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Wild Zero (2000)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 18.01.2004, seitdem 1142 Mal gelesen



Es gibt Filme, die man gerne richtig mögen würde. Japans "Wild Zero" muss man anhand des extrem hohen Trash-Faktors einfach wenigstens ein bisschen mögen. Aber dennoch, beim genauen Hinsehen fällt doch schon oft auf, wie schwach die Regie von Tetsuro Takeuchi in diesem Falle doch ist. Aber erst einmal die Bestandsaufnahme: Was haben wir in "Wild Zero"?

Punkt 1. Rock 'N' Roll! Im Mittelpunkt steht die punkrockige Garagenband Guitar Wolf, die sich sinnigerweise selbst spielt. Klassisch besetzt an Gitarre, Bass und Schlagzeug nennen sich die drei Bandmitglieder einfallsreich Guitar Wolf, Bass Wolf und Drum Wolf. Und da soll noch einer sagen, Rock 'N' Roll wäre tot. Die Band, die wie eine asiatische Version der Ramones daherkommt, hangelt sich von Gig zu Gig; Guitar Wolf auf einem aufgemotzten Motorrad, die Rockabilly-Kollegen Drum Wolf und Bass Wolf cruisen in einem Personenkraftwagen hinterher. Wenn die Typen mal nicht Chansons á la "Jet Generation" trällern, dann hantieren sie gerne mit Revolvern, Schwertern und Bazookas herum.

Punkt 2. Ace. Ace ist ein Bewunderer der Musik und des Lifestyles von Guitar Wolf, folgt seiner Lieblingsband zu jedem Auftritt, träumt aber selber von einer Karriere auf der Bühne. Durch eine Art Hundepfeife ist Ace mit seinen Idolen verbunden. Er soll sie benutzen, wenn er in Schwierigkeiten ist. Und in genau die schliddert er herein, als er Guitar Wolf in ein entlegenes Kaff folgt, denn da gibt's Punkt 3.

Punkt 3. Zombies und Aliens. In dem Städtchen, das der nächste Anlaufpunkt für Guitar Wolf werden soll, ist eine Epidemie ausgebrochen, die im besten "Nacht der lebenden Toten"-Stil alle Tote zu Zombies auferstehen lässt. Die Untoten erinnern mit ihrem Make-up und mit ihren eher staksigen, als bedrohlichen Bewegungen erschreckend nostalgisch an die durchaus unfreiwillig komischen Schlumpfzombies aus George Romeros "Dawn of the Dead". Zum Schluss scheinen irgendwelche UFOs für die Untotenseuche verantwortlich zu sein. Aber hey, Rock 'N' Roll besiegt selbst Raumschiffe.

Punkt 4. Tobio und die Liebe. Weder Rock 'N' Roll noch die Liebe kenne irgendwelche Grenzen, sagt Guitar Wolf am Ende von "Wild Zero". Dies muss Ace (vergleiche Punkt 2) erst lernen, denn zunächst findet er die Melitta-Braut niedlich. Nach seiner Liebeserklärung und einem unkommentierten Strip ihrerseits, muss Ace jedoch entdecken, dass Tobio nicht so weiblich ist, wie sie zunächst schien. Ein für die heterosexuelle Liebe zwischen Mann und Frau durchaus irritierendes Organ befindet sich im Schoße Tobios, und somit verwandelt sich Aces Liebe zunächst in Brechreiz. Erst nach einigen weisen Worten Guitar Wolfs, weiß Ace, dass er allerdings besser auf sein Herz hören sollte.

Punkt 6. Die Yakuzas und andere Bösewichter. Gangster gibt's hier auch. Sogar ziemlich fiese Waffenschmuggler. Doch die werden bald Zombiefutter, und nur ihre Handelspartnerin, eine im Bodysuit gänzlich unpassend gekleidete Hardlinerin bleibt übrig. Sie hat zwar in ihrem Versteck ein gewaltiges Arsenal an Schusswaffen, jedoch scheint sie auf soziale Kontakte und Harmonie eher wenig Wert zu legen. Und dann ist da noch der Sandkastenfreund von Guitar Wolf. Ein Clubbesitzer mit Toupet und Hotpants, der zum Ende des Films übermenschliche Kräfte gewinnt.

Punkt 7. Die Typen im Auto. Der eine flippt an einer Tankstelle aus, die anderen beiden sind ein Pärchen. Er sieht aus wie der japanische Steve Buscemi, sie wie die japanische Roseanne. Ein nettes Pärchen, das nur zu überleben versucht, und zwischen die Fronten der oben erwähnten Punkte gerät. Dass beide sterben, macht ihnen wenig aus, denn die Liebe kennt keine Grenzen, selbst unter Zombies nicht.

Betrachtet man Punkt 1 bis 7 als leckere Ingridenzien für einen guten Trashfilm, dann muss man leider sagen, Regisseur Takeuchi hätte lieber noch ein wenig am Rezept feilen müssen. Denn so abgefahren seine Bildsprache ist, so irre das total konfuse Drehbuch ist - man hat immer das Gefühl, dass Takeuchi und seine Crew wäre mit der gleichen One-Liner-Dampfhammer-Attitüde wie Guitar Wolf ans Filmen gegangen. Einmal ein lautes "Anarchie!", dann die Kamera an, und einfach drauf los! Genau so sieht "Wild Zero" aus. Viele Einstellungen sind einfach zu lang, führen ins Nichts und bremsen den Film aus. Es ist schon komisch, wenn ein Film, der aus wilder Rockmusik und dem Zerschmettern von Zombiegehirnen durch Bleipatronen besteht, derart langsam dahinwatet. Von Tempo ist hier leider meist keine Spur.

So nett, und so liebenswert trashig "Wild Zero" auch sein mag, es ist nichts weiter als ein Kuriosum, über das man zufrieden schmunzeln kann. Begeisterung wird dieser Film leider nicht auslösen. Und das ist schade. Denn, wie eingangs erwähnt, würde sicher jeder gerne einen Film wie diesen in sein Herz schließen.


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