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2 Fast 2 Furious (2003)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 06.01.2005, seitdem 1049 Mal gelesen



Wie schon der Vorgänger frönt auch „2 Fast 2 Furious“ der Faszination der Kultur der Untergrundracer.
Die Rennen auf gerader Strecke wie im Vorgänger waren wohl nicht mehr spektakulär genug, deshalb geht es hier direkt auf einen selbst abgesteckten Rundkurs mitten in der Innenstadt von Miami. An dem Rennen nimmt auch Brian O’Conner (Paul Walker) teil, der, nachdem er Dom in Teil eins laufen ließ, gefeuert wurde und inzwischen zum König der Streetracer mutiert ist. Ratzfatz wird auch hier das Rennen von ihm gewonnen, wie könnte es anders sein, aber immerhin nett anzusehen ist der Beginn.
Doch die Polizei lässt das Rennen hochgehen und kascht Brian. Jedoch will man ihn nicht verhaften, sondern es kommt der im Actionfilm übliche Deal auf ihn zu: Für die Behörden arbeiten im Austausch für Straffreiheit. Brian nimmt (natürlich) an, will den für den Auftrag ausgesuchten Partner (natürlich) nicht, weil dieser seine Tarnung auffliegen lassen würde, und darf (natürlich) einen Partner seiner Wahl nehmen. Irgendwie bekommt schnell das Gefühl, dass den Drehbuchautoren nicht viel Innovatives eingefallen ist.

Der gewünschte Partner ist Roman Pearce (Tyrese), ebenfalls teuflisch guter Rennfahrer, ebenfalls von der Polizei einkassiert, aber bloß zu Hausarrest verurteilt. Auch er willigt gegen Straffreiheit ein und wird zusammen mit Brian auf den Gangsterboss Carter Verone (Cole Hauser) angesetzt, der Fahrer für heiße Ware sucht…
Durch großartig neue Ideen zeichnet sich „2 Fast 2 Furious“ nicht. Zwar variierte auch der erste Teil nur das „Gefährliche Brandung“-Schema (wenn auch sehr geschickt), so ist es in Teil zwei ein Mix aus handelsüblicher Undercovercop-Story und Elementen von Walter Hills „Driver“. John Singleton drückt auch ordentlich auf die Tube (und das nicht nur in den Rennszenen), aber so spannend wie der Vorgänger will der Film nicht rüberkommen, auch wenn größere Längen vermieden werden.

Dies liegt zum einen daran, dass man den Film auf der Dialogebene direkt tiefergelegt hat. Sicherlich waren die Dialoge in Teil eins auch kein Shakespeare, aber im Gegensatz zum Verhältnis Dom – Brian in Teil eins wirken das Verhältnis zwischen Brian und Roman hier einfach nur wie eine Zufallsbekanntschaft ohne Tiefe, da mag sich noch so sehr aufgrund scheinbaren Verrats anfangs gegenseitig auf die Moppe hauen (zumal die beiden eh dann in Rekordzeit wieder dicke Kumpels sind). Auch weitere Subplots um Love Interest, Freunde in der Racerszene usw. kommen nur als unter ferner liefen.
John Singleton macht aus dem Untergrund hier eine kunterbunte Subkultur und versucht gar nicht erst den Ernst des Vorgängers. Das hat zwar kleinere Vorteile (irgendwie passt es nicht mit bierernster Miene über Kokolores wie Lachgaseinspritzung zu faseln), aber es nimmt dem Film viel an Substanz. Das Ganze wirkt zu unwirklich, als dass man sich noch irgendwie mit den Charakteren identifizieren könnte oder an der Racerszene noch irgendetwas Realistisches zu finden.

In der „Jurassic Park“-Fortsetzung „Vergessene Welt“ schien das Motto zu lauten: Nur mit den Sauriern aus Teil eins können wir niemanden beeindrucken, also gucken wir mal, in was für spektakuläre Szenen wir unsere Saurier einbauen. Bei „2 Fast 2 Furious“ kann man das Motto auch anwenden: Streiche Saurier, setze Autos. Hier fliegen die Wagen über Rampen meterweit durch die Luft, treten teilweise in riesigen Verbänden auf oder werden von Lastwagen überrollt. Hier hat mir auch der etwas gemäßigtere Stil des Vorgängers mehr zugesagt, doch die Action ist fetzig, der Einsatz von CGI-Effekten erfreulich sparsam. Natürlich ist es wieder fast ausschließlich Autoaction; das bisschen Gekloppe und der minimale Schusswaffengebrauch interessieren nicht.
Paul Walker schlägt sich wacker und bringt eine gute Leistung, während Tyrese doch ziemlich mäßig mit seinen zweieinhalb Gesichtsausdrücken durch die Gegend stolpert. Auch Devon Aoki ist wohl nur der Optik wegen da; da macht sich Eva Mendes schon deutlich besser (und sieht trotzdem super aus). B-Fans dürfen ein Wiedersehen mit James Remar feiern, der hier eine seiner besseren Performances bringt und auch die Nebendarsteller sind ganz solide.

Aufgrund der Actionszenen und des flotten Erzählstils liegt „2 Fast 2 Furious“ noch über dem Durchschnitt, aber der Vorgänger war deutlich spannender und interessanter.


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