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X-Ray - Der erste Mord geschah am Valentinstag (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 2 / 10)
eingetragen am 20.08.2014, seitdem 1067 Mal gelesen



"Kindermund tut Wahrheit kund" und diese Wahrheit kann mitunter schmerzhaft sein. Eine bittere Erkenntnis, die der kleine Harold am Valentinstag erfahren muss. Von seiner Angebeteten unbeachtet und verspottet, bezahlt sein Nebenbuhler die Ablehnung mit seinem jungen Leben - aufgespießt am Kleiderhaken eines Garderobenständers. 21 Jahre ziehen ins Land, und die damals sehnsuchtsvoll angeschmachtete Susan sieht sich mit den Schandtaten ihrer Vergangenheit konfrontiert, als sie bei einer Routine-Untersuchung im Krankenhaus ein wahnsinniger Killer durch die finsteren, menschenleeren Korridore jagt. Die Vorgeschichte aus frühen Kindheitstagen lässt erahnen, dass es, der nunmehr erwachsene, Harold sein muss, der für die Schmach gegen ihn nun blutige Vergeltung übt und Susan mit einer perfiden Intrige an den Rand des Wahnsinns treibt.
Und in der Tat: es ist Harold, der mit Atemschutz und einem weißen OP-Kittel bekleidet, sich durch die Belegschaft metzelt und dabei den Kult um den Slasher-Klassiker "Blutiger Valentinstag" ausschlachtet. Die Frage ist nur: Wer ist Harold? Unzählige falsch gelegte Fährten und gestreute Verdachtsmomente können jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass "X-Ray" weit weniger raffiniert ist, wie er vorgibt zu sein. Und darüber hinaus ist er auch noch so unlogisch und unsinnig, dass man vor lauter unfreiwilliger Komik nur noch lachen und mit dem Kopf schütteln kann.
Boaz Davidson, der kreative Kopf hinter den ersten drei "Eis am Stiel"-Teenagerkomödien, liefert hier eine stümper- und laienhafte Inszenierung ab, wie man sie nur von "Ausnahmetalenten" wie Jess Franco gewöhnt ist. Preisgünstig für Golan/Globus herunter gekurbelt, stellt Davidson eindrucksvoll unter Beweis, dass er infantilen Klamauk, nackte Brüste und triebhafte Pennäler in Szene setzen kann, aber das Slasher-Handwerk kaum beherrscht. Einfallslos werden die gängigen Klischees und Stilmittel des Genre abgearbeitet, mühevoll die üblichen Verdächtigen präsentiert um die Spannung anzuheizen. Über weite Strecken ist "X-Ray" nichts weiter als eine lustlose Nummernrevue vordergründiger Schocks und plakativer Todesszenarien. Der Mörder verrichtet sein Handwerk vielseitig, brutal und blutig - ob mit dem Messer oder Beil, der Spritze oder OP-Säge, oder das Gesicht des Opfers in Säure gedrückt: die Kills erreichen einen angenehmen Härtegrad, ohne aber äußerst explizit ins Detail zu gehen. Hier und da gelingt Davidson vereinzelt ein überraschender Schock- oder Spannungsmoment, das Finale bietet angenehmen Nervenkitzel - insgesamt krankt der Film aber an seiner uninspirierten Vorlage und einer überforderten Inszenierung. Spannung, Dramatik und Atmosphäre scheinen für alle Beteiligten böhmische Dörfer zu sein und mangelndes Talent wird mit blutigen Gorespitzen ausgeglichen. Die Geschichte liest sich vielversprechend - doch die Umsetzung ist für den Zuschauer eine Belastungsprobe: Banale Dialoge, eine äußerlich sehr hübsche, aber unsympathische Hauptdarstellerin, nicht nachvollziehbare Handlungen der Akteure, sowie ein dargestelltes Szenario, dessen skurrile Patienten und Belegschaft mehr an eine Irrenanstalt, als an ein Krankenhaus erinnern... - "-X-Ray" wirkt wie ein verschreibungspflichtiges Schlafmittel mit Risiken und Nebenwirkungen: Langeweile. Ein Film, der sich gerne in die Riege thematisch ähnlicher Klassiker wie "Halloween II" oder "Horror-Hospital" einreihen würde, aber nichts weiter ist als ein Kunstfehler.
Das Bootleg, das für das Review zur Verfügung stand, weist eine minderwertige Bild- und Tonqualität auf durchschnittlichem VHS-Niveau auf, mit teilweise blassen und verwaschenen Farben. Der Film ist ungeschnitten und die einzige DVD-Veröffentlichung, neben einer weiteren nicht lizensierten Auflage von Dr. Dressler, auf dem deutschen Markt.


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