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Immortal (2004)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 29.11.2005, seitdem 482 Mal gelesen



Inhaltsanriß:

Ort: New York Zeit: Jahr 2096
Dem Gott Horus werden noch sieben Tage Zeit auf Erden gegeben, bis er sterben soll. Er nutzt die Zeit, indem er sich einen menschlichen Wirtskörper sucht und eine (bestimmte) Frau schwängert. Dadurch will er sein Überleben sichern.

Meinung:

Eigentlich dürfte ich den Film nicht mögen.
Erstens: Es ist ein französicher Film. Nur wenige Filme aus Frankreich konnten mich begeistern, meistens die von Luc Besson.
Zweitens: Auch wenn man bei einem Film, insbesondere bei einem SF/Fantasy-Film, nicht alles auf die Goldwaage lege, sollte die Handlung meiner Meinung nach irgendwie nachvollziehbar sein. Gleiches gilt für die Motivation der Hauptcharaktere.

Für den ersten Punkt kann der Film nichts, den zweiten vernachlässigt er offensichtlich absichtlich.
Trotzdem gefällt mir Immortal. Warum?
In erster Linie liegt das an dem völlig anderen Look, den man hier geboten bekommt. Der ist wirklich sehr phantasievoll gemacht. Den Film zeichnet eine ganz eigene optische Ästhetik aus, die sich in vielen kleinen Details zeigt.
Beispiel: Eine Frau balanciert über einen Stahlträger zwischen zwei Hochhäusern. (Das ist nicht etwa eine Actionszene, sie geht da ganz locker zur Musik drüber.) Von einer seitlichen Einstellung sieht man dann eine kleine, blaue Eidechse, die mit jedem Schritt der Frau an der Seite des Balkens ebenfalls ein Stück mit zurücklegt. Völlig ohne Sinn, einfach nur als optischen Akzent gesetzt.
Sowas in der Art kommt häufig vor und das gefällt mir einfach.

Der Stil des Filmes ist extrem inhomogen. Teilweise ist es ein Animationsfilm, dann kommen aber auch "richtige" Schauspieler in normalen Sets vor und sehr oft auch Schauspieler in CGI-Sets.
Die computeranimierten Charaktere sind teilweise sehr gut, teilweise qualitativ schlechter als z.B. in "Final Fantasy", vor allem was die Animationen angeht. Dabei könnte ich mir sogar denken, daß man ihnen eine gewisse Künstlichkeit sogar ansehen soll, um einen schärferen Kontrast zu den menschlichen Schauspielern zu bieten. Denn gerade diese Mischung und die Unterschiede im Look dieser Charaktere geben dem Film noch eine zusätzliche Note. Schließlich basiert der Film auch auf einer Comicreihe.
Auch die restlichen CG-Effekte sind inhomogen: Einerseits gibt es tolle Umgebungen und Fluggeräte zu bestaunen, andererseits die schlechtesten Explosionen, die ich seit langem gesehen habe.

Die Darstellung der Welt (New York 2096) ist nicht eindeutig zu bewerten. Zwar ist die Optik hervorragend und schwankt zwischen "Blade Runner" und "Das 5. Element". Auf jeden Fall sehr interessant.
Das Problem ist aber, daß keiner einem diese Welt erklärt. So kann man vieles nicht richtig einordenen.
Beispiel: Über New York schwebt plötzlich eine riesige Pyramide. Das scheint kein Schwein zu interessieren. Keine Menschenmengen, keine Aufregung deswegen, keine Militärpräsenz (wenn man mal von den zwei Hubschraubern am Anfang absieht), die Menschen unterhalten sich nicht darüber, in den Nachrichten kommt gerade mal ein Hinweis. Später wird dann von einer verbotenen Zone in Central Park geredet, von der jeder zu wissen scheint, daß sie außerirdischen Ursprunges ist und die offenbar seit Jahren existiert. Okay, demnach gehört sowas ein Stück weit zur Normalität in dieser Filmwelt. Der Zuschauer kann das aber kaum verstehen. Ein 5-minütiges Intro oder so wäre nett (und wahrscheinlich auch sehr interessant) gewesen.
Leider werden viele Aspekte des Films so oberflächlich behandelt und dadurch bleiben auch zum Schluß noch unnötig viele offene Fragen. Schlimmer ist aber, daß dadurch ein richtiges Eintauchen in die Filmwelt erschwert wird.

Die Musik fügt sich in das Konzept des Filmes ein: Inhomogen, und teilweise sehr abgedreht. Das ist jetzt durchaus positiv gemeint, wenngleich das sicher kein Soundtrack wäre, den ich mir kaufen würde.
Auch, daß man dem Ton auf der DVD eine DTS-ES-Spur spendiert hat, fällt positiv auf.

Insgesamt mag ich "Immortal". Trotz aller Fehler. Viel Potential ist auf der Strecke geblieben. Die Dialoge hätte man ohne viel Aufwand sicher besser machen können. Etwas mehr Erklärung der Welt hätte das ganze leicher verdaulich gemacht. So muß man zu Anfang immer dagegen ankämpfen, das ganze als Unsinn abzutun und auszuschalten. Doch ist der Film so andersartig und optisch interessant, daß man durchhält. Und bald sieht man über die Unzulänglichkeiten (einigermaßen) hinweg und läßt sich auf den Film ein.
Wer das nicht will, oder der besonderen Optik nichts abgewinnen kann, für den ist dieser Film nichts.
Ich kann durchaus verstehen, warum manche mit dem Film überhaupt nichts anfngen können. Eine Empfehlung kann ich daher nur an diejenigen aussprechen, die sich darüber im klaren sind, daß "Immortal" mit allen möglichen Sehgewohnheiten bricht und mit einer mystischen, schwer nachvollziehbaren Story daherkommt.
Das und einige Handwerkliche Fehler verhindern es, daß ich "Immortal" das Prädikat "Kultfilm" geben kann. Trotzdem noch gute 7/10 für diesen erfrischend andersartigen Film.


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