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Passion Christi, Die (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 26.04.2011, seitdem 571 Mal gelesen



"Siehe, Mutter, ich mache alles neu."

"Die Passion Christi“ erzählt die letzten zwölf Stunden im Leben von Jesus Christus (Jim Caviezel). Nach dem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern wird dieser von Judas (Lucas Lionello) an die jüdische Tempelgarde verraten und gefangen genommen. Die Tempelgarde fürchtet durch Jesus ihren gesellschaftlichen Status zu verlieren, daher beschuldigt ihr Anführer Kaiphas (Mattia Sbragia) ihn der Gotteslästerung und verlangt seinen Tod. Doch der römische Statthalter Pontius Pilatus (Hristo Naumov Shopov) erkennt, dass es sich bei den Anschuldigungen um eine politische Intrige handelt und ist nicht gewillt, das Todesurteil zu besiegeln. Um dem Druck der durch Kaiphas angestachelten Massen nachzukommen, beschließt Pontius Pilatus schließlich, Jesus foltern zu lassen. Die Strafe fällt härter aus als gewollt, doch der Pöbel ist dadurch immer noch nicht besänftigt. Jesus’ Hinrichtung am Kreuz und sein letzter Gang zum Berg Golgatha sind beschlossene Sache. Auf seinem Leidensweg begleiten ihn die Jüngerin Maria von Magdala (Monica Bellucci) und seine Mutter Maria (Maia Morgenstern).

Bereits im Vorfeld hagelte es heftigste Kritik gegen Mel Gibson's selbst finanziertes Drama über die letzten Stunden von Jesus Christus. Die Vorwürfe beliefen sich auf zu immens dargestellte Brutalität und eine antisemitische Stellung. Dumm nur, dass das Buch der Bücher, die Bibel, auf genau solchem Inhalt basiert. Gibson nimmt im Grunde diese Vorlage und setzt sie in audiovisueller Form um, wobei er die Inhalte verschieden übersetzter Bibeln vermischt. Zu sehen ist "Die Passion Christi“ als enorm anstrengendes, emotionales und bildgewaltiges Kunstwerk, wenn man es unvoreingenommen betrachtet.

Sämtliche Dialoge wurden in den damaligen Sprachen Aramäisch, Latein und Hebräisch verfasst, und lediglich untertitelt. Ein ungewöhnliche Art für die Präsentation eines Film, die durch die Verständnisblockade abschrecken könnte. Aber selbst diejenigen, die sich nur am Rande mit der Bibel befasst haben, werden keinerlei Verständnisprobleme haben und das mehr an Authentizität zu schätzen wissen. Die Bildsprache reicht aus, um dem geringen Handlungsfaden folgen zu können, der nur durch rückblickende Szenen ein wenig mehr Einsicht in das Leben um Christus gestattet.

Der Aufwand für Szenerie und Bauten ist beachtlich. Die Aufnahmen aus Studios stehen den Originalschauplätzen in nichts nach und verschmelzen ebenso durch melodramatische Musik zu einer enorm atmosphärischen Komposition. Grund ist auch die häufig nah an den Darstellern positionierte Kamera sowie dynamische Perspektiven. Die Kamera präsentiert viele übersichtliche und weitsichtige Bilder, die zur Thematik passen.

Die vielfach kritisierte Darstellung angewandter Gewalt ist, zugegeben, eine Frage moralischer Vorstellungen. "Die Passion Christi“ scheut sich zu keinem Zeitpunkt schonungslos brutale Szenen zu präsentieren, vielleicht sogar durch viele Zeitlupeneffekte zu zelebrieren. Hätte das Drama aber ohne sie solch eine Wirkung? Nein! Gibson's Film basiert auf der Basis des Leidens und würde durch eine subtile Herangehensweise wohl den Schrecken vermitteln, jedoch nicht den greifbaren Schmerz. Die detaillierte Folterung Christus durch auspeitschen, das herunterreißen von Hautfetzen und der finalen Kreuzigung ist es, was den Film unangenehm und anstrengend erscheinen lässt, gleichzeitig aber auch die emotionale Zugehörigkeit bildet.
Das einzige was Kritik zulässt, ist, dass ein Mensch soviel Schmerz und Verlust von Blut aushält, ohne zusammenzubrechen. Aber als Sohn Gottes ist Jesus Christus geschichtlich ohnehin als Übermensch anzusehen.

"Die Passion Christi“ stellt Christus in den Mittelpunkt und lässt sämtliche anderen Figuren nur im Hintergrund agieren. Dies schlägt sich auf die Spielfreude der Darsteller nieder. Während Monica Bellucci ("Shoot ’Em Up", "Irreversibel") kaum gefordert wird, gibt James Caviezel ("The Final Cut", "Frequency") eine beeindruckende Leistung ab. Der Darsteller aus der zweiten Reihe Hollywoods beweist eindrucksvoll, dass er imstande ist einen Film alleine zu halten.

Für gewöhnlich bleibt ein Film erst nach dem Sehen im Gedächtnis haften. "Die Passion Christi“ ist jedoch so anstrengend, dass massenweise Zuschauer mit tränenden Augen aus dem Kino kamen, wodurch der Film bereits auf diese Weise einen Eindruck hinterlässt. Gibson's Drama ist tatsächlich einer der eindringlichsten und schockierendsten Filme der letzten Jahre. Gerade durch die häufig kritisierte Darstellung an Gewaltanwendung. Aber auch durch die atmosphärische Dichte.

10 / 10


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