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Under Control (1999)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 01.04.2006, seitdem 555 Mal gelesen



Ich möchte mich als riesigen Fan von "Gorgeous" äußern. Zwar ist es schon wichtig, dass man ihn ungekürzt (mehr als 20 Minuten länger!) sieht (und nur weil ich jetzt nach einer Pro7-Ausstrahlung ein Review schreibe, heißt das nicht, dass ich es nicht getan habe ^^), aber er ist auch so ein toller Film, der gute Laune erzeugt. Ich finde es ein wenig seltsam, dass so gut wie jeder folgendes nicht erwähnt: Dieser Film ist eine Traumwelt. Eine kindische, absichtlich realitätsverharmlosende bzw. -verschönende (im positiven Sinne gemeint), unendlich sympathische Kampfsportliebeskomödie.

Der Anfang wirkt wie eine typische Liebeskomödie, die sogar von Hollywood sein könnte. Auch muss ich zugeben von den ganzen kindischen Gags ein wenig genervt gewesen zu sein. Nun ja... dann geht's aber von Taiwan nach Hongkong. Hier lernen wir den reichen Geschäftsmann C.N. (Jackie Chan, der in diesem Film mindestens so smart wie David Duchovny und Richard Gere ist) kennen. Von da an ist dieser Film Unterhaltung auf waschechtem Jackie Chan Niveau (wenngleich zum Großteil mit einer Liebesgeschichte), wenn man allerdings von wenigen zu albernen Szenen (u.a. mit Tony Leung als Schwuchtel) absieht. Andererseits frage ich mich, ob diese Szenen nicht notwendig waren, damit der Film einen so unwahrscheinlich sympathischen Eindruck hinterlassen konnte.

Die Liebesgeschichte und die Darsteller überzeugen zu jeder Sekunde. Obwohl ich Bollywood mag, gefällt mir "Gorgeous" da noch um einiges besser, ohne Filme mit Shah Rukh Kan direkt mit diesem vergleichen zu wollen.

Der Höhepunkt des Filmes ist aber ganz klar der Endkampf Jackie Chan Vs Bradley James Allan, der fast 10 Minuten dauert (!). Ich finde es interessant, dass wenn es um den besten Zweikampf der Filmgeschichte geht man gar nicht oft genug "Bruce Lee Vs. Chuck Norris" hören kann, während sich dieser von "Under Control", der Liebeskomödie, verkriechen muss. Was für ein Kampf. Die Bewegungen beider Kämpfer wirken so geschmeidig, Kamera und Schnitt sind natürlich grandios und einfallsreicher könnte er ebenfalls kaum sein. Auch gehen beide Darsteller ständig an ihre akrobatischen Grenzen. Die Choreographie und das Tempo sind halt Jackie Chan - ich muss aber leider sagen, dass er so ein Kampf-Niveau vermutlich nie wieder erreichen wird (auch wenn es mich schmerzt). Dieser Kampf gehört meiner Meinung nach zu den besten 10 aller Zeiten - da können selbst Endkämpfe von Filmen wie "Kiss of the Dragon" und "Drive" einpacken. Jackie Chan selbst schaffte dieses Niveau in nur ganz wenigen anderen Filmen wie "Drunken Master II", "Who am I?", "Der Powerman" oder "Thunderbolt".

Obwohl also so viele alberne, kindische Szenen enthalten sind kann ich einfach nicht anders als die Note 10 zu geben. Das herrlich sympathische Feeling, diese Traumwelt, in der es nichts schlechtes gibt und dann natürlich zwei Zweikämpfe, die eigentlich Kampfsportfilmgeschichte sein müssten - müssten. Und außerdem ein Bonus weil es ganz einfach ein unverwechselbarer Jackie Chan Film ist und weil er so ein herrlich energiegeladener Schauspieler, mit viel Ausstrahlung und Charisma ist. Von all den Chan-Streifen, von "Die Schlange im Schatten des Adlers" bis zu "In 80 Tagen um die Welt", ist mir keiner so sympathisch wie "Gorgeous" (wobei ich nicht nur solche Filme sehen will und Gorgeous nicht unbedingt sein bester ist).

Die negativen Kritiker sollten den Anstand haben zu sagen, dass es nicht ihr Geschmack war. Hat denn wirklich so gut wie keiner gemerkt, das dieser Film zu 100% das ist, was er sein will??? Folgende Dinge liest man zum Beispiel immer wieder:

-dass die Liebesgeschichte nicht überzeugt
-dass die (Zwei)Kämpfe schlecht sind
-dass Jackie Chan schauspielerisch nicht überzeugt
-dass dies ein lächerlicher Imagewechselversuch von Jackie wäre

also ehrlich Leute... ich erwarte ja von keinem, dass er ebenfalls die höchste Punktezahl hergibt. Aber nur wenn einem die Liebesgeschichte zu albern war, kann sie doch nicht schlecht machen. Jackie Chan spielt wie immer souverän. Zu den Zweikämpfen habe ich bereits oben meine Meinung zum besten gegeben. Dieser Film war kein Imagewechselversuch (wobei die Uncut-Fassung eine von Jackies besten schauspielerischen Leistungen zeigt), sondern lediglich ein Jackie Chan Film der etwas anderen Art - Ich will gar nicht wissen, wieso so viele dies aus Prinzip ablehnen.

Es tut zwar vielleicht nichts zur Sache, aber Anfang der 80er Jahre verbreitete eine japanische Zeitung, dass Chan geheiratet habe. Daraufhin machten zwei weibliche Fans Selbstmordversuche, und eine schaffte es leider. Als Jackie 1983 tatsächlich heiratete, hielt er die Ehe deswegen fast ein Jahrzehnt lang geheim. Mir als Mann kann es eigentlich eh egal sein ob er bei den Frauen beliebt ist oder nicht, aber so viel zum Thema Jackie macht sich mit Liebeskomödien nur lächerlich.

Ach ja, noch was: "Gorgeous" gehört zu Jackie Chans Lieblingsfilmen. Das heißt zwar nicht, dass man den Film mögen muss, aber wer den Film mit einer so genannten objektiven Meinung schlecht macht, sollte das vorher bedenken (wobei die gekürzte Fassung zugegebenermaßen die zum Teil wichtigsten Szenen weglässt), und nicht so oberflächlich herummeckern.

Egal ob eher positive oder eher negative Kritiken - Bei so gut wie keiner habe ich das Gefühl, dass der Autor den Text gleich nach dem Ansehen geschrieben hat. Ich kann natürlich keinen zwingen sich auf diesen Film einzulassen, der tatsächlich ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, aber eigentlich nicht aus den Gründen, aus denen er immer kritisiert wird, sondern vielmehr einfach, dass er stellenweise sehr kindisch und albern ist.

Fazit: Obwohl "Under Control" ungekürzt definitiv am besten ist (ordentliche Liebesgeschichte, Jackie Chan als ernstzunehmender Schauspieler), finde ich auch die Cut-Fassung sehr unterhaltsam, auch wenn der Schwerpunkt vielleicht nicht mehr die Liebesgeschichte ist. Für mich ist dies ein wunderbarer, sympathischer Film, bei dem ich zwei Stunden lang vergessen kann, dass es Menschen gibt, die ihr Selbstwertgefühl verloren haben und daher versuchen es anderen wegzunehmen.
Übrigens kauft man es Jackie zu jeder Sekunde ab, dass er sich diszipliniert und mit viel Verstand den Weg zum reichen Geschäftsmann hochgearbeitet hat - schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er für viele nur ein einfacher Kung Fu Clown ist.


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