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Gamera gegen Viras - Frankensteins Weltraummonster greift an (1968)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 27.04.2008, seitdem 963 Mal gelesen



Außerirdische wollen mal wieder die Erde für sich, doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie Gamera, den Freund aller Kinder, überwinden und zu diesem Zwecke nehmen sie zwei Jungen als Geisel und erpressen Mensch und Kröte.

Der vierte der Gamera-Filme geht nach dem schon sehr aufs minderjährige Publikum zugeschnitten Vorgänger "Gamera gegen Gaos - Frankensteins Kampf der Ungeheuer" endgültig in den Kinderfilmbereich. So sind dann zwei Pfadfinderjungen die beiden Hauptfiguren, mit denen man durch das Geschehen geht. Das Ganze beginnt mit einem lustig anzusehenden Raumschiff, welches aus fünf wespenfarbenen Kugeln besteht, die kreisförmig angeordnet sind und dem Zusammentreffen mit dem im All rumschwirrenden Gamera, welches die Schildkröte für sich entscheidet. Die beiden Jungen erleben derweil eine abenteuerliche Fahrt mit dem U-Boot, welches mit einem Autolenkrad ausgestattet ist, treffen Gamera und dann kommt auch schon das nächste UFO herbei, lähmt die Kröte, nimmt die Jungens als Geiseln, klebt Gamera eine Art Steuerchip an den Kopf, lässt das Monster auf die Menschen los, während die beiden gefangenen Knilche Abenteuer im Raumschiff erleben und versuchen, die Menschheit vor der Invasion zu retten.
Man sieht schon, ein üblicher Kaiju Eiga ist das nicht, aber wenn man einen solchen nicht erwartet, kann man mit diesem Streifen viel Spaß haben, denn witzige Ideen gibt es zu Hauf. Allein schon die Darstellung der Invasoren und die Einrichtung auf und die Geschehnisse im UFO sind klasse. So stellen sich die Außerirdischen als ein Krakenverschnitt in Menschenverkleidung heraus, wobei die menschlichen Augen beim Sprechen leuchten, sie gehen steif durch die Raumschiffräumlichkeiten und fliegen durch die Gänge, verlieren mal nen Arm und überall blitzt und glimmert es farbenfroh. Nett sind zudem Dinge, wie die Klappe, die beim Äußern eines Wunsches der Kinder diesen umgehend erfüllt, was aber nur für Essen und Trinken, nicht jedoch für Waffen oder außiefeindliche Gegenstände gilt, wie die beiden festestellen müssen oder der wie ein Gefangener gehaltene Anführer, ebenfalls ein Krakenwesen, der Gesichtszüge vom simpsonischen Mr. Burns hat und sich im Finale mit seinen Untertanen vereint und so auf Gameragröße wächst.
Getrübt wird die Freude an diesem Vergnügen durch das Sparen an vielen Ecken und Enden, was besonders ärgerlich beim Zurückgreifen auf die Monsterszenen der ersten drei Gamera-Streifen ist, die man hier einfach wiederverwertet hat. So analysieren die Außerirdischen zu Beginn Gameras Erinnerungen, um dessen Vergangenheit und seine Schwächen aufzudecken, was die Filmemacher veranlasste, einfach mal die Kämpfe der Riesenschildkröte gegen Barugon aus "Godzilla - Der Drache aus dem Dschungel" und gegen Gaos aus "Gamera gegen Gaos - Frankensteins Kampf der Ungeheuer" zu zeigen, was beinahe zwanzig Minuten in Anspruch nimmt. Als die Invasoren Gamera auf die Menschheit hetzen, wird ebenfalls bekanntes Material recycelt und so gibt es hier erneut den Angriff Gameras gegen den Staudamm aus "Godzilla - Der Drache aus dem Dschungel" und eine Attacke gegen Tokio aus "Gamera", was dadurch, dass Letzterer in schwarz/weiß gedreht wurde, ganz und gar nicht in das bunte Treiben passen will.
Nunja, wenigstens gibt es am Ende des Films ein schönes neugedrehtes Duell, bei dem Gamera und der krakige Anführer der Außerirdischen namens Viras gegeneinander antreten. Viras ist mit seinen sechs Armen und dem messerartigen Kopf ein recht harter Brocken für die Riesenschildkröte, wobei besonders dessen Stechattacken, die sogar Gameras Bauchpanzer durchstoßen, überraschen. Umgesetzt ist dieses Finale ordentlich und entschädigt für die vorherigen frechen Recyclings.

Insgesamt ist "Gamera gegen Viras" ein Kinderfilm, der manch einen Japanmonsterbegierigen enttäuschen wird, mir jedoch mit seinem Ideenreichtum und der trashigen Umsetzung viel Freude bereitet hat. Nur das dreiste Wiederverwerten bekannter Szenen trübt das Vergnügen.


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