Ansicht eines Reviews

Slayer, The (1982)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 07.02.2013, seitdem 286 Mal gelesen



„Es ist das Haus. Es macht mir Gänsehaut.“

Viele Filme, die auf der ’80er-Slasher-Welle mitreiten wollten, ahmten ihre Vorbilder recht originalgetreu nach bzw. setzen unterschiedliche Subgenre-Versatzstücke neu, leicht variiert, zusammen. Bei anderen wiederum kann man sich nicht sicher sein, ob sie sich nun davon abheben wollten, indem sie versuchten, besonders originell zu sein, oder aber ob sie Unvermögen und Einfallslosigkeit nicht einmal des erfolgreichen Plagiierens ermächtigten. Das Regie- und Drehbuch-Debüt des US-Amerikaners J.S. Cardone („8MM 2 – Hölle aus Samt“) aus dem Jahre 1982, „The Slayer“, ist ein solches Beispiel.

Malerin Kay (Sarah Kendall, „Karate Kid II - Entscheidung in Okinawa“) möchte mit ihrem Ehemann David (Alan McRae, „Nightfall – Stimmen der Angst“), ihrem Bruder Eric (Frederic Flynn, „Shadow Hunter“) und dessen Ehefrau Brooke (Carol Kottenbrook, „Camp der verlorenen Teufel“) ein ruhiges Wochenende verbringen, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen – welcher seit ihrer Kindheit geprägt ist von immer wiederkehrenden Alpträumen um ein grauenvolles Wesen, das sie töten möchte. Doch das Wetter ist alles andere als einladend und so landet man schließlich auf einer abgelegenen Insel. Zu allem Überfluss werden ihre Träume immer intensiver. Sie erkennt sogar Details aus ihren Träumen wieder und ist schließlich überzeugt, dass das Monstrum auf der Insel sein Unwesen treibt, wie es ihre Träume prophezeien – doch man schenkt ihr keinen Glauben...

Der Film beginnt vielversprechend: Eine wunderbare Alptraumsequenz zieht bereits sämtliche Register des Horrorkinos und schürt die Erwartungshaltung. Bei den Protagonisten des Films handelt es sich zwar nicht um die sonst Slasher-typischen Teenies, dennoch wirkt der eigentliche Beginn der Handlung, als würden ein paar Halbstarke das Camp Crystal Lake beziehen. Fortan schreitet der auf Tybee Island, Georgia, gedrehte Film langsam, aber mit den bekannten, die richtige Stimmung erzeugenden Ingredienzien halbwegs atmosphärisch und betont ernst voran, spannungsgeladene Orchestermusik untermalt die Suspense-Szenen. Leider ist das Bild sehr dunkel, aber viel zu sehen bekommt man ohnehin nicht, denn in über einer Stunde geschieht lediglich ein einziger Mord. Statt einen Meuchelmörder, ein fieses Monster in Aktion oder die üblichen Stilelemente derartiger Filme, um den Zuschauer bei der Stange zu halten – z.B. Backwood-artige Kulturschocks oder schlicht nackte Haut – zu bekommen, darf man Dialogen über Kays Träume lauschen und Zeuge werden, wie man sie nicht ernst nimmt sowie den Herren der Schöpfung zusehen, wie sie im strömenden Regen irgendwas irgendwo auf der Insel machen, was ohne viel Belang ist.

Ja, trotz guter und Lust auf den Film machender Voraussetzungen wurde „The Slayer“, dessen Titel in krassem Kontrast zum Inhalt steht, fast schon lächerlich spannungsarm inszeniert, geht Cardone mit seinen Versuchen, eine mysteriöse, unheilschwangere Stimmung zu erzeugen und auf Spielfilmlänge bis zum Ende zu strecken, so ziemlich baden. Zum Schluss bekommt man als Höhepunkt zwar ein tatsächlich sehr ansehnliches, gelungen modelliertes Monstrum zu Gesicht, doch die finale Pointe, die (Achtung, Spoiler!) die vorausgegangen Ereignisse schlicht zu einem weiteren Alptraum Kays erklärt, führt die ganze Handlung ad absurdum und ergibt keinerlei Sinn. Nun stellt sich mir die Frage, ob man schlichtweg nicht wusste, wie man den Film zu einem Ende bringen könnte, ohne sich eine Art Hintergrundgeschichte zur „Slayer“-Kreatur einfallen lassen zu müssen, oder ob man dachte, damit den großen Originalitäts-Coup landen und dem Zuschauer einen gewitzten, unerwarteten Plottwist kredenzen zu können. Was auch immer die Intention war, das Ergebnis ging in die Hose und macht aus einem zu Beginn ambitionierten Slasher mit in Person der gut besetzten Sarah Kendall passablen darstellerischen Leistungen ein reines Durchschnittsprodukt, das einen 80 bis 90 Minuten irgendwie einlullte und im Dunkeln tappen ließ, ohne den Zuschauer wieder aus seiner schläfrigen Stimmung zu reißen bzw. ihn für sein Durchhalten zu belohnen. Die schlechte deutsche Synchronisation besorgt den Rest. „The Slayer“ ist einer dieser Filme, an den man sich schon nach kurzer Zeit so gut wie nicht mehr erinnern und der gerade deshalb in unregelmäßigen Zeitabständen immer mal wieder eingelegt werden wird, nur um erneut zu enttäuschen.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "buxtebrawler" lesen? Oder ein anderes Review zu "Slayer, The (1982)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von buxtebrawler

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

834 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Breakout (2007)
Drowning Ghost - Der Fluch von Hellestad (2004)
Wächter der Nacht (2004)
Einfach unwiderstehlich (1999)
Blade - Die Jagd geht weiter [TV-Serie] (2006)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich