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Passion Christi, Die (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 1 / 10)
eingetragen am 19.03.2004, seitdem 3081 Mal gelesen



Lieber Gott,
vergeb' mir, denn ich habe gesündigt. Ich war nicht nur seit Ewigkeiten nicht in der Kirche, ich habe mich auch noch dazu hinreißen lassen, einen Film, jenes satanische Lichtspielwesen, das uns immer wieder dazu anhält, zu sündigen, oder jegliche Sünde als vertretbar darstellt, anzusehen. Dabei wollte ich nur etwas über Dich und Deinen Sohn erfahren. Meine Motivation ist also hinlänglich gerecht und lobenswert.

Der Film hieß "Die Passion Christi", ein Lehrfilm über die letzten Tage im Leben Deines Sohnes, Jesus Christi. Ein Schauspiel das haarkleinst abbildete, wie Dein Erstgeborener von dem Übeltäter Judas verraten wurde. Du wirst das alles bereits wissen, aber der Film hatte kein Happy End. Man zehrte Jesus von Pontius Pilatus zu König Herodes und wieder zurück zu Ponti, der das Leben des Christus schließlich in die Hände der Juden übergab. Diese Juden waren ziemliche Scheusale, die Deinen Sohn schließlich kreuzigten. Er starb auf dem Berg Golgotha.

Der Mann, der diese filmische Sünde verbrochen hat, ist Mel Gibson. Ich weiß, den wirst Du Dir noch vornehmen, denn er zeigte das sich zu Ende neigende Leben Christi sehr detailgenau und oftmals komplett korrekt bezüglich seiner Vorlage, der Bibel, Dein geschriebenes Wort, verzichtete aber dennoch nicht auf all jene Folter- und Gräuelsequenzen, die darstellen, wie übel dem Gottes Sohn mitgespielt wurde. Ich kann nicht beurteilen, ob das damals live auch so ekelig abging, damals war ich noch Quark im Schaufenster, wie Du weißt. Aber es hat mich schon ziemlich überrascht wie viel Energie Gibson darauf verschwendet jede Qual, die Christi zu erleiden hatte, entsprechend gruselig und hart in die Theater bewegter Bilder zu bringen.

Nun, lieber Gott, muß ich gestehen, ich mag mir gerne Filme ansehen, und zu einem gewissen Grad war ich auch bei "Die Passion Christi" unterhalten. Doch nur durch die gottlosen Spezialeffekte die erschreckend jede Wunde Christi nachbildeten. Mitmenschen, die "Die Passion Christi" einen gelungenen Film nennen, werden sich nur von den brutalen Folterszenen geblendet haben lassen. Denn neben jenen blutgetränkten Sequenzen, gibt es nichts, was Gibsons Interpretation der Jesus-Passion interessant gemacht hätte. Zu starrhalsig geht er hier mit dem Original um, und schafft es, die Bibel Wort zu Wort als langweiliges, unreligiöses Splatterfilmchen aussehen zu lassen. Wie Du weisst, ist die Chance, dass Gibson all jene Szenen relitätsgenau ausstattete, eher hoch, jedoch geht dem Film kein religiöser oder nur menschlich bewegender Aspekt ab, der nicht nur auf dem Märtyrum Christi basiert.

Lieber Gott, ich weiß Du bist ein vielbeschäftigter Mann, und in diesen Tagen werden viele zu dir beten. Johannes Paul beispielsweise, der den Film am liebsten in die Hölle zum ollen Satan schicken würde. Oder auch die jüdische Lobby, die dem Film Antisemitismus vorwirft. Deswegen mach ich's jetzt auch kurz. Bitte vergeb' mir, und verurteile alle jene, die dieses exploitativ anmutende Bibelstory für ein Meisterwerk halten. Dein Name sei gesegnet, wie im Himmel und auf Erden.

Amen

... ach, und verhindere mal, dass Steven Seagal weiterhin Filme dreht.


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