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John Waters' Cecil B. (2000)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 27.03.2005, seitdem 930 Mal gelesen



Stephen Dorff, der mir seit SO FUCKING WHAT sehr an's Herz gewachsen ist, hier nach eben genanntem Meisterwerk des Independent-Kinos in seiner bereits zweiten Medien- und Showbiz-Satire.

Hier verkörpert er gewoht umwerfend den leicht fanatischen Untergrund-Filmemacher Cecil B. Demented (... eine Art Che Guevara des Independent-Kinos), der dem Mainstream den Krieg erklÀrt hat.
Zusammen mit seiner Crew bestehend aus lauter Wahnsinnigen, Lesben und perversen Satanistinnen entfĂŒhrt er eine angesagte, hochnĂ€sige Hollywood-Diva (Melanie Griffith) und zwingt sie in seiner monumentalen Low-Budget-Produktion mitzuarbeiten, die sich den Untergang des Mainstreams zum Thema gemacht hat.
Was die verdutzte Schauspielerin aber erst mit der Zeit rauskriegt: der Film soll hyperauthentisch sein, weshalb echte ÜberfĂ€lle mit echten BallermĂ€nnern auf echte Kinos und Big-Budget-Produktionen durchgefĂŒhrt werden.
Bald wird die Crew im ganzen Land als Terrororganisation geÀchtet.
Der finale Kampf zwischen Glammer und Trash kann beginnen...

John Waters, der sich mit Perverso-Trash-Bomben wie PINK FLAMINGOS und Medien-Satiren wie SERIAL MOM einen Namen gemacht hat, stellt einmal mehr sein Geschick unter Beweis die Traumfabrik Hollywood auf die Schippe zu nehmen.
"Forrest Gump 2", der Director's Cut von "Patch Adams" ... Waters lÀsst keine Gelegenheit aus den Mainstream und dessen AnhÀnger durch den Kakao zu ziehen und ihn als strunzdÀmliche Konsumenten-Falle anzuprangern.
Da bleibt kein Auge trocken. Nie zuvor hat der Humor in einem Waters-Film derartig gezĂŒndet. Besonders wenn man, wie ich, selbst eine gewisse Abneigung gegenĂŒber ĂŒberzĂŒchtete Blockbuster-Massenware aus Amiland hat, wird man an CECIL B. gewiss mĂ€chtig viel Spaß haben.

Die Darsteller, allen voran natĂŒrlich Stephen Dorff, ĂŒberzeugen auf ganzer Linie. Selbst Melanie Griffith die fĂŒr mich in cineastischer Hinsicht schon lĂ€ngst gestorben und begraben war, liefert hier einen einfach umwerfenden Part ab und stellt, wie jeder Mitwirkende, Sinn fĂŒr Humor und Mut zur Selbstironie unter Beweis.

Und genau diese beiden Attribute sind auch fĂŒr den Zuschauer unumgĂ€ngliche Grundvoraussetzung, da CECIL B. ganz Waters-like natĂŒrlich wieder nicht mit perversen und anstĂ¶ĂŸlichen EinfĂ€llen geizt.
Der Angriff der Wichser (... wortwörtlich zu verstehen), brennende Rollstuhlfahrer und die Auswirkungen von Sex-Verbot am Set sind nur einige herausragende SehenswĂŒrdigkeiten, die uns Herr Waters neben einer Menge Gewalt und Dirty Talk hier prĂ€sentiert.

Mein Fazit daher:
Eine Hymne des Independent-Kinos. Ein Hetzfilm gegen den Mainstream.
Einfach genial!

DEMENTED 4 EVER!!!!


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