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Nacht der reitenden Leichen, Die (1972)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 11.03.2005, seitdem 983 Mal gelesen



Virginia trifft im Urlaub ihre ehemalige Klassenkameradin Bella, eifersüchtig wegen dem Geplänkel zwischen der und ihrem Freund Roger springt sie vom Zug. Als sie ihr Lager in einer alten Burgruine aufschlägt, weiss sie noch nichts von den alten Legenden der untoten Templer, die sie kurz danach in der Nacht heimsuchen... Wenige Jahre nach George Romeros "Nacht Der Lebenden Toten" wurde dieses spanische Gothicpendant gedreht, welches mit seiner religiösen Ausrichtung Geschichte im Horrorgenre schrieb. Dies liegt vor allem an der dichten Atmosphäre, die Amando de Ossorio aufzubauen vermag, wenn die verwesten Tempelritter durch die alten Gemäuer ziehen. Herrliche Kulissen und die legendären Zeitlupenaufnahmen der reitenden Leichen zeugen von der Blütezeit des spanischen Horrorfilms jenseits großer Produktionen. Der mittelalterliche Orden eignet sich aufgrund der Mythenbildung entsprechend gut für eine Geschichte um satanische Rituale von Untoten in ihren zerlumpten Kutten. Die Kostüme sind zwar besser als die Darsteller, die drin stecken, doch die Kritik an hölzernen, sich in Zeitlupe bewegenden Untoten und ihrer Gefährlichkeit ist genau so müßig wie im Zombiegenre. Um die Entstehung der lebenden Leichen (bzw. im spanischen Original die "Krieger des Orients") zu erklären, sind diese in einer Rückblende in das Mittelalter zu sehen, ansonsten ähnelt der kriminologische Handlungsrahmen etwas den italienischen Giallos. Wesentlich deutlicher dem Übersinnlichen zugewandt finden sich in diesem Klassiker einige Stilmitttel von der Ausstattung bis zur Ausleuchtung, die sich auch in Mario Bavas Filmen wiederfinden lassen. Das Drehbuch baut an einigen Stellen Gewaltakte mit Frauenfolter, Vergewaltigung und Beißereien ein, was meistens nicht übermäßig blutig aussieht. Erstaunlich ist allerdings schon z.B. das grafische Abschlagen einer Hand, was wie in einigen Filmen Paul Naschys recht deutlich ist. Dieser liess sich von diesem Werk zu seinem "Blutmesse Für Den Teufel" inspirieren, ohne die Stimmung aufzubauen, wie de Ossorio. Nicht zuletzt liegt das an dem fantastischen Soundtrack in den nächtlichen Horrorszenen, Antón García Abril mischte Mönchsgesänge mit einem sphärischen sowie leicht dissonanten Score. Diese Musik sollte auch in den teils schwachen Sequels zu einem Markenzeichen werden. Doch auch die Bilder in mittelalterlichen Kulissen stimmen, so wie de Ossorio sie ablichten liess. Nouvelle Vague hieß das damals, was sich durchaus in einigen Kameraeinstellungen und Regieeinfällen wiederspiegelt, auch wenn das manch einer heutzutage als altbackenen Trash abtut.

Fazit: Hochatmosphärischer Old-School-Schmöker. Für den Fan des südeuropäischen Gruselkinos sehr empfehlenswert. 7/10 Punkten


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