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Rache der Kannibalen, Die (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 28.11.2005, seitdem 1077 Mal gelesen



Inhalt:
Die Antropologiestudentin Gloria will für ihre Doktorarbeit beweisen, dass der klassiche Kanibalismus eine Erfindung der weißen Eroberer zur Rechtfertigung des Massenmords an den Ureinwohnern Südamerikas war. Zusammen mit ihrem Bruder Gary und dem Flittchen Pat macht sie sich im Dschungel Paraguyas auf die Suche nach einem Dorf, in dem angeblich Kannibalen hausen sollen. Die Expedition gerät ins Stocken, als ihr Jeep im Schlamm steckenbleibt. Kurz darauf stoßen sie auf den drogensüchtigen Mike Logan und seinen schwer verwundeten Freund. Die beiden geben an, aus den Klauen von blutrünstigen Kannibalen geflohen zu sein. Die 5 schließen sich zusammen, um aus dem endlos erscheinenden Urwald zu entkommen und den Kannibalen zu entgehen...

Bewertung:
Ich kannte mit „Cannibal Holocaust“ den „schlimmsten“ Kannibalenschocker schon. Ich hatte mit „Eaten Alive“ Lenzi’s Vorgängerfilm zu „Cannibal Ferox“ gesehen und dieser war einfach nur Trashig. Hinzu kam, dass ich leidergottes den deutschen Trailer schon gesehen hatte, der außer dem Tiersnuff alle Goreszenen vorwegnimmt. Ich erwartete also nicht mehr viel von dem in 31 Ländern verbotenen Machwerk.
Kurzum: Ich wurde positiv überrascht. Natürlich sind die Darstellerischen Leistungen stellenweise auf Pornofilmniveau und natürlich sind weder der Plot noch die Dialoge Oskar-reif, aber damit wird bei einem fast 25 Jahre alten, beschlagnahmten Italo-Horrorfilm wohl auch keiner rechnen. Entgegen meine Erwartungen baut der Film nach und nach eine gewisse Atmosphäre auf. Außer Bruder Gary fällt keine Charaktere besonders peinlich auf und im Fall von Bösewicht Mike und Flittchen Pat überzeugen die Darsteller sogar ziemlich. Sogar beim Soundtrack wurde gute Arbeit geleistet. Die bedrohliche Titelmelodie ist mitunter eine der besten Horror-themes, die mir jemals untergekommen sind! Schlau von Lenzi, diese aus seinem Kannibalen-Vorgänger „Eaten Alive“ zu klauen. Gott sei Dank hat er diesmal jedoch darauf verzichtet, Szenen aus seinen anderen Filmen wiederzuverwerten, wie er es bei eben diesem Vorgänger tat.
„Cannibal Ferox“ übernimmt die Ausgangssituation vom Friedlichen Indio und dem Bösen Weißen aus Deodato’s Schocker „Cannibal Holocaust“, verpackt dies jedoch nicht in eine semidokumentarisch daherkommende Handlung, sondern bleibt komplett in JETZT-Erzählform, abgesehn von dem „So war es wirklich“-Rückblick. Von daher fehlt hier die gespürte Nähe zu den Ereignissen, was dem Film etwas die Härte raubt. Lenzi versuchte diesen Umstand auszugleichen, indem er bei der endgültigen Rache auf härteste Goreeffekte setzt und die unerträglich lange draufhaltende Handkamera im Finale von Deodato’s Schocker wird durch die über Tage dauernde Rache von Lenzi’s Indios gekontert. Während die Holocaust-Indios kurz nacheinander alle Akteure zerlegen, gehen die Ferox-Indios die Sache langsam und qualvoll an. So wird zum Beispiel kastriert und danch verarztet, damit das Opfer nicht schon nach dem Intro der Bestrafung verblutet...
Die Gore Effekte sind einzigartig umgesetzt und stellenweise sehr originell. Den Tiersnuff kann ich mal wieder nur aufs Schärfste kritisieren, wobei man sagen muss, dass auf die ebenfalls Genreüblichen Vergewaltigungen ganz verzichtet worden ist. Nur das Schlagen von Frauen muss Lenzi irgendwie gefallen, denn davon trennt er sich auch hier nicht!
Wenn gegen Ende des Films das Suchflugzeug über dem Dschungel auftaucht, kommt sogar richtige Spannung auf und die Ausweglosigkeit der Situation wird sehr gut rübergebracht. Die Szene, in der die 2 Frauen aus Verzweiflung anfangen, ein Lied zu singen, kommt nur kurz etwas lächerlich rüber, wird beim Kameraschwenk über durch das Dorf aber schlagartig ins Bedrückende umgekehrt. Also ist auch Technisch mehr geboten, als man vorher annehmen mag!

Fazit:
Bei solchen Filmen ist das Fazit immer sehr schwer zu ziehen.
Horrorfans, die härteste Kost gewohnt sind und die nötige Prise Toleranz gegenüber stellenweise seltsamen Dialogen und Handlungen mitbringen, sei dieser Film ans Herz gelegt. Den Gorefans dürfte vielleicht schon der deutsche Trailer genügen, da er alle bedeutenden Goreeffekte vorwegnimmt.
Tierschützer, Feministinnen & zart besaitete machen besser den größtmöglichen Bogen um dieses Machwerk.


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