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American Pie - Jetzt wird geheiratet (2003)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 15.07.2004, seitdem 443 Mal gelesen



Zum dritten Mal wird der Apfelkuchen aufgewärmt, zum dritten Mal schmeckt er - wenn auch etwas anders als sonst. Wie der deutsche Subtitle schon sagt, wird nämlich geheiratet, genauer gesagt wollen sich Jim und Michelle nach Jahren trauter Zweisamkeit endlich das Jawort geben. Vom wilden Partyleben auf der High-School bleibt in diesem dritten Teil wenig übrig, stattdessen läuft alles auf die chaotischen Vorbereitungen der Hochzeit hinaus, was man gut als Nummernrevue für meist unter der Gürtellinie angesiedelte Gags zu nutzen versteht.

Genau genommen besteht der Film ausschließlich aus einer Aneinanderreihung absurder Situationen, in die unsere Jungs hineingeraten. Manchmal wirkt das arg um Lacher bemüht, größtenteils kann man sich aber beruhigt so auf die Schenkel klopfen wie in den Vorgängern. Die herausragende Sequenz schlechthin, mit der man später auch den Film identifizieren wird, ist der Junggesellenabend, der, als Überraschung für Jim gedacht, in einem kompletten Desaster endet, bei dem zu allen Überfluss auch noch die zukünftigen Schwiegereltern unfreiwillige Teilnehmer sind. Spätestens von da an ist klar, dass “American Wedding” völlig ungeniert die totale Breitseite an Fäkalwitzen auspackt, was leider im späteren Verlauf eindeutig zu weit geht (Hundekotpraline, Oma in der Wäschekammer). Nachdenklichere Töne finden sich in diesem dritten Teil nicht mehr so oft und wenn, dann wird selbst daraus noch ein Gag herausgeholt, wofür meistens Jims Vater aufgrund seiner ernst gemeinten, aber total peinlichen Vieraugengespräche sorgt.

Fans der ersten beiden Teile werden leider auf einige lieb gewonnene Charaktere verzichten müssen. So ist Chris Klein alias Oz, der normalerweise für die nachdenklichen Töne verantwortlich war, nicht mehr mit in der Clique, ebenso fehlen Tara Reid und Shannon Elizabeth. Der Part von Thomas Ian Nicholas wurde auf ein Minimum und unerträgliche Phasendreschereien reduziert.
Die größte Charakterwandlung machte Stifler durch, der zunächst als hassenswertes Ego-Schwein alles kaputtmacht und jeden beleidigt (warum eigentlich?), nur damit er zum Schluss alles wieder gut machen kann. Leider kommt die Figur völlig überzeichnet rüber und hat einen viel zu großen Part inne, wo doch eigentlich die Hochzeit das Hauptthema sein sollte.

Trotz aller Geschmacklosigkeiten ist auch der dritte Teil eine der gelungeneren Teeniekomödien der letzten Jahre, welche in geselliger Runde natürlich am besten aufgehoben ist. Für den Klassikerstatus der Vorgänger fehlt einfach das richtige Timing für gute Gags, sowie die Ausgeglichenheit zwischen Gross-Out-Humor und ernsteren Szenen, die dem Zuschauer ein Identifikationsfeld ermöglichen. Ansonsten ein größtenteils sehr lustiger Film für zwischendurch.


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