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2LDK - Zwei Zimmer, Küche, Bad (2002)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 03.06.2004, seitdem 673 Mal gelesen



Das DUEL-Projekt der Regisseure Yukihiku Tsutsumi und des sehr gehypten Riuhei Kitamura ist mehr oder weniger eine Bierlaune, in der sich die beiden Regisseure verabredeten, eine Projekt anzugehen, in dem es um eine Duell ^zweier Personen innerhalb einer geschlossenen Räumlichkeit geht. Ein Kampfkammerspiel gewissermaßen, bei dem auch ein Duell zwischen beiden Regisseuren stattfand. Bei Festivals wurden beide Filme nicht selten als Double-Feature und mit der Möglichkeit, seinen Favoriten zu wählen, gezeigt. Gewonnen hat meistens 2LDK.

Eben dieses Projekt von Tsutsumi handelt von zwei Schauspielerinnen, die beide auf die gleiche Rolle scharf sind, leider jedoch auch die gleiche Wohnung (2LDK steht im japanischen für 2 Zimmer, Küche, Bad) bewohnen. Natürlich gibt man sich freundlich, hasst sich aber hinter vorgehaltener Hand. Nach der Hälfte der Laufzeit, hat das gegenseitige Gegängel und Gezicke ein Ende, den nun wendet man sich effektiveren Methoden der Rivalenbekämpfung zu. Schwups ist auch schon die Kettensäge zu Hand und man bekämpft sich fortan mit allem, was die Wohnung zu bieten hat, bis es zu einem deftigen aber auch amüsanten Finale kommt.

Im grobkörnigen Look eines Independentfilm gehalten, kann 2LDK nur auf der amüsanten Ebene unterhalten. Inhaltlich und formell wird einfach zu wenig geboten. Alles ist vorhersehbar, die Darstellerinnen zwar durchaus ordentlich, letztlich aber auch im Rahmen des Drehbuchs gefangen. Die Bildgestaltung ist unnötig kinetisch und erinnert an VIVA-Interviews, wenn pausenlose Kamerabewegungen Dynamik vorgaukeln sollen, wo keine ist.

Hübsch ist die erste halbe Stunde, in der die Stutenbissigkeit der beiden Protagonisten durch Offstimmen, die häufig das gesagte konterkarieren, dargestellt wird. Macht Spass zu schauen und ist recht lebensnah. Auch der Klimax ist ordentlich: Die Situation eskaliert langsam aber unaufhörlich. Der Umschwung zur offenen Gewalt passiert dann jedoch zu aprupt und unerwartet. Man wollte den Zuschauer wohl nicht mehr zappeln lassen.

Die Gewaltdarstellungen sind amüsant und recht ruppig, nix für zarte Gemüter, jedoch trotzdem auf Low-Budget-Niveau. Eine Splatterorgie darf hier keiner erwarten.

Ingesamt ein Film, den man nicht sehen muss, ob seiner 70-minütigen Laufzeit aber auch nicht weh tut und streckenweise zu unterhalten weiß.

ARAGAMI von Kitamura hat dagegen einen sehr exquisiten Look. Der rd. 80 Minuten lange Film weist die Typische kinetische Bildgestaltung Kitamuras auf. Opulente Kamerafahrten, Reißschwenks, extreme Nahaufnahmen und eine gute Bildauflösung veredeln den brillanten und messerscharfen Look des Films. Das Setdesign ist üppig, düster und erinnert an Genre-Klassiker wie HELLRAISER oder EVIL DEAD. Trotz der düsteren Atmosphäre ist die Ausleuchtung jedoch sehr pointiert und passend.

Die Story des verletzten Samurai, der mit letzter Kraft einen verlassen Tempel aufsucht, um dort auf den Kampfgott Aragami zu treffen, der in ihm einen würdigen Gegner für einen ultimativen Fight vermutet und ihn zu einem lebensentscheidenden Duell auffordert, ist ähnlich simpel wie in 2LDK, jedoch sorgfältiger und mysteriöser inszeniert. Auch hier dauert es bis zum Beginn des Duells ca. 40 Minuten, jedoch ist die Spannung ungleich höher, da sich die Inszenierung Zeit nimmt und es soch schafft, das Duell im Kopf des Zuschauers bereits nach kurzer Introduktion der Charaktere im Kopf stattfinden zu lassen. Wogegen man bei 2LDK eher darauf wartet, wann es denn nun endlich losgeht.

Das Duell selber ist Kitamura-üblich sauber und (zu?) glatt inszeniert, tut aber seine Wirkung. Die Schwertkampfszenen sind sauber choreographiert, effektiv geschnitten und ab und zu sogar originell in Szene gesetzt (speziell, wenn das Licht verlischt und der Zuschauer die beiden Protagonisten nur durch das Licht des Funkenschlags der Schwerter zu Gesicht bekommt). Unterstütz wird das Spektakel durch Trance- und Ambientsounds, die zwar eher genreunüblich sind, aber nicht stören und sogar ganz passabel ihre Wirkung tun.

Kein Meisterwerk, aber ein ordentlicher Low-Budget-Genrebeitrag, der durchaus Spaß macht.

REM bringt beide Filme im Mai/Juni 2004 in die Kinos, wobei sicherlich auch eine DVD-Auswertung folgen wird.

Mirco Hölling (26.05.2004)


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