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Punisher, The (1989)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 11.09.2004, seitdem 2880 Mal gelesen



Schon in den Achtzigern wurde versucht Marvel-Comics zu verfilmen. Da die Spezialeffekte noch nicht so weit entwickelt waren, war die Auswahl möglicher Helden eher klein. „The Punisher“ war da wohl die logischste Wahl, denn welche Figur passt besser in die harte, ehrliche, spektakuläre Actionlandschaft dieser Zeit?

Obwohl der Wiedererkennungswert, dank des fehlendes Brustpanzers mit Totenkopfsymbol, eher gering ist, fühlt man sich, dank des explosiven Beginns und diverser Kameraspielereien (Schräge Aufnahmen, Farbfilter, etc) in dieser frühen Comic-Adaption wohl. Ganz der Tradition dieser Zeit folgend erweist sich „The Punisher“ als linearer, harter, gewalttätiger Revengeactioner. Dolph Lundgren („Men of War“, „Silent Trigger“), nach in „Rocky IV“ und „Masters of the Universe“ schon als angehende Konkurrenz zu Arni und Sly gefeiert, durfte mit schwarz gefärbten Haaren die Hauptrolle übernehmen und schlägt sich mit heiserer Stimme und steter Gnadenlosigkeit absolut gekonnt. Sein schauspielerisches Talent war nie das größte, aber hier reichen seine minimalistischen Fähigkeiten aus, um den im Kanalisationssystem lebenden, zynischen Rächer zu verkörpern.

Der Action sieht man ihren Comicursprung durchaus an. Frank Castle geht nicht sonderlich zimperlich mit seinen Gegnern um, tötet Frauen wie Männer und kann stets auf ein umfangreiches Arsenal zurückgreifen. Typisch für diese Zeit war die doch recht explizite Darstellung jeglicher Bestrafungen. Da wird mit dem Schwert filetiert, mit Ninjakugeln geworfen, durchbohrt, erschossen, effektiv gesprengt, Genicke gebrochen und aufgehängt.
Regisseur Mark Goldblatt, der inzwischen Michael Bays Stammcutter ist, versteht es seinen Oneliner klopfenden Anti-Helden spektakulär in Szene zu setzen, um nebenher den Bodycount in ungeahnte Höhen zu treiben. Ich möchte dieses Verfilmung hier nicht großartig mit der Neuverfilmung des Jahres 2004 vergleichen, aber genau diese überzogene Brutalität hat mir in der moderneren Variante gefehlt.

So düster die Sets auch sind und so trostlos die Stimmung des Films auch teilweise ist, er hat ein Manko und das ist die schwache Story. Während der Mord an seiner Familie nur in einem Traumflashback gezeigt wird, muss sich der Punisher in einen Krieg rivalisierender Untergrundbosse einmischen und das ist ehrlich gesagt nicht die attraktivste Idee. Louis Gossett Jr. („Iron Eagle“, „Jaws 3-D“) hat in seinem begleitenden Plot als Cop Jake Berkowitz leider erst zum Schluss etwas mit der eigentlichen Handlung zu tun, obwohl er die Identität des Punishers längst ahnt. Abseits der Action herrscht damit Langeweile vor, denn den Plot ansprechend und spannend zu erzählen vermag Goldblatt leider nie. Gleiches gilt für die Qualität der Dialoge, mit denen die Figuren ab und zu an die Grenze der Lächerlichkeit Preis gegeben werden.

Der Höhepunkt des Films ist dann der ausufernde finale Showdown, in dem die Handlanger dann gleichen reihenweise ins Gras beißen und der Punisher nicht nur gnadenlos, sondern zum Teil auch herrlich fies und unfair die chancenlose Gegnermassen ins Jenseits schickt – begleitet von martialischer, militärischer Musik.

Fazit:
„The Punisher“ ist ein roher, harter Actioner, der in seiner Inszenierung noch ganz in den Achtzigern verwurzelt ist und sich mit 85 Minuten Nettospielzeit nur auf das Nötigste beschränkt. Obwohl die flache Story wirklich nur die übertrieben harten und expliziten Actionszenen verbindet, stellt sich für den Genrefan der Filmspaß ein. Dafür sorgen die exzellent umgesetzten, abwechslungsreichen Konfrontationen, der hohe Bodycount und die trostlose allgegenwärtige Atmosphäre. Eine hohe Portion Naivität, der in dieser Rolle ideal besetzte Dolph Lundgren und das Finale sorgen für den Rest. Wären da nicht die stupiden Dialoge und die in den Nebenrollen schwächelnden Schauspieler wäre hier durchaus noch mehr drin gewesen. Ich ziehe diesen Streifen der Neuverfilmung jedenfalls klar vor.


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