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Rache der Kannibalen, Die (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 27.04.2005, seitdem 799 Mal gelesen



MAKE THEM DIE SLOWLY (CANNIBAL FEROX, DIE RACHE DER KANNIBALEN)

Der Film beginnt, wie so mancher Kannibalen-Film im New York zu Zeiten des World Trade Centers. Ein Ex-Junkie wird von Drogendealern erschossen, ein Komissar ( der Dschungel-FĂŒhrer aus "Cannibal Holocaust") macht sich auf die Suche nach dem TĂ€ter. Ein Geschwisterpaar und eine gemeinsame Freundin bilden den zweiten Handlungsfaden, sie sind im Amazonas-Gebiet unterwegs um die These von Kannibalismus unter Eingeborenen fĂŒr eine Doktorarbeit zu widerlegen. Sie treffen dort auf einen durchgeknallten Drogendealer ( der blonde Supermarkt-AmoklĂ€ufer namens Charles Bukowski (!)aus "Asphaltkannibalen") und seinen verwundeten Kumpel, die ihnen erzĂ€hlen, daß Kannibalismus sehr wohl noch existiert, daß sie es nur mit MĂŒhe und Not geschafft haben, ihnen zu entkommen. Gemeinsam will man stiften gehen, doch am nĂ€chsten Morgen ist die Doktortitel-AnwĂ€rterin verschwunden. Man macht sich getrennt auf die Suche. Schließlich wird die Vermißte gefunden und alle treffen im Eigeborenen-Dorf wieder zusammen...
Umberto Lenzi's "Make them die slowly" ist fĂŒr mich der beste Kannibalen-Film ĂŒberhaupt. Der Tier-Snuff-Scheiss geht mir als Vegetarier zwar ziemlich auf die Nerven, aber okay -- ich drehe ja auch nicht jedesmal durch wenn ich an einer Fleischtheke vorbeigehe. Der Film ist, was HĂ€rte, seelische und körperliche Grausamkeit angeht, nicht gerade zimperlich. Durch gute Kameraarbeit, geil unterlegte Italo-Psychomucke und ausgefeilten Spannungsbogen, sowie einigermaßen sensible Charakterisierung holt der Film aber noch mehr raus als seine beiden berĂŒhmtesten Pendants "Cannibal Holocaust" und "Eaten Alive". Bei letztgenannten schert es einen irgendwie mehr oder weniger einen Dreck ob die Hauptdarsteller leben oder elendig sterben, man wĂŒnscht ihnen teilweise sogar den Tod. Nicht so bei diesem Streifen. Wenn jemandem das Genital abgehackt oder einer Frau an den BrĂŒsten aufgespießt und aufgehĂ€ngt wird, muß man schon mal schlucken, ganz egal was sie vorher verbrochen haben. Die Gore-Szenen sind auch etwas zahlreicher und vor allem ausgewogener plaziert; man wartet nicht stundenlang auf den nĂ€chsten Schock -- und vor allem sind die Effekte ziemlich gut gemacht und dazu noch phantasievoll gestaltet, es werden nicht einfach nur Menschen ausgenommen und aufgefressen ( man denke an die Loch-im-Tisch/ Gehirn-Szene...).
Der Film ist auch lĂ€ngst nicht so rassistisch und frauenfeindlich wie andere Genrekollegen. Ein "Warum mĂŒsst ihr Frauen immer so einfĂ€ltig sein?" des Komissars wirkt auch eher lĂ€cherlich als proklamierend und geht unter in den "starken" Frauenrollen der Protagonistinnen; und die Eingeborenen werden dieses Mal auch nicht als stumpfe Freßmaschinen gezeichnet, die alles umbringen und ausweiden, was ihnen in die Finger kommt, sondern als von den ignoranten Kapitalisten verarschtes Volk, daß sich ab einem bestimmten Punkt eben nicht mehr verarschen lĂ€ĂŸt -- vereinzeltes Mitleid regt sich trotz alledem noch obendrein, ist es doch einer aufopferungsvollen Dorfbewohnerin zu verdanken, daß zumindest EIN Mitglied der Truppe den Dschungel lebend wieder verlĂ€ĂŸt...
Die Dialoge sind natĂŒrlich nicht von Shakespeare, aber was erwartet man von diesem Film auch? Die Hauptsache ist ja eher, daß sie nicht STÖREN wenn das Blut eimerweise fließt und in diesem Punkt hat der Drehbuchautor ebenfalls gewonnen. Und dem Regisseur, dessen "Großangriff der Zombies" noch zu den besten Werken seines Oevres zĂ€hlt, gebĂŒhrt fĂŒr diesen Film sowieso der Oscar fĂŒr die geradezu evolutionĂ€re Verbesserung seiner Technik...

FAZIT: Sehr stimmungsvoller und teils abartig grausamer Kannibalen-Film mit schönen und hĂ€ĂŸlichen Aufnahmen aus der grĂŒnen Hölle. Wo sind die kleinen Schmuddel-Kinos, die sich trauen, solche Filme mal wieder zu zeigen..?

8,5 von 10 Punkten


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