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Louis' unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen (1979)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 24.06.2008, seitdem 846 Mal gelesen



Schon 1976 wurde es in Louis de Funes Filmen technisch. In „Brust oder Keule“ verschlägt es den cholerischen Komiker nämlich in eine Nahrungsmittelfabrik, in der Essen vollkommen künstlich hergestellt wird. Zwei Jahre später folgte mit „Der Querkopf“ ein weiterer Film, der sogar noch einen Sprung weiter ging. Hier hält die Fabrik sogar im trauten Heim Einzug. Richtig spacig wird es dann im fünften Gendarm von St. Tropez Film „Louis unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen“. Dies scheint zudem auch der Film zu sein, den ich von den Cruchot Streifen am häufigsten gesehen hab. Warum? Wohl wegen der Sache mit den Außerirdischen, oder weil der Film beim Publikum so gut ankam, dass er öfter wiederholt wurde, wie die anderen.

Ludovic Cruchot geht es den Umständen entsprechend gut. Er versucht sich immer noch bei seinem Chef einzuschleimen und geht mit seinen Untergebenen recht hart um. Dass die sich ihrerseits bei ihm einzuschleimen versuchen gefällt dem guten Cruchot sehr, denn er mag es, wie ein General behandelt zu werden.
Als bei einer Streifefahrt der Wagen aber bockt ist’s mit der Freundschaft aus, Cruchot jagt den nervenden Kollegen davon. Dieser erblickt daraufhin auf einer Lichtung ein UFO, das gerade abhebt und in den Himmel entschwindet. Aufgewühlt schildert er seinem Chef das Erlebnis, der ihn für bekloppt erklärt. Erst als diesem bei einer weiteren fahrt mit nunmehr seinem Chef das gleiche widerfährt glaubt er ihm.
Aber Cruchot verwindet das Erlebte weit weniger gut, denn von Stund an wittert er überall Verschwörung und Invasion, denn die Außerirdischen können die Gestalt von Menschen annehmen und diese sogar soweit verändern, dass sie ihrem Gegenüber zum verwechseln ähnlich sehen. So beginnt ein wildes Spekulieren, wer denn nun ein Alien ist und wer echt. Wie können sie den vermeintlichen Bösewichten den Gar ausmachen? Wie eine drohende Invasion abwenden? Cruchot steigert sich immer mehr dort hinein und gerät dadurch in arge Schwierigkeiten, zumal ihm niemand zu glauben scheint. Erst nach und nach lichtet Sich der Schleier auch bei den Kollegen. Und als sie eine Möglichkeit sehen den Eindringlingen entgegenzutreten geht der Kampf erst richtig los.

Zwei Jahre zuvor hatte Steven Spielberg mit seinem Science Fiction Film „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“ einen Hit gelandet und damit das SF Genre Blockbuster fähig gemacht. Die Franzosen wollten sicherlich davon profitieren und so entstand diese besondere Komödie mit Louis De Funes.

Ein eingefallen und abgemagert aussehender De Funes wirbelt wieder herum, wobei er aber nicht mehr so leichtfüßig wirkt wie zu damaligen Zeiten. Das verleiht dem Film eine gewisse Trägheit, was durch die übrigen Darsteller noch verstärkt wird. Denn auch der übrige Trupp der Gendarmerie ist in die Jahre gekommen. Zudem fehlen auch einige aus dem bekannten Stamm. Diese werden durch den molligen Maurice Risch, der als Beaupied hinzukommt, und durch den recht alt wirkenden Jean-Pierre Rambal als Taupin ersetzt. Michel Galabru sieht man hingegen einmal mehr als obersten Chef Jérôme Gerber. Daneben Guy Grosso wieder als Tricard und Michel Modo als Berlicot. Auf Claude Gensac als Ludivic Cruchots Frau Joséfa muss man hingegen auch verzichten. Diese Rolle übernimmt hier Maria Mauban, eine eher seltener gesehene Mimin.
Wen man vom Cast hingegen noch erwähnen sollte ist ein noch sehr junger Lambert Wilson, der kurz als Außerirdischer in Erscheinung tritt. Wilson ist mittlerweile ein sehr gefragter Schauspieler, der sowohl in Amerika als auch in Frankreich sehr erfolgreich ist. Man erinnere sich nur an seine Rolle des Merovingian in den Matrix Filmen 2 und 3, sowie an seine Rolle des Bösewichtes in Sahara. Demnächst sieht man ihn auch in „Babylon A.D.“.

Ich sprach schon gewisse Schwächen in der Story an und im Erscheinungsbild des Filmes. Leider ziehen sich diese Schwächen durch den gesamten Film. Das Ganze wirkt nicht immer fließend, sondern wie eine Aneinanderreihung von Szenen, die zwar zuweilen sehr gut gemacht sind, aber auch nicht immer zusammenpassen wollen. Zudem zünden auch nicht alle Gags und ergeht man sich abermals in Albernheiten, die diesmal mehr stören als sonst. Besonders die Sache mit den Hohlköpfen finde ich Misslungen, obschon ich den tiefsinnigen Witz der dahinter steckt erkenne.
Die Sache mit den Außerirdischen ist hingegen ganz gut eingefädelt und entbehrt auch nicht eines gewissen Reizes und Schauwert. Qualitäten, wie Spielbergs Science Fiction Streifen der Zeit erreicht man natürlich zu keiner Zeit. Dafür war das Budget auch etwas begrenzt. Die Möglichkeiten nutzt man aber ganz gut, zumindest aus Sicht eines Trash Liebhabers.
Das Finale ist dann ein etwas zwiespältiges Ende. Zum einen recht gelungen, zum anderen aber auch etwas fad.
Sehr positiv hervorheben kann man wieder den Soundtrack von Raymond Lefevre, der einmal mehr sein Können unter Beweis stellt. Die Klänge sind sehr ansprechend, was zum einen für die Eröffnungsmelodie zutrifft, die zudem über eine herrliche Fahrt durch St. Tropez aus der Vogelperspektive gelegt ist. Zum anderen aber auch für die Musik im eigentlichen Film. Speziell das Thema der Außerirdischen ist hier prägnant und sehr ansprechend.

Alles in allem wird man kurzweilig unterhalten. Die Klasse der ersten „Gendarm von St. Tropez“ Filme erreicht man leider nicht, dafür ist das Script zu unausgegoren und die Umsetzung zu halbherzig und zum anderen wirken die Darsteller auch etwas angestaubt. Die Sache mit den Außerirdischen hat aber durchaus ihre Schauwerte und mehrere Gags, wenn auch nicht alle, sorgen wieder für herzhaftes Lachen. De Funes Choleriken fallen wegen der gesundheitlichen Verfassung des Stars etwas schwächer aus, jedoch ist der Star immer noch sehr präsent.


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