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Löwe von Arizona, Der (1952)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 19.06.2017, seitdem 72 Mal gelesen



Der Löwe von Arizona (1952) von R.G. Springsteen

...1881 - Nahe Tombstone (Arizona) wird ein kleiner Siedlertreck von Apachen angegriffen und niedergebrannt. Offiziell wurden dabei alle getötet, bis auf ein Junge mit seiner kleinen Schwester sowie eine gewisse Mary Kimber (Joan Leslie). Unter den Opfern ist auch ihr Mann Verne - ein Telegrafist. Am nächsten Tag kommt Marshal Matt Landry (Vaughn Monroe) mit seinem Gefangenen Frank Girard (Victor Jory), der Gewehre und Whiskey an die Apachen verkauft haben soll, an der Unglücksstelle vorbei. Sie können wieder einen Wagen flott machen und so erreichen schließlich alle Tombstone. Kurze Zeit später findet ein Überfall auf einen geheimen Transport statt und einige Tage danach noch auf einen weiteren. Schon bald wird klar: Der oder die Verbrecher waren gut vorbereitet und mussten die kurzfristig angesetzten Termine im voraus gekannt haben! Entweder wurden hier also sensible Informationen verraten oder irgendjemand hatte diese auf illegalem Wege beschafft...

Wie ihr aufgrund dieser Inhaltsangabe schon raushören konntet, ist dieser Film also keine amerikanische Variante von "Sandokan - Der Tiger von Malaysia" und es geht hier auch nicht etwa um Raubtiere. Nein, "Der Löwe von Arizona" ist ein waschechter Western - zwar nur B-Klasse, aber trotzdem richtig gut! Sein Erfolgsrezept ist simpel - ziemlich gute und flüssige Umsetzung des Drehbuchs, das neben einer interessanten Story auch viele Actioneinlagen vorsieht. Und am Schluss wartet noch ein packendes und spannendes Ende!

So bekommt der Zuschauer hier einiges zu sehen - Planwagen, Soldaten, Indianer, Indianerüberfälle (wenn auch nur im kleinen Stil), Banditen und sogar ein bißchen Gatling-Gun-Action! Allgemein wir in diesem Western viel Blei verschossen und neben zwei weiteren Überfällen, gibt es auch noch tolle und rasante Kutschenszenen zu bewundern!

Leider enthält der Film neben echten Außenaufnahmen auch einige Studioaufnahmen mit Kulisse und gemalten Hintergründen, was ihm den ersten Punktabzug in meiner Bewertung einbringt! Auch hätten den Kampfhandlungen mit den Indianern ein paar zusätzliche Statisten gut getan. Außerdem fehlt dem Streifen hauptsächlich eine hochkarätigere Besetzung. Bspw. könnte ich mir in der Rolle des Marshal Landry gut Joel McCrae vorstellen. Die Darsteller machen zwar alle keinen schlechten Job, aber sie wirken eher farblos und haben wenig Ausstrahlung. Eine echte Faszination geht eigentlich von keinem Mime aus. Aber immerhin füllt Victor Jory sehr gut die Rolle des fiesen Schurken "Frank Girard" aus, bringt er doch schon ein entsprechendes Äüßeres mit und auch Joan Leslie als "Mary Kimber" ist ganz nett anzusehen. Die drei Gesangseinlagen vom damaligen Sänger und US-Radiostar Vaughn Monroe sind für den einen oder anderen kleine Längen, aber irgendwie geben sie dem Film auch einen gewissen Charme. Gerade sein erster Song, bei dem er ulkigerweise etwas "näselt", passt recht gut zu der Szene. Insgesamt hat's leider nur für 7 Punkte gereicht.

Aber trotz den Schwächen, die wahrscheinlich allesamt einem (zu) knappen Budget geschuldet sind, bereitet "Der Löwe von Arizona" viel Spaß. Ich stelle immer wieder fest, dass mich viele Action-B-Western besser unterhalten, als so manche A-Movies aus dem Genre, die etwa mit üppigen Dialogen die Laufzeit unnötig aufblähen oder durch zuviel künstlerische Verspieltheit einfach nicht in Schwung kommen. "Der Löwe von Arizona" ist ein wirklich gelungener Vertreter der erstgenannten Kategorie. Ebenso "Goldfieber" (1964), über den ich kürzlich ein Review verfasst habe. Auch wenn Letzterer nicht immer so ganz professionell rüberkommt, hatte ich hier ebenfalls viel Freude.

In puncto Bildqualität bin ich aber, auch mit Blick auf die Rezensionen bei AMAZON, nicht ganz zufrieden. Zum einen hat das Bild (Vollbild 4:3) stellenweise kleinere Macken und größtenteils leichte, einseitige Farbstiche. Zum anderen kommt es mir etwas "aufgezoomt" vor. Ich habe das Gefühl, dass die Fläche des Vollbildformats nicht ganz in meinen Fernseher passt (alte LOEWE Röhre 4:3). So fehlen schätzungsweise ringsherum 2-3 fingerbreit Bildinfornmationen, weil u.U. die Farbstiche zum Rand hin noch stärker wurden!? Aber wie gesagt, dass mit dem Aufzoomen ist eine Vermutung, ich bin in dieser Hinsicht kein Profi und müsste das Original sehen. Naja, oft liegt zu einem steinalten Film noch ein exzellentes Master vor, manchmal kann halt auch eine aufwendige Restaurierung nicht alle Spuren der Zeit verschwinden lassen. Ich persönlich kann aber mit der Bildqualität leben und möchte diesen Film in meiner Sammlung keinesfalls mehr missen. Die qualitativen Merkmale fließen jedenfalls nicht in die Bewertung der Filmkritik mit ein.

Ja, dass "Der Löwe von Arizona" als DVD von dem Label "Filmjuwelen" veröffentlicht wurde, finde ich im Großen und Ganzen passend, denn es handelt sich dabei wirklich um ein Filmjuwel - zumindest um ein kleines. Bleibt nur zu hoffen, dass bei künftigen DVD VÖs nicht, aufgrund schlechter Lagerung oder mangelnder Qualität, Filmjuwelen zu Filmruinen gemacht werden.

Viel Spaß und gute Unterhaltung!


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