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Normal Life - Tödliche Illusion (1996)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 11.03.2010, seitdem 388 Mal gelesen



Absolut unverständlich, daß dieser grandiose Film so untergegangen ist!
Ausnahmeregisseur McNaughton bildet hier ein pervers-moralisches Amerika ab, selbstgerecht, abgestumpft; barbarisch in seiner Zivilisiertheit. Die Protagonisten sind normale Amerikaner, 'normale' Loser - gefangen in der Endlosschleife eines nicht vollendeten "American Dream"

Chris ist ein junger Polizist, er hat Prinzipien, Werte; macht seinen Job 'richtig'. Er will es zu etwas bringen, eine ehrenwerter Bürger sein. Dann lernt er Pam kennen, sie ist 'anders', will nicht nur funktionieren - sie will leben.
Doch sie ist eine weitere verletzte Seele. Viele Enttäuschungen, mentale Wunden, psychische Probleme. Drogen und Alk sind alltäglich. Trotzdem will Chris mit ihr seine Vision der geachteten Familie verwirklichen. Ihre Allianz ist eine Spirale ins Verderben.

Mit einem gnadenlosen Gespür für die scharfen Kanten gescheiterter Individuen zaubert McNaughton eine realistische, fast spöde Atmosphäre auf den Bildschirm. Wie bereits in seinem Meisterwerk Henry, zeigt er eine dokumentarische, alltagsnahe Realität. Wir sehen diese Menschen als echt an, und ihr Leid berührt uns. Nur wenige Filmemacher schaffen es, den Betrachter so direkt und kompromisslos ins Geschehen zu ziehen.
Einen großen Anteil an der Kraft dieses Filmes haben natürlich die beiden Hauptdarsteller. Perry zeigt, daß er wirklich ein Schauspieler ist, in eine Figur eintauchen kann. Zweifellos gibt er hier eine der besten, wenn nicht die beste Vorstellung seiner Karriere! Asley Judd ist schon als genial zu bezeichnen, ihre Figur wirkt wie eine Mischung aus Charlize Theron und Christina Ricci in Monster.  Beängstigend, aufwühlend - einfach echtes Kino.
Interessant ist, daß ihre Figur immer wieder den Anstoß für ein weiteres bohren im Elend ist. Von ihr geht alle negative Energie aus, sie bringt den Traum im Endeffekt zum scheitern, da sie von vornherein schon Verloren war. Es gibt keine Hilfe für sie, keinen Ausweg, erst recht keine wirkliche Liebe. Sie muß ihren Mann (ihren potentiellen Retter) mit in den Abgrund ziehen.

Mit einem geringen Budget und einem faszinierendem cast hat John McNaughton hier einen weiteren Ausnahmefilm mit seiner eigenen Handschrift versehen. Ohne jegliche Hollywood-Plastik-Attitüde, ohne Klischee-Story und chargierende Pseudo-Darsteller. Näher dran am glaubwürdigen Elend, am staubigen, brennenden Schmerz wirklichkeitsgetreuer, 'menschlicher' Charaktere als bei McNaughton können wir nicht sein. 
Ein kleiner Film, aber ein großartiges Werk. Authentisch, berührend, nichts beschönigend. So echt wie ein Film sein kann! 9/10

MovieMadness


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