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Passion Christi, Die (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 31.03.2004, seitdem 678 Mal gelesen



Da saß ich nun also doch im Kino, bereit, die Offenbarung in Form eines Films namens "The Passion" zu erleben und nach so vielen Jahren als ungläubiger Atheist vielleicht doch noch bekehrt zu werden. Was hatte man nicht im Vorfeld alles über den Film gelesen! Antisemitisch soll er sein, gewaltverherrlichend, blutrünstig! Gleichzeitig soll er die Menschen bewegen, Hoffnung und natürlich eine Botschaft vermitteln! Dazu kommt noch, dass Gibson den Film angeblich komplett aus eigener Tasche finanziert hat und es sich daher auch leisten konnte, ihn ihn Latein und Arramäisch zu drehen. Ein Independent Film von einem Hollywood-Regisseur sozusagen.
Aber von wegen...
Wenn ein Wort diesen Film treffend beschreibt, dann ja wohl "belanglos". Ich konnte an ihm nichts, aber auch gar nichts herrausragendes oder besonderes finden, im Gegenteil, die Inszenierung ist zwar solide, aber stellenweise doch etwas lahm und Gehaltslos. Eine zweistündige Blutorgie, die wenigstens den Splatterfan in mir hätte befriedigen können, konnte ich auch nicht entdecken. Vielleicht bin ich ja auch zu abgestumpft, aber bis auf die nur ca. 10 Minuten-lange Auspeitschungsszene und die Kreuzigung bewegte sich alles doch im normalen Rahmen eines Hollywoodfilms.
Die Bilder waren vom Hochglanz und Farbfiltern geprägt, die Kamera Effekteheischend, wie man das eigentlich nur von Actionfilmen gewohnt ist. Dazu schien Mel Gibson auch noch die Slow Motion zu seinem besten Freund gemacht zu haben, denn jede halbwegs wichtige Szene bekommt man hier in Zeitlupe präsentiert. Gefallen haben mir hingegen die Schauspieler, die zwar nicht wirklich viel Raum zur Entfaltung hatten, aber doch glaubwürdig spielten.
Was mich etwas irritierte, aber eigentlich nur zum Gesamtbild einer Hollywood Version von der Kreuzigung Jesus passte, war die Musik, die Hans Zimmer alle Ehre gemacht hätte. Manchmal wusste ich nicht, ob ich jetzt den Soundtrack zu Gladiator, Black Hawk Down oder doch The Passion höre. Aber Subtilität gehört scheinbar sowieso nicht zu Gibsons stärken, warum sollte es da mit der Musik anders sein?
Wär ich jetzt ein Bibeltreuer Christ könnt ich mich über weitere Unzulänglichkeiten bezüglich der historischen Genauigkeit aufregen (wenn man davon ausgehen würde, dass die Bibel ein historisch genaues Dokument ist) und mich über die Darstellung von Pilatus, die falsche Art der Kreuzigung etc. beschweren, aber ich tus nicht. Einfach weil ich den Film als das sehe, was er ist: Hollywoods Beitrag zur Religion. Er ist genauso wichtig oder unwichtig wie alle anderen Bibelfilme davor und ich denke nicht, dass irgendjemand durch so ein Stück durchschnittliche Unterhaltung zum Glauben finden sollte.
Zu den Vorwürfen dass der Film antisemitisch sei, äußere ich mich lieber nicht weiter, finde sie aber ziemlich aus der Luft gegriffen.
Insgesamt 2 Stunden ziemlich harte Unterhaltung (mit einigen Längen) für den geneigten Zuschauer, nicht mehr und nicht weniger.
6/10


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