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Tomie: Forbidden Fruit (2002)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 25.02.2008, seitdem 616 Mal gelesen



Mit dem fünften Teil der Tomie-Reihe hat Shun Nakahara einen überraschend guten, angenehm eigenwilligen und stilistisch souveränen Film vorgelegt. Seit dem spröden, merkwürdigen und doch faszinierenden ersten Werk der Serie boten die Tomie-Filme verschiedenen japanischen Regisseuren die Gelegenheit, entgegen konventionellen Erzählmustern ihre morbiden Visionen ins Bild zu setzen, wobei man meistens das geringe Budget zwar merkte, aber aufgrund der skurrilen Einfälle, die die Filmreihe prägen sollten, war dies mehr als zu verschmerzen. Während Takashi Shimizu als hierzulande bekanntester Regisseur eines Tomie-Teils mit seinem recht konventionellen "Rebirth" unerwarteterweise eher enttäuschte, hat Nakahara einen großen Wurf gelandet.

"Forbidden Fruit" ist vielleicht der stärkste Teil der Filmserie geworden, allenfalls der Erstling reicht noch an die visionären Bilder heran, in die Nakahara sein phantastisches Jugenddrama kleidet. Erzählt wird von einem Mädchen namens Tomie, das mit seinem Vater zusammenlebt, ständig Ärger mit einigen Schulkameradinnen hat und eines Tages auf ein Mädchen trifft, das ebenfalls Tomie heißt - und dabei handelt es sich um die Tomie, die aus den vorigen Filmen bekannt ist. Eine "ménage a trois" ergibt sich, die von (angedeuteter) sexueller Gewalt geladen ist und einen tragischen Ausgang verheißt.

Eine starke Farbdramaturgie, das Rot von Tomies Kleidung, das sich gegen die meist blau getönten Hintergründe abhebt, schafft eindrucksvolle Kontraste. Bildkompositionen wie die zwei Tomies auf dem Fahrrad, deren Silhouetten miteinander verschmelzen, heben die Unwirklichkeit des dämonischen Mädchens hervor. Die wunderbar eingefangenen Landschaften, in denen sich die Hauptfiguren näherkommen, sowie die Eisskulpturenfabrik, in der Tomies Vater arbeitet und die den Schauplatz für das Finale abgibt, sind sehr einprägsame Umgebungen für die dezent, aber wirkungsvoll spielenden Akteure. Die in der zweiten Hälfte des Films zu sehenden Spezialeffekte um die körperliche Regenerationsfähigkeit Tomies sind für das geringe Budget erstaunlich gelungen.

Wer grundsätzlich keine japanischen Filme mag, wird auch mit diesem Streifen nicht glücklich werden. An alle anderen jedoch meine wärmste Empfehlung.


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