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American Pie - Jetzt wird geheiratet (2003)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 09.08.2008, seitdem 439 Mal gelesen



Drei Jahre, nachdem sie zusammenkamen, beschließt Jim, gespielt von Jason Biggs, seine Angebetete, gespielt von Alyson Hannigan, zu heiraten. Dabei gibt es jedoch einige Schwierigkeiten, so will seine Verlobte ein Brautkleid, dass Jim vermutlich nicht mehr beschaffen kann, das erste Zusammentreffen mit den zukünftigen Schwiegereltern läuft nicht gerade optimal ab und darüber hinaus scheint der altbekannte Unruhestifter Steve Stifler, gespielt von Sean William Scott, mit aller Macht die Hochzeit sabotieren zu wollen.

"American Pie 3" ist endlich noch einmal eine überraschend starke Teenie-Komödie, von denen es leider viel zu wenige gibt. Nachdem "American Pie" eine der wenigen Teenie-Komödien war, die einen Ansatz von Tiefgang hatte und darüber hinaus seriöse Kritiken bekam und auch das Sequel den guten Eindruck bestätigte, obwohl man einen neuen Regisseur verpflichtet hatte, war die Gefahr groß, dass der dritte Teil der Reihe eine herbe Enttäuschung werden würde, zumal man wieder den Regisseur wechselte und darüber hinaus zwei der Hauptdarsteller nicht mehr dabei waren. Aber auch "American Pie 3" konnte voll und ganz überzeugen und so wurde die Reihe endgültig zum Aushängeschild des ganzen Teenie-Genres. Leider handelt es sich bei "American Pie 3" um den letzten wirklich guten Teil der gesamten Reihe, weil von da an nur noch billige Ableger der Reihe ins Kino kamen, bzw. nur noch DVD-Premieren feiern konnten. Meiner Meinung nach handelt es sich sogar um den Höhepunkt der Reihe und um den stärksten Frontalangriff auf die Lachmuskeln des Zuschauers.

Während der erste Teil der Reihe noch Tiefgang hatte und sehr verständnisvoll die Welt der Jugendlichen beleuchtete, ist dieser wesentlich lustiger und liefert Gags am Fließband, statt sich um eine gelungene Story zu kümmern (Genau genommen häuft man lediglich Genre-Klischees an und variiert diese im Ansatz), aber warum sollte man dem Film daraus einen Strick drehen, wenn das System so vortrefflich funktioniert. Der Humor ist mal wieder sehr fäkalhaltig und wer eher über stilvolleren Wortwitz, wie beispielsweise von Woody Allen lachen kann, der wird mit "American Pie 3" sehr schlecht bedient sein. Mit diesem Ekel-Humor, billiger Erotik, klischeehäufendem Slapstick und üblichen Teenie-Klamauk unterhält der Film bestens und liefert Lacher im Minutentakt, zumal er es mit den Geschmacklosigkeiten noch weiter treibt als die meisten anderen Filme des Genres. Die Geschmacklosigkeiten sind dennoch lustig und kommen gut an, da die guten Darsteller das ganze sehr liebenswert und charmant servieren und somit funktioniert der ganze Film. Die Filmmusik ist wie bei den meisten Filmen des Genres gut gewählt und betont die jeweilige Gefühlslage sehr gut. Außerdem schafft es Regisseur Jesse Dylan das Erzähltempo so hoch zu halten, dass der Film keinen einzigen Leerlauf produziert. Darüber hinaus kann Dylan eine wohlige Atmosphäre aufbauen und halten und liefert damit eine der besten, wenn nicht die beste, Teenie-Komödie seit der Jahrtausendwende.

Jason Biggs meistert seine Paraderolle des James "Jim" Levenstein mal wieder äußerst Souverän und ist mittlerweile mit der Rolle des sympathischen Versagers so verwachsen, dass er wohl nie wieder andere Rollen mit Erfolg spielen wird. Alyson Hannigan, Thomas Ian Nicholas und Eddie Kaye Thomas können ebenfalls überzeugen, aber Sean William Scott stiehlt ihnen allen die Show und das nicht nur, da er schon dem Drehbuch nach eine wesentlich wichtigere Rolle als in den ersten beiden Teilen bekommt. Nach den ersten beiden Teilen und ähnlichen Rollen in "Ey Mann, wo is` mein Auto" und anderen Teenie-Filmen ist auch er mit dem Charakter des arroganten und dennoch sympathischen Teenagers verwachsen und liefert in seiner Paraderolle eine rundum überzeugende Darstellung ab und kann die meisten Gags des Films auf sein Konto verbuchen.

Fazit:
Ja, der Humor ist überaus fäkalhaltig und ja, die Story ist frei nach dem Klischee und die Charakterkonstruktion wird dem ersten Teil nicht einmal im Ansatz gerecht, aber wo ist bitte das Problem? Der starke und liebenswerte Cast präsentiert die Gags amüsant und charmant und da Regisseur Jesse Dylan nicht gerade mit Gags geizt ist "American Pie 3" absolut unterhaltsam und von Anfang bis Ende zum Schießen komisch und damit neben dem ersten Teil und "Verrückt nach Mary" einer der wenigen Juwelen des Teenie-Genres.

80%


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