloatman, Dale Wilson, Blu Mankuma, Colleen Winton, Duncan Fraser, Barbara Williams, Lou Bollo


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