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Last American Soldier, The (1987)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 19.03.2007, seitdem 1042 Mal gelesen



Im Zuge von „Missing in Action“, „Rambo II“ und ähnlichen US-Actionern ließ es sich auch Italien nicht nehmen mit derartigen Konzepten Kohle machen zu wollen und schickte u.a. „Last American Soldier“ ins Rennen.
Bei der Titelfigur handelt es sich um Roger Craig (Craig Alan), genannt der Commander, einen in Vietnam verbliebenen US-Soldaten, der nun eine einheimische Frau dort hat, mit ihrer Dorfgemeinschaft im Dschungel haust und mit zwei Spezialisten aus dem Dorf Sabotageakte gegen den Vietcong verübt. Mit einem derartigen Zwischenfall geht es dann auch direkt los, von Realismus keine Spur, wenn die bösen Vietcong nur Luftlöcher schießen und fallen wie die Fliegen, aber der Commander flintet die Fieslinge hier elegant im Stehen, Rennen und Rollen weg.
Seine Erfolge bereiten den Vietcong ebenso Probleme den mit ihnen verbündeten Russen – neueste Schmach für die Kommunisten: Der Diebstahl von wertvoller Ausrüstung durch den Commander. Im Gegenzug metzeln sie sein Dorf nieder und entführen seine Maid...

„Last American Soldier“ ist ein trashiges Rip-Off von „Rambo II“, bei dem die Story gerade mal soweit verändert wurde, dass man nicht von einem Italoremake des zweiten Einsatzes von John J. sprechen kann. So darf natürlich auch die obligatorische Folterszene nicht fehlen (selbstverständlich von den bösen Russen durchgeführt), eine Gefangenbefreiung wird nebenbei auch eingebaut, die Guerillataktiken fast eins zu eins aus dem Stallone-Actioner kopiert und das Schicksal der Angebeten des Commanders kann man angesichts des Vorbildes auch absehen.
Dementsprechend kann man nicht unbedingt von einem liebevoll geschriebenen Drehbuch sprechen, dass sich wirklich fast nur von Actionszene zu Actionszenen und von geklautem Part zu geklautem Part hangelt, ohne dabei den Drive von „Rambo II“ zu besitzen. Immerhin kommen die Ballerszenen mit so reger Frequenz, dass immerhin der Genrefan nicht über allzu große Langeweile klagen kann, wenngleich man natürlich einen ganzen Batzen an Klischees und Logikfehlern verschmerzen muss. Die Russen sind grausam, die Vietcong grausam und unfähig, während die Dorfgemeinschaft als bunter Ethnoverein friedfertige Laubhüttenfeste feiert bis man sie niedermetzelt. Im punkto Logiklücken sollte man vor allem nichts auf physikalische Glaubwürdigkeit geben, z.B. wenn der Commander an einer Leiter von einem Hubschrauber hängt und einhändig einen Raketenwerfer abfeuert ohne ansatzweise in Gefahr zu kommen herunterzufallen.
Für den Freund des Ballerfilms hat „Last American Soldier“ allerdings neben exorbitantem Munitionsverbrauch noch eine relativ stimmige Inszenierung zu bieten, die zwar auch klar an den US-Vorbildern orientiert ist, aber dennoch überzeugt. Stickige Dschungelluft, Schleichen in der grünen Hölle, Infiltration feindlicher Gebiete, das sorgt dann schon für Laune und bietet alles, was zu einem brauchbaren Vietnamactioner gehört, zumal das Budget von „Last American Soldier“ sogar gar nicht mal so niedrig zu sein scheint.

Das äußert sich dann auch in den Actionszenen, die mit einiger Pyrotechnik geballert. Ansonsten wird geballert bis die Läufe glühen, wobei man mehr auf Masse als auf Klasse setzt. Viele Ballereien sind etwas einfallslos (gerade die Erstürmung des Dorfes hat man schon zigmal so gesehen), dafür erreicht der Bodycount riesige Höhen, da die Vietcong vom Mündungsfeuer angezogen werden wie die Motten vom Licht und den Guten immer dutzendweise vor die Rohre hüpfen. Nette Ideen hat „Last American Soldier“ zwar hier und da (gerade die Choreo des Auftakt-Shoot-Outs und die des Gefechts um den Hubschrauber überzeugen), kann aber nicht bei allen das volle Potential ausnutzen (z.B. ist der Einsatz des Panzerwagens im Finale ein wenig verschenkt).
Große Schauspielkunst darf man bei derartigem Italotrash natürlich nicht erwarten, die Bösen gucken grimmig, die Dörfler hilflos und die Guten so heroisch es geht, das war es dann auch. Schwach ist allerdings Craig Alan als Held, da er meist nur dümmlich in der Gegend herumglotzt und einfach kaum Charisma entwickelt.

Bleibt unterm Strich passabler Italotrash für Actionfreunde, wenngleich die Story aus bekannten Vorbildern, vor allem „Rambo II“ zusammengestoppelt wurde und man das Hirn besser auf Urlaub schickt. Dafür gibt es Geballer satt, wenngleich mit etwas wenig Klasse, und eine stimmige Atmosphäre, sodass „Last American Soldier“ dem Genrefreund etwas zu bieten hat.


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