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Nacht der reitenden Leichen, Die (1972)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 11.09.2008, seitdem 481 Mal gelesen



„Die Nacht der reitenden Leichen“ ist einer dieser Filme, die bereits schon mit ihrem Titel ansprechend sind. Nach dem 1968 erschienenen Romero’s „Night of the living dead“, liefert Amanda de Ossorio 1971 seinen spanischen Beitrag in dem Untergenre Untotenhorror ab.

Die Reihe der reitenden Leichen zeichnet sich aber durch durchaus mehr aus, als andere Vertreter des Zombie bzw. Untotenfilms. So bringt de Ossorio in seinen Film viele tragende Faktoren in die Story ein, die den Film interessant machen. Durch das Anlehnen an religiöse Fakten, Mystizismus um den Kult des Mittelalterorden der Tempelritter zeichnet sich eine gute Story aus, die den Film einzigartig macht.
  Leider ist „Die Nacht der reitenden Leichen“ auch ein dieser Filme, die zwischen dem eigentlichen Geschehen, mit viel Unsinn, doofen belanglosen Dialogen und vielen deplazierten Szenen langweilt. So dient die Einführung in den Film, nur als Mittel zum Zweck, der Storyaufbau als konfus und ziemlich arg dahergeholt, was man heutzutage bloss noch als altbackenen Trash bezeichnen könnte.

So treffen sich völlig unerwartet alte Schulfreundinnen in einem Urlaubsort wieder, reden über vergangene Tage und sinnieren über ihr Vertreiben in ihrer sittenstrengen Schule, als man sich gegenseitig näherkam. Bald darauf wird die wiedergefundene Freundin von dem Freund der anderen gutansehnlichen Braut zu einem Trip eingeladen. Man trifft sich tags darauf am Bahnhof, um dann gemeinsam Urlaub zu machen. Im Zug aber startet die erste große Eifersuchtsszene, was der lesbischen Gegenspielerin gewaltig auf den Keks geht und wutentbrannt vom Zug aus in die Prärie springt. Völlig alleingelassen also, entscheidet sie sich, in einer nahegelegenen Burgruine zu übernachten. Was ab dort passiert sollte soweit eigentlich klar sein.

Stellenweise kommt der Film eher als typisch langweiliger, französischer Problemfilm her, in denen es um belanglose Beziehungsstreitereien und typischem Anmachgehabe geht, während er sich aber dann wieder durch gute Horrorszenen rettet.
Diese zeichnen sich vor allem durch die großartige Atmosphäre aus, die Amanda mit herrlichen Bildern der Landschaften, der Burgruine und zuletzt der in Zeitlupe reitenden Leichen, aufzubringen vermochte. Diese Szenen werden stets auch durch einen sphärischen Score getragen, der unter anderem noch durch die Mönchsgesänge an Wirkung gewinnt. Die Szenen mit den Leichen, in der Burg und am Ende des Films sind großartig, in denen man die eher langsam gehenden Leichen in ihren verrotteten Kutten bewundern kann. Das Make-up, die Masken und die Kostüme sind und waren zu seinerzeit großartig und können auch heute noch absolut überzeugen, auch wenn man aufgrund etlicher Gummiknochenhände zum Lachen angeregt ist. Ansonsten ist die Maskenarbeit die perfekteste in Sachen Leichen, neben denen in „Rückkehr der Zombies“. Hier hat man sich offensichtlich große Mühe gemacht, wirklich todähnliche Masken zu gestalten, was aufgrund des Alters des Films beachtlich ist. Beachtlich auch sind die wenigen Goreeffekte, die leider, völlig unkorrekterweise negativ kritisiert werden. Natürlich sind diese aus heutiger Sicht billig und harmlos, wenn man das aber aus der Sicht betrachtet, dass der Film 1971 entstand und so was wie Splatter eigentlich noch in den Kinderschuhen stand, sind diese überzeugend, wenn auch deutlich unrealistisch anzusehen. So sehen wir typische Einschnitte in Latexhaut, woraufhin Blut raussprudelt, billig geschminkte Kratzer und Wundenerhebungen etc. Wirklich überzeugen konnte nur das Abtrennen eines Armes, das grafisch schon sehr überzeugen konnte.

Die Schauspieler sind, wie in vielen anderen Low Budget Filmen dieser Jahre mehr schlecht als recht, was aber nicht weiter schlimm ist. Die zeitweise einsetzende Neusynchro, bei früher geschnittenen Szenen, regt abermals zum Lachen an.

Leider muss ich sagen, dass man die Leichen viel zu selten eingesetzt hat, wirklich zu sehen sind diese leider nur am Anfang und am Ende des Filmes, wodurch sich der Mittelteil an einigen Stellen arg zieht. 
 

Fazit: Mein Review hört sich an einigen Stellen vielleicht negativer an, als mein Bewertung rechtfertig. Insgesamt kriegen wir aber einen hochatmosphärischen, einzigartigen Untotenfilm geboten, der aus heutiger Sicht oftmals als kruder, langweiliger Trash abgetan werden könnte, aber durch seine Kulissen, Musik, Thematik, Darbietung etc. zum gruseln einlädt und durchweg unterhält. Ein typischer 70er Jahre Horrorfilm aus Spanien, so wie er zu sein hat.
 

Anspruch:   7
Story:          8
Spannung:   7
Humor:       8
Action:       7
Dialoge:     6
Musik:        9,5
FX:             7,5
Masken:      10
Darsteller:  7,5
Atmo:         9,5
Location:    9,5 

= 8,03 / 10
  


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