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Wild Zero (2000)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 12.05.2006, seitdem 431 Mal gelesen



Tja, was ist „Wild Zero“ bloß?
Etwas „Night of the living Dead“ + Zombies a la „Dawn of the Dead“ + eine japanische Rockband + Frisurenfetisch + einen Clubbesitzer in stets gemächtbetonten Hosen und mit Pilzkopf + unklares Geschlecht + Zombiekissing + wahre Liebe + Aliens + viele Waffen – Logik und jedweden Sinn. So in etwas könnte es wohl aussehen. Aber komplett ist das auch nicht. Jedenfalls hat „Wild Zero“ so ziemlich alles was man von einem japanischen Film, auf den das Adjektiv skurril gern angewendet wird, so erwartet.
Die Geschichte ist dabei völlig hanebüchend und keinen Gedanken wert. Die Mühe irgendeine Erklärung für das ganze zu bringen macht man sich auch gar nicht erst. Dafür ist der Film ja auch nicht da. Neben der Aufgabe eine stetige Bühne für obercoole „Guitar Wolf“ - Auftritte zu liefern kümmert sich der Film hauptsächlich darum eine schräge Zombiehommage abzuliefern. Heißt eine Hand voll zusammengewürfelter Menschlein muss sich entweder durch Massen von Zombies kämpfen oder sich irgendwo vor ihnen verbarrikadieren. Natürlich mit der dazugehörigen Einleitungsphase, in der die Protagonisten die bedrohlichen Geschehnisse noch nicht so recht wahrnehmen und die der Einführung der Charaktere dienen soll. Leider funktioniert das alles aber bei „Wild Zero“ dann nicht wirklich so recht. Da wäre einerseits natürlich die Band, die in jeder Szene entweder megacool oder selbstparodistisch rüberkommt, wobei man schon das Gefühl hat das sich in diesen Szenen alles andere diesem Ziel unterzuordnen hat. Nun mag diese leicht latente Verehrungsmentalität, die den gesamten Film durchzieht, bei Fans voll einschlagen, mich nervt sie hingegen dann doch eher etwas, besonders da der, vom Bandleader verkündete, moralistische Kernpunkt des Films („Liebe kennt keine Grenzen“) irgendwie aus dessen Mund etwas unglaubwürdig klingt.
Aber auch abseits von Guitar Wolf hat der Film mit einigen Schwächen zu kämpfen. So bemüht sich Regisseur Tetsuro Takeuchi zwar redlich den Film für den Zuschauer optisch interessant zu halten, platziert z.B. hier eine Zeitlupe oder da eine Fast Forward Sequenz, vermag es aber dennoch nicht mich einmal wirklich mitzureißen. Zu platt ist das alles irgendwie und andererseits aber auch nicht wirklich so „trash“-lustig, das es einen darüber hinwegtrösten könnte. Die Effekte sind billig, ja. Aber leider billiges CGI und nicht billig handmade, und irgendwie hat ersteres einfach nicht diesen Charme wie zweiteres, der so manchem Trashfilm zum Erfolg verhalf. Gerade die Splattereffekte sind in ihrem offensichtlichen Dilettantismus leider auch keineswegs unfreiwillig komisch. Da können die „Blitze“ im Endkampf mit dem Clubbesitzer schon weit aus mehr reißen, was aber nicht genügt um den Film noch zu retten.
Ebenfalls weitestgehend unzündend versanden die meisten humoristischen Versuche des Films. Zwar sorgt der Clubbesitzer bei seinem ersten Auftritt schon für ein dickes Schmunzeln, aber Ace Reaktion auf Tobios Enthüllung ringt mir keinen müden Grinser ab. Trotz nett eingeschnittener schematischer Darstellung. Andere Szenen wie die Pop-Idol-Verarsche lassen zwar lustige Grundtendenzen erkennen, können diese aber nicht erfolgreich umsetzten.
Bleibt noch der Rockspirit des Films, tja, der catcht mich auch überhaupt nicht. Wenn ich dagegen an „Iden & Tity“ denk, dass ist richtige Rock-Stimmung.
Na ja, aber Rock hat bekanntlich viele Gesichter und „Wild Zero“ doch zumindest ein paar gute Momente, auch wenn sie über die gesamte Länge gesehen doch eher rar sind. Fans wird der Film dennoch unter Garantie finden, allein weil er so anders ist und es auch wirklich nicht schaden kann ihn mal gesehen zu haben. Ein zweites mal muss aber wirklich nicht sein.


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