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Aragami - Duel Project 2 (2003)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 22.03.2005, seitdem 602 Mal gelesen



Das japanische Filmvorhaben "Duel Project" erregte weltweit großes Interesse. Das Projekt zweier Regisseure, die sich an das gleiche Storygerüst halten (1 Nacht, 1 Raum, 2 Gegner, 1 Duell) und trotzdem zwei völlig verschiedene Filme drehten, konnte überall auf Begeisterung stoßen. In ersten Streifen ("2LDK") bekämpfen sich zwei Schauspielerinnen von heute, bis aufs Blut, zwecks einer Filmrolle. Und im zweiten ("Aragami", diesem hier) bekämpfen sich zwei Samurai-Kämpfer, mit dem uralten Kampfmittel der Schwertkunst. Beides klingt faszinierend, doch nur eins kann gewinnen. Und ganz knapp konnte sich damals "2LDK" beim Publikum durchsetzen. Und das zurecht! Denn so schick die alte Kampfkunst in "Aragami" auch sein mag, bis wir sie endlich zu Gesicht bekommen, wirds ab und an auch mal langweilig.

"Aragami" ist im Grunde von der Story her, natürlich genauso dünn wie "2LDK", wenn auch ein paar fantastische Details, dieses mal mit von der Partie sind. Zwei, nahezu unsterbliche, Samuraikämpfer treffen in einer regnerischen Nacht aufeinander. Einer von ihnen behauptet kein Mensch, sondern ein "Aragami" zu sein, der nie schläft, nie altert und zudem fast 800 Menschen auf dem Gewissen hat. Nun will er endlich sterben, doch das in einem würdevollen Kampf. Doch so leicht lässt es sich nun mal nicht sterben, wenn man zu den Besten der Besten gehört. Klingt vielleicht auf den ersten Blick etwas verworren, doch im Grunde ist die Fantasie-Story grundsolide und passt ins alte Japan wie die Faust aufs Auge.

Doch bevor es zum angesprochenen Zweikampf der Samurai kommt, vergeht erst einmal eine geschlagene Stunde der Vorbereitung, die fast nur aus Dialogen besteht. Und hier kommen wir schon zum Fehler, den Regisseur Ryuhei Kitamura gemacht hat. Er gibt den Dialogen einfach zuviel Freilauf und trifft nicht immer die benötigte Klasse und Finesse hinter dem gesprochenen Wort, damit der Zuschauer aufmerksam und interessiert am Ball bleibt. Zwar bringen die Gespräche der beiden Samurai die Handlung schon voran, doch immer wieder verheddern sich die beiden Charaktere auch in irgendwelchen X-ten Wiederholungen, die den Zuschauer einfach irgendwann nicht mehr interessieren. Eher wirken sie hier und da etwas gezwungen, die Notwendigkeit des Kampfes in jedem Detail zu erläutern. Und das hätte dann ruhig etwas kompakter ausfallen dürfen.

Dafür ist der finale, gut 20 Minuten lange, Endfight, dann ein absolutes Musterstück der japanischen Filmkunst. Mit einem unschlagbaren Tempo, genialer Choreographie und vielen optischen Leckerbissen, können diese letzten Minuten im höchsten Mase unterhalten. Vor allem die Sequenz, in der die Samurai in völliger Dunkelheit gegeneinander kämpfen und sich (und der Zuschauer) nur dann sehen, wenn die Schwerter aufeinander schlagen und Funken sprühen, ist von Klasse nur so gezeichnet. Auf solche genialen Ideen können wirklich nur die Japaner kommen! Kampfkunst der absolut besten Sorte!

Was die Inszenierung angeht, ist, storybedingt, natürlich nichts allzu Aufwendiges zu erwarten. Doch das was man zu sehen und zu hören bekommt, kann vollauf überzeugen. Die Kostüme und die Kulisse sind aller erste Sahne und auch ein eingespielter Computereffekt kann gefallen. Dazu eine prächtige Sounduntermahlung und die passende Musik. Kurzum, hier gibt es kaum etwas zu meckern.

Und auch die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache mehr als gut. Beide beherrschen die japanische Kampfkunst aus dem FF und machen auch bei den Schwafel-Runden eine gute Figur. In punkto Attraktivität sind sie ihren Konkurrentinnen aus "2LDK" aber haushoch unterlegen!;)

Fazit: Eigentlich recht faszinierender 2. Teil des japanischen "Duel Projects", dass durch seine zwar dünne aber umso interessantere Samurai-Geschichte und einem kongenialen Fight am Ende des Films, teilweise für mächtig gute Unterhaltung sorgen kann. Da sich aber die Vorbereitung auf den Kampf manchmal mächtig in die Länge zieht und dabei nicht jeder Dialog wirklich interessant ist, bleibt "Aragami" dann doch hinter dem genialen Catfight aus "2LDK" unterlegen. Aber allein schon wegen dem Endkampf, sollte man auch diesen Teil des cleveren Film-Projektes, nicht versäumen!

Wertung: 6,5/10 Punkte


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