Ansicht eines Reviews

Amazonen auf dem Mond oder Warum die Amerikaner den Kanal voll haben (1987)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 08.02.2012, seitdem 378 Mal gelesen



„Amazonen auf dem Mond“ ist die Quasi-Fortsetzung der Zucker/Abrahams/Zucker-Produktion „Kentucky Fried Movie“, die 1987, also zehn Jahre später, erschien. Die Produzenten waren diesmal andere, die Regie teilte sich John Landis („Michael Jackson’s Thriller“) mit Joe Dante („Das Tier“, „Gremlins“, „Meine teuflischen Nachbarn“), Carl Gottlieb („Caveman“), Peter Horton („Mississippi – Fluss der Hoffnung“) und Robert K. Weiss, doch das Konzept blieb weitestgehend dasselbe: Ein aneinandergereihtes Sketch-Feuerwerk. Nahm „Kentucky Fried Movie“ noch nahezu gleichberechtigt die TV- und Kinolandschaft aus Korn, beschränkt man sich nun aufs Fernsehen. Dafür gibt es so etwas wie eine Rahmenhandlung: In Art eines „Running Gags“ taucht immer wieder ein Rentner in Unterwäsche auf, der sich aus Versehen ins TV-Programm gezappt hat. Aufhänger des Films ist die 50ies-Science-Fiction-B-Movie-Parodie auf Filme wie „Cat-Women of the Moon“, „Bestie des Grauens“ oder „In den Krallen der Venus“, die hier den passenden Titel „Amazonen auf dem Mond“ verpasst bekam.

Diese alten Heuler wurden offensichtlich sehr genau beobachtet, denn die Parodie trifft den Nagel auf den Kopf. Doch nicht genug, dass man dem TV-Publikum der 1980er diese olle Kamelle vorsetzt, die Ausstrahlung hat zudem mit technischen Problemen zu kämpfen und wird immer wieder durch Werbung unterbrochen, die den Zuschauer zum Umschalten animiert – wobei er auf allerlei weitere Absonderlichkeiten stößt wie die von Henry Silva („Der Teufel führt Regie“) moderierte Mystery-Serie mit dem treffenden Titel „Bullshit or not?“, die „The Invisible Man“-Parodie „Son of Invisible Man“, bei der der Unsichtbare peinlicherweise gar nicht unsichtbar ist oder seelenlose Schwarze, die den Republikanern verfallen oder wie Don Simmons flache Liebesschnulzen für ein anspruchsloses weißes Publikum trällern – und Blues-Legende B.B. King dazu animieren, zur Hilfe für diese bemitleidenswerten Mitmenschen aufzurufen.

Das sind die Höhepunkte, die mir spontan einfallen, wenn ich an „Amazonen auf dem Mond“ denke, der mir sogar noch etwas besser als „Kentucky Fried Movie“ gefällt. Er ist noch kurzweiliger konsumierbar, da kein Sketch bzw. keine Parodie so raumfüllend ausfiel wie die Eastern-Verballhornung im Original, im Gegenteil: Die Szenen des titelgebenden, fiktiven 50ies-B-Movies hätten gern länger ausfallen dürfen. Generell habe ich den Eindruck, dass die wirklich flachen Witzchen seltener geworden sind und häufig makabrem oder bissigem Humor weichen, wie beispielsweise im Falle der Literaturkritikerrunde, die einen ihrer Zuschauer durch einen Verriss seines Lebens ins Grab bringt, die Beerdigung aber zu einer Comedy-Nummer ausartet. Doch auch nackte Haut – nicht nur bei „Son of Invisible Man“ – wird wieder gern gezeigt, z.B. wenn ein Nacktmodell auch den Alltag vorzugsweise ohne Kleidung bestreitet. Für die Besetzung konnte man neben den bereits genannten Silva und King u.a. auf Michelle Pfeiffer („Scarface“) zurückgreifen, Regisseur Peter Horton beteiligt sich ebenso wie Tittenfilm-Ikone Russ Meyer.

Fazit: Leicht gesteigertes Niveau, ebenso kultverdächtig wie sein Vorgänger, so temporeich, dass lange, bevor etwas langatmig werden könnte, bereits „weitergezappt“ wird und so abwechslungsreich, dass es schwer sein dürfte, konsequent an sämtlichen Geschmäckern vorbeizuzielen. Eine quietschvergnügte Mediensatire, sicherlich massenkompatibel, aber frech und respektlos genug, um nicht in die Belanglosigkeit abzurutschen. Auch hier möchte ich gern wieder den Vergleich mit einem guten, alten „Mad“-Heft anbringen.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "buxtebrawler" lesen? Oder ein anderes Review zu "Amazonen auf dem Mond oder Warum die Amerikaner den Kanal voll haben (1987)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von buxtebrawler

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

579 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv
Server SSL Certificate


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Time Sweep (2016)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)
Sendero (2015)
Glen or Glenda (1953)
Female Justice (1996)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich