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Subspecies III - Bloodlust (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 26.03.2010, seitdem 486 Mal gelesen



Nachdem der Vampir Radu von den Schwestern Rebecca und Michelle getötet wurde, scheint es, als habe der Schrecken um den machthungrigen Blutsauger endlich ein Ende gefunden. Doch keiner hat die Rechnung mit Radus Mutter, der Hexe Circe gemacht, die ihren Sohn durch ein Ritual in sein unheiliges Leben zurückholt. Michelle, die sich inzwischen gänzlich in einen Vampir verwandelt hat, steht nach Radus Rückkehr erneut in seinem Bann, welcher allerdings auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint, denn der Untote hat sich inzwischen unsterblich in die junge Frau verliebt. Zur gleichen Zeit tut sich die in Alarmbereitschaft versetzte Rebecca äußerst schwer damit, die lokale Polizei von einer drohenden Vampirgefahr zu überzeugen und stößt beim zuständigen  Inspektor lediglich auf taube Ohren. Dies ändert sich, als es kurz darauf zu seltsamen Begebenheiten kommt und alsbald sogar die ersten Menschen vermisst werden. Mit der Hilfe ihres Freundes Mel, dem noch immer skeptischen Inspektor und einem bis an die Zähne bewaffneten CIA-Agenten tritt Rebecca den Kampf gegen Radu an, fest entschlossen, Michelle aus seinen Klauen zu befreien und den Vampir ein für allemal unschädlich zu machen...


Mit der Subspecies-Saga produzierte das ansonsten eher für Trash-Heuler aus der unteren Preisklasse bekannte Full Moon Pictures-Filmstudio Anfang der 90er vier insgesamt durchaus beachtliche Vampirfilme, die über die Jahre sogar eine gewisse Fanbase um sich scharen konnten und auch heute noch als eine Art Geheimtipp in der Vampir-Fanszene kursieren. Doch wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne und so leistete sich der für alle vier Teile zuständige Regisseur Ted Nicolaou nach dem wirklich sehenswerten Subspecies und dem noch immer grundsoliden Bloodstone: Subspecies II mit dem dritten Teil, Bloodlust: Subspecies III, erstmals einen dezenten Fehlgriff, dem ohne ersichtlichen Grund plötzlich die essentiellen Stärken seiner Vorgänger abhanden kamen und der sich nur noch mit Müh' und Not durch die onehin schon kurz bemessene Laufzeit von 79 Minuten zu quälen scheint. Obgleich die amerikanische Produktion aus dem Jahr 1994 seine Handlung exakt an dem Ende des vorherigen Teils ansetzt und die Geschichte um den diabolischen Blutsauger Radu somit nahtlos fortgeführt wird, kann man sich als Zuschauer hier des Eindrucks nicht erwehren, dass von den Verantwortlichen lediglich noch ein schneller Dollar mit einem schon bekannten Franchise verdient werden wollte, ohne diesem aber irgendwelche bedeutend neuen Ansätze verleihen zu können.

Erfreulicherweise gelang es den Verantwortlichen immerhin noch, einen gewissen Charme aus den vorherigen beiden Filmen zu behalten, was sicherlich auch dem gleichbleibenden und inzwischen bekannten Cast zu verdanken ist. Die in sich geschlossene und stets auf den vorherigen Filmen aufbauende Handlung setzt natürlich deren Kenntnis voraus, erspart dem Zuschauer allerdings den für einen Horrorfilm obligatorischen, langsamen Einstieg in das Geschehen, da die Charaktere nicht mehr eingeführt werden müssen und die Story schon längst in die Gänge gebracht wurde. Gerade zu Beginn scheint es auch so, als habe der ebenfalls für das Drehbuch zuständige Nicolaou einige zündende Ideen für den weiteren Verlauf der Story parat gehabt, denn gerade die Szenen, in denen Michelle als Vampir eingearbeitet wird, bringen etwas Abwechslung in den ansonsten etwas höhepunktslosen Plot. Im Hauptteil läuft die Story dann allerdings auf Sparflamme, wenn wir der aufgebrachten Rebecca schier endlos lange dabei folgen dürfen, wie sie die ansässigen Behörden von einer drohenden Vampirplage zu überzeugen versucht. Die Figurenzeichnungen sind dabei so platt wie klischeehaft gehalten und reichen vom typischen love interest, über einen trotteligen und stümperhaften Polizeichef, bis hin zu einem schwerbewaffneten CIA-Agenten, dessen Auftritt Rambo vor Neid erblassen lassen dürfte und somit bestenfalls für unfreiwillige Komik sorgt. Derweil arbeitet die gesamte Story stets auf den finalen Kampf vier selbsternannter Vampirjäger gegen Radu hin, hat in dieser Zeit aber wenig zu bieten. Hier und da mal ein träger Vampirangriff auf die Dörfler, ansonsten herrscht in Bloodlust: Subspecies III jedoch überwiegend Langatmigkeit vor.

