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Wooden Man (1976)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 07.05.2016, seitdem 173 Mal gelesen




Inhalt:

China, vor wohl weit über 100 Jahren. Noch als Jugendlicher wurde ein junger Mann (Jackie Chan) in das Kloster der Shaolin aufgenommen.
Sein Vater Su Ling wurde einst von einem maskierten Verbrecher vor seinen Augen brutal getötet. Eine kleine goldene Puppe, sie ist alles was ihm blieb, sie ist sein Talisman, und der junge Mann schwört, nie mehr ein Wort zu sagen, bis er den Mörder seines Vaters zur Strecke gebracht hat.

Im Kloster nennt man ihn nur den "Stummen", und er arbeitet jeden Tag hart, schleppt Wasser-Bottiche oder hackt Holz, um eines Tages im Kloster der Shaolin die Kunst des KungFu zu erlernen. Die Regeln im Kloster sind streng, und der "Stumme" hat es nicht einfach in der Hierarchie der Tempel-Schüler.
Als er 2 von ihnen in den Kerker des Klosters folgt, entdeckt er einen angeketteten Mann, Fan Ching (Kam Kong). 

Der Stumme bringt Fan zu Essen und zu Trinken, beide freunden sich etwas an, Fan gewinnt das Vertrauen des Stummen, und bringt ihm schließlich die offensive KungFu-Technik des "Brüllenden Löwen" bei.
Von einer Nonne (Chang Ping-Yu), die Gast im Kloster ist, erlernt der Stumme zudem die defensiv ausgerichtete KungFu-Technik der "Gleitenden Schlangen". So erlernt der Stumme denn KungFu, ist gelehrig, ehrgeizig und talentiert.

So kann er denn sogar die letzte Prüfung auf dem Weg ein Meister des Shaolin-KungFu zu werden, bestehen: Der Kampf gegen die mechanisch bewegten "Hölzernen Männer" auf deren gefährlichen Pfad in den Kloster-Mauern. Der Stumme darf sich den "Shaolin-Drachen" auf die Unterarme brennen!

Der Stumme verlässt das Kloster, und da draußen, macht die Bande der "Grünen Tiger" um deren Unterbosse (Liu Ping, Li Min-Lang) mächtig Ärger. Sie entführen die Tochter des Wirtshausbesitzers (Gam Yam), die schöne Mei-Mei (Doris Lung Chun-Erh).
Der Stumme will helfen, doch zeigt ihm ein Meister (Miao Tien) des KungFu seine Grenzen auf. Derweil konnte sich Fa Ching aus dem Kloster befreien. Fa Ching ist das Oberhaupt der "Grünen Tiger", ein Verbrecher und zudem der Mörder von Su Ling! Und Fa will sich nun an den Meistern, die ihn besiegten, und am Kloster das ihn verstieß und dann gefangen hielt, rächen.

Ein blinder Shaolin-Priester (Lee Siu-Chung), einst Abt des Klosters, soll dem Stummen die effektivsten, tödlichsten Techniken des KungFu beibringen. Doch überlässt er dem Stummen das Manual, das Handbuch "Wie besiege ich den Teufel", mit den entsprechenden Techniken. Die Mönche übernehmen nunmehr ein mörderisches Training mit dem Stummen..., der seine Kampftechnik nahezu perfektioniert.

Alles für einen letzten Show-Down, für einen Kampf mit Fa Ching und dessen Schergen auf Leben oder Tod...........


Fazit:

Im Jahre 1976 drehte Regisseur Lo Wei für die eigene Produktions-Gesellschaft "Lo Wei Motion Picture Co.", diesen routiniert-puristischen, eine klassische Story abhandelnden und sauber abgedrehten Eastern mit dem späteren KungFu-MegaStar Jackie Chan in der Hauptrolle. Vor den großen Erfolgen Chan´s und dessen Aufstieg zum Superstardom im Genre, drehte er für seinen Entdecker Lo Wei einen Eastern nach dem anderen, drohte verheizt zu werden, aber es waren nicht alle Filme schlecht in dieser Zeit.
Das gilt beispielsweise für "Shaolin wooden men" ("Wooden Man").

