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Spione wie wir (1985)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 27.03.2002, seitdem 1380 Mal gelesen



So Mitte der 80er Jahre ging es langsam bergab mit den Karrieren der gefeierten Stars Dan Aykroyd und John Landis. John Belushi war tot, Landis hatte einen langwierigen Prozeß am Hals und Aykroyd sollte bald zur Familienware ĂŒberwechseln.

Doch mittendrin liegt noch dieser Versuch Aykroyd und Chase als neues Comedy-Duo mit Landis Hilfe zu etablieren. Mit Verlaub: es schadet nichts, daß es der einzige Versuch dieser Art blieb. "Spione wie wir" ist zwar eine im Fernsehen gern gesehene Komödie und die Idee ist auch recht originell, aber der Humor stellt sich hier nur streckenweise ein, wĂ€hrend der MilitĂ€r-Atomwaffen-Plot sich nicht so recht mit ihm verbinden will.

Auch die Hauptdarsteller passen nicht unbedingt zueinander, obwohl sie hier typische Charaktere ihres Repertoires spielen. Aykroyd spielt den auf wenigen Gebieten superkompetenten, aber sonst eher underdogartigen Wissenschaftler, der sich auf falsches Terrain verirrt hat. Das fĂŒhrt zu einigen seiner prĂ€zis-absurden Wortkaskaden und bringt den Plot immer kurz vor dem Einfrieren wieder in Bewegung. Chase ist wie ĂŒblich der weitestgehend unfĂ€hige Frauenheld, der außer seinem Charme nichts zu bieten hat. Kommt er in BedrĂ€ngnis, blufft er auf Teufel komm raus oder verfĂ€ngt sich in AbsurditĂ€ten.

Das funktioniert in der besseren ersten HĂ€lfte des Films noch sehr gut. Landis drĂŒckt aufs Tempo und tut gut daran. Der Thrillerplot ist noch leicht unterentwickelt und die Zusammenkunft der beiden bei einer PrĂŒfung zur Beförderung ist eine der lustigsten Szenen, die beide je gespielt haben, wenn Chase tausend und eine Methode zum Schummeln anwendet und ein fassungsloser Frank Oz (glatt aus Blues Brothers geklaute Mimik) jeden dieser Versuche bemerkt. Auch die Ausbildung der beiden zu (falschen) Spezialagenten reiht Gag an Gag.

Leider geht das Timing flöten, sobald sie unterwegs sind. Die Tarnung als Ärzte (die berĂŒhmte Doktor, Doktor-Szene) in Afghanistan ist noch passabel, wenn beide plötzlich einen StammesfĂŒrsten operieren sollen. (Hier auch der schöne Kurzauftritt von Bob Hope, ws fĂŒr eine Reminiszens.) Verlegt sich die Handlung jedoch in die Sowjetunion, wird's meistens albern.
TatsĂ€chlich ist dann die MilitĂ€rverschwörung mit der Raketenabschußwaffe beinahe interessanter als alles andere und die wundersame Rettung fĂŒnf Minuten vor Schluß ist mehr als wundersam und bemĂŒht, um die Sache zu einem Abschluß zu bringen.

Gut, es gibt genĂŒgend zu lachen, da beide fĂŒr sich in Hochform sind, aber zusammen harmonieren tun sie nicht, da bleibt jeder