Diese Tatsache wird dann auch nicht gerade dadurch verbessert, dass der Film mit einer ganzen Reihe Logiklöcher und unfreiwilliger Lacher daherkommt. So spazieren Rebecca und Mel am hellichten Tag mit Streitäxten und Lanzen bewaffnet in das Schloß Radus, während der Polizeichef und seine Männer tatenlos vor den Mauern stehen und den Eingang nicht finden können. In einer anderen Szene fliehen die Vampire aus einer umstellten Krypta, indem sie sich kurzerhand in Nebel verwandeln, was in der Umsetzung durch eine Überzahl an Licht- und Stroboeffekten allerdings mehr den Eindruck macht, als würde in der Gruft eine fetzige Technoparty geschmissen werden. Den eindeutig deplatziertesten Anteil hat jedoch Radus Mutter, eine Hexe, die als bereits vermoderter Kadaver daherkommt und mit Ketten und Gold behangen durchgehend überflüssigen Nonsens zum Besten geben darf. Subspecies III - Bloodlust schrammt dieses Mal somit nur haarscharf am Trash vorbei, hat eine ansatzweise ernstzunehmende Atmsphäre allerdings endgültig an der Gardarobe abgegeben. Nur vereinzelte Szenen bei Nacht erinnern noch an einen wirklichen Vampirfilm, was Fans dieses Genres aber auch nicht mehr in Begeisterungsstürme versetzen wird. Gore-Liebhaber bekommen da schon etwas mehr geboten und dürfen sich auf annehmbaren Blutverlust, sowie auf ein paar ordentliche Effekte freuen, die vor allem im letzten Drittel markant das Geschehen dominieren.

Die Schauspieler, welche auch die beiden Vorgänger bereits mit ihrer Anwesenheit bereicherten, geben auch dieses Mal wieder ihr Bestes, was jedoch nicht mehr als darstellerischen Durchschnitt bedeutet. Es ist sicherlich nicht als Zufall zu betrachten, dass keiner der hier auftretenden Schauspieler danach noch eine nennenswerte Hollywoodkarriere vorzuweisen hatte, zumal Anders Hove onehin der einzige Akteur ist, der in seiner Rolle noch Akzente zu setzen weiß. Als garstiger Blutsauger in Lederkluft und mit langen Fingern, die nicht von ungefähr an Nosferatu erinnern, legt Hove erneut ein markantes Spiel von Mimik und Gestik an den Tag, das traditionsgemäß zu gefallen weiß, im Vergleich zu den Vorgängern aus unerfindlichen Gründen allerdings auf das Nötigste eingeschränkt wurde.

Bloodlust: Subspecies III gelingt es insgesamt leider nicht, das von den ersten beiden Teilen vorgegebene Niveau zu halten, stattdessen präsentiert sich der Streifen entgegen seines Titels als oftmals deutlich zu lustlos dahinplätscherndes Sequel, das erst im gelungenen Finale wieder zu Kräften kommt, damit aber nicht die zuvor domierende Langatmigkeit aufwerten kann. Ein gewisser Hang zu trashigen Elementen und unfreiwilliger Komik setzt zudem eine unbedingte Sympathie zu dieser Filmreihe voraus, weshalb dieser nicht sonderlich bissfeste Vampirreißer onehin nur für Fans der vorherigen Subspecies-Filme von Interesse sein dürfte.


Bloodlust: Subspecies III
USA 1994, 79 Min.
Freigabe: Keine Jugendfreigabe
Regie: Ted Nicolaou

Darsteller: Anders Hove, Denice Duff, Kevin Spirtas, Melanie Shatner, Pamela Gordon, Ion Haiduc, Michael Della Femina, Michael Denish, Nicolae Urs, Radu Minculescu, Elvira Deatcu, Camelia Zorlescu


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