Die für einen Eastern so typische Rache-Story "Vater getötet-Ausbildung in KungFu-Rache" wird hier mit viel Routine, fast schnörkellos, durchaus spannend und mit kernigen KungFu-Fights von Lo Wei in Szene gesetzt. Ein reiner, ohne Umstände inszenierter KungFu-Actioner ohne viel Federlesen, noch ohne jede Chan-Slapstick, dafür mit klarer Linie und klassischem KungFu.
Alles läuft zielgerichtet auf einen Show-Down zu, nur wenige Twists und Schlenker vermag Lo Wei hier zu setzen. Die Story bleibt flüssig in ihrem Ablauf. Der Twist ist eigentlich nur der, dass der stumme Held schließlich gegen seinen eigenen Meister antreten muss, was im Helden auch Gewissensbisse auslöst, aber es bleibt letztendlich oberflächlich. Und mit immer wieder eingestreuten, kurzen Rückblenden werden die Ursachen für die Abläufe relativ geschickt von Lo Wei erläutert, die Handlung immer wieder mal sehr kurz auf andere Ebenen gebracht, ohne diese zu verwässern.
"Shaolin wooden men" bleibt ein Routine-Produkt, aber ein korrekt und sauber abgearbeitetes, den Eastern- und KungFu-Action-Anhänger letztendlich zufriedenstellend.

So gibt es denn nicht viel zu sagen, die Darsteller agieren allesamt solide, und die KungFu-Action rockt, ist kernig und die Intensität nimmt im Verlaufe des Streifens zu. Solide Kost, nicht viel neues von der KungFu-Front, aber wie sollte Lo Wei auch das Rad hier neu erfinden? Mir gefielen die ersten Minuten des Films, wo Chan gegen die Shaolin-Meister diverser Techniken kämpft, in düsteren Bildern gehalten und marginalem Ton. Auch der Pfad der titelgebenden "Hölzernen Männer" hat diesen leicht düsteren Anstrich.
Für die Choreographie war Jackie Chan denn selbst verantwortlich, und sie sind noch ohne die Chan´sche Slapstick, doch Chan will Dynamik und Drive, damals wie später, und das tut der routinierten KungFu-Action natürlich ganz gut. Chan ist ein ausgebildeter Stuntman und KungFu-Fighter, voller Körperbeherrschung und Agilität. Und auf die Ausbildung des Helden wird hier explizit eingegangen und Wert gelegt.

Die Ausbildung des von Chan dargestellten Helden ist gegabelt, ein angeketteter Häftling ist für die offensiven Techniken zuständig, eine aus dem Nichts erscheinende Nonne für die sanften, defensiven Techniken. Chan vermischt dies..., und die erste Stunde des Films spielt fast ausschließlich im Kloster. Holzhacken und Wassertröge schleppen, der übliche subtile Aufbau einer Ausbildung, für den Schüler, dessen Motiv natürlich Rache ist.., dann forcieren sich die Dinge langsam
Die restlichen 40 Minuten dann spielen "draußen", und bilden denn die Chance, das Erlernte umzusetzen, und die Rache schließlich anzugehen und zu vollenden.

Jackie Chan..., hier in einer fast stummen Rolle, erst kurz vor dem Show-Down spricht die von ihm verkörperte Figur. So ist er denn auf seine Mimik angewiesen, er macht das bemüht, so gut es geht. Man will ihn als Eastern-Fan ja auch eher physisch erleben, und da hat er genügend Qualität.
Kam Kong ist der Villain, erst angekettet, langhaarig, bärtig und lumpig. Draußen dann der skrupellose Bösewicht, hemmungslos mordend, auch er von Rache getrieben. Kam Kong löst seine Aufgabe routiniert. 
Chiang Kam ist als pummeliger Kellner zu erleben. Liu Ping und Li Min-Lang sind die Handlanger des Bösewichts, und vor allem im Finale actiontechnisch gefragt.

Miao Tien kann Chan überraschend die Stirn bieten, nachdem dieser ja immerhin zum Shaolin-Meister wurde. So versteht auch er was von KungFu, und agiert überzeugend und ernsthaft.
Die weibliche Rolle hat die hübsche Doris Lung Chun-Erh, sie ist auf dem Zenit ihrer Attraktivität, und hat sogar eine ganz ansprechende KungFu-Szene. Ihre Rolle ist aber ohne großen Gehalt.

Ausbildung des Helden -mit Liegestützen der besonderen Art- und KungFu-Action stehen schließlich im Mittelpunkt, und sind dynamisch und mit klassischen Techniken umgesetzt.

Viel gibt es nicht zu sagen. "Shaolin wooden men" ist fast schon ein Highlight in der Kooperation Lo Wei/Jackie Chan, bei der ja nun bei Leibe nicht alles Gold war, was glänzte. Gerade in der schlicht-geradlinigen Umsetzung einer routiniert-klassischen Story und viel Ausbildung/reinem KungFu, lag vielleicht das Erfolgsrezept dieses Films des Regisseurs und seines Darstellers.

Solide 7/10 Punkte stehen zu Buche. 


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