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Vampyr (1932)

Eine Kritik von
eingetragen am 05.01.2005, seitdem 1299 Mal gelesen



Manche Filme lassen sich schwer einordnen, welchem Genre sie angehören. So auch bei diesem hier. Okay, es spielt nun mal eine ältere Vampirin mit. Deshalb stülpt man dem Film eben das Mäntelchen des Horrorfilms um. Es fehlen aber sonst die üblichen Merkmale, die einen herkömmlichen Horrorfilm ausmachen: Er bietet weder Schocks noch Grusel oder auch nur physische Gewalt; er überlässt weit mehr der Vorstellungskraft des Zuschauers als jeder andere Horrorfilm. Im Vergleich zu gotischen Horrorfilmen der frühen Tonfilmzeit wirkt nun dieser hier ausgesprochen ruhig und langsam.
Deshalb wurde er auch in Amerika von den damaligen verständnislosen Kulturbanausen drastisch gekürzt, umgearbeitet, mit einer grauenhaften Erzählstimme versehen und in 'Castle of Doom' umbenannt. Ein 'amerikanisches' Schicksal, das auch bis in die heutige Zeit vielen europäischen Filmen zuteil wurde.

Im Film fasziniert die Gratwanderung zwischen Traum und Wirklichkeit. Nur wenige der dargestellten Ereignisse werden je erklärt.

Am faszinierendsten folgende Sequenz:
Ein Polizist sitzt auf einer Bank, und nach einiger Zeit erhebt sich allein sein Schatten und geht davon. Wenig später kommt er wieder zurück und passt sich seinem Eigentümer wieder an. Sowas ist mit rationellen Mitteln nicht erklärbar. Vielleicht ist eben das der Grund, warum einem diese Szene so im Gedächtnis haften bleibt.

Das Unwirkliche wurde von Kameramann Maté in diffuses Licht getaucht. Man hat nur bei Morgengrauen und bei Abenddämmerung gedreht. Das versetzt auch den Zuschauer in einen Trance-Zustand, der einem bis zum Ende des Films nicht mehr loslässt. Eine Atmosphäre der Unsicherheit und des Unbehagens erfüllt also den ganzen Film. Dies gelingt dem Kameramann auch durch den bewussten Einsatz von „diffusem“ Licht. Das sind Lichtschleier, die sich durch den ganzen Film ziehen. Das eigentümlich weiche Licht der Bilder entsteht, wenn das Filmmaterial vorab belichtet wird und dadurch kontrastschwächer erscheint.
Die literarische Vorlage stammt von Sheridan Le Fanus. Sein Roman „Camilla“ ist die erste Vampirgeschichte in dem ein weiblicher Vampir die Hauptrolle spielt.
Leider ist diese Perle des frühen Horrorfilms in Vergessenheit geraten. Wer mal die Gelegenheit hat, sich diesen Film anzusehen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Bewertung: 10 von 10


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