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Toten Augen des Dr. Dracula, Die (1966)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 21.04.2017, seitdem 70 Mal gelesen



Nach dem angeblichen Selbstmord eines Dienstmädchens besucht Inspektor Kroger Schloss Graps, in dem das Mädchen angestellt war. Zusammen mit dem Arzt Paul Eswai stellt Kroger fest, dass es bereits elf weitere ähnlich verstorbene Opfer gibt und die Dorfbewohner davon überzeugt sind, der Geist eines jungen Mädchens sei für die Morde verantwortlich. Als Dr. Eswai auch noch die Leiche von Kroger findet, liegt die Vermutung nahe, dass alle sterben müssen, die jemals das Schloss besucht haben.


Nur wenigen Regisseuren ist es vergönnt, gleich in mehreren Genres echte filmische Meisterwerke hinterlassen zu haben. Die italienische Regie-Legende Mario Bava ist sicher dazu zu zählen, denn Werke wie beispielsweise "Wild Dogs", "Im Blutrausch des Satans" oder auch "Blutige Seide" dürften in ihren jeweiligen Sparten einen prägenden Eindruck hinterlassen haben. Dabei handelt es sich lediglich um eine kleinere Auswahl exzellenter Beiträge, zu denen sich mit "Die Toten Augen des Dr. Dracula" ein weiterer dazu gesellt. Hierbei handelt es sich um einen Vertreter des Gothic-Horrors, dem nun dank Koch Media in der Mario Bava Collection seine deutsche Blu-ray Premiere spendiert wurde. Zu meiner eigenen Schande muss ich eingestehen das mir dieser meisterhaft inszenierte Film bisher völlig unbekannt war, mir aber dadurch bei der nun erfolgten Erstsichtung ein richtiges "Wow-Erlebnis" beschert hat. Von Beginn an eröffnet sich hier eine äußerst gut erzählte Geschichte, in der sämtliche Zutaten für einen wunderbaren Gothic-Horrorfilm vorhanden sind. Das allein ist längst noch nicht ausreichend für einen heraus ragenden Beitrag des Genres, aber durch die überragende Arbeit eines Mario Bava präsentiert sich ein absolut perfekter Vertreter seiner Art, in dem sämtliche Elemente brillant miteinander vereint wurden, so das sich im Endeffekt ein nahezu grandioses Gesamtpaket offenbart.

Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen ein altes Schloss und ein unheimlicher Fluch, dem anscheinend schon viele Menschen zum Opfer gefallen sind. Eingebettet in eine erstklassige Grusel-Atmosphäre offenbaren sich dabei ein äußerst gut aufgebauter Spannungsbogen und sehr gut aufspielende Darsteller, die dem Ganzen ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Einmal mehr kommen in diesem Beitrag Bava's absolute Stärken zum Vorschein, so wird der Zuschauer neben dem kräftigen Farbenspiel auch wieder mit einer wundervollen Kameraarbeit konfrontiert, die ganz nebenbei auch so manch ungewohnte Einstellung zu bieten hat. Diverse surreale Momente runden das Ganze sehr harmonisch ab und verleihen der Szenerie gerade zum Ende hin noch einmal eine ganz besondere Würze. So wird man insbesondere in den letzten Minuten der Erzählung in einen geradezu hypnotisch anmutenden Strudel der Ereignisse hinein gerissen und es dürfte so gut wie unmöglich sein, sich der Faszination und Bildgewalt dieses Filmes zu erwehren. Mario Bava's ausgeprägte Liebe zum Detail kommt auch in diesem Werk einmal mehr eindrucksvoll zur Geltung und sorgt für einen insgesamt extrem stimmigen Gesamteindruck, der auch durch die hervorragende musikalische Untermalung von Carlo Rustichelli noch zusätzlich hervor gehoben wird. Der Score ist dabei sehr markant und schwillt in den entsprechenden Passagen nahezu bedrohlich an, so das hier für ein absolut perfektes Ambiente gesorgt ist. "Die Toten Augen des Dr. Dracula" ist in meinen Augen nicht nur ein überragender Film sondern ein echtes Erlebnis, das auch nach mittlerweile über 50 Jahren seine Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlt und in der Gesamtbetrachtung zum Besten gehören dürfte, was je im Bereich des Gothic-Horrors erschienen ist.

Besonders erwähnenswert ist dabei auch das Schauspiel der Akteure, denen man die Spielfreude in jeder einzelnen Einstellung anmerken kann. Auch der für einen Beitrag dieser Zeit fast handelsübliche Anstrich leichter Theatralik ist unverkennbar, aber was in vielen anderen Vertretern manchmal eher etwas störend erscheint, ist in vorliegendem Fall als eine große Stärke auszumachen. Und so gibt es dann meiner Meinung nach auch wirklich nichts, was man auch nur annähernd kritisieren könnte, so das "Die Toten Augen des Dr. Dracula" zu den absolut besten Filmen zählen dürfte, die je von der italienischen Regie-Ikone auf den Weg gebracht wurden. Sämtliche Zutaten sind perfekt aufeinander abgestimmt und ergeben letztendlich ein visuelles Meisterwerk, an dem man sich regelrecht ergötzen kann. Und das dürfte auch längst nicht nur für Liebhaber des italienischen Horrorfilms zutreffen, denn diese Geschichte dürfte ganz generell jedem Liebhaber des Gothic-Horrors das Herz höher schlagen lassen.

"Die Toten Augen des Dr. Dracula" ist ein prägnantes Beispiel dafür, das Horror sich nicht immer nur über visuelle Härte und brutale Gewaltexzesse zu erkennen gibt. Insbesondere in der heutigen Zeit der immer blutigeren Horrorfilme ist es immer wieder schön, wenn man auf solch fantastische Klassiker zurückgreifen kann, die auch im Laufe von Jahrzehnten rein gar nichts von ihrem Reiz und einer unglaublichen Faszination eingebüßt haben. Auch die Nummer 3 der von Koch Media ins Leben gerufenen Mario Bava Collection ist ein absoluter Leckerbissen, was sich nicht nur auf den Film, sondern auch auf die Veröffentlichung im Allgemeinen bezieht. Ein wundervoller Klassiker erstrahlt in neuem Glanz und ist wirklich jeden Cent wert, den man als Fan in die tolle Veröffentlichung investiert. Dieser Film sollte definitiv in keiner gut sortierten Sammlung fehlen und für Freunde des italienischen Horrorfilms dürfte es sich sowieso um einen Pflichtkauf handeln, den man auf keinen Fall bereuen wird.


Fazit:


"Die Toten Augen des Dr. Dracula" ist nicht nur einer der besten Filme seiner Art, er nimmt auch in der Filmografie von Mario Bava einen ganz besonderen Stellenwert ein. Mit solchen Werken setzt man sich selbt ein kleines Denkmal und bleibt seinen Fans für immer nachhaltig im Gedächtnis.


10/10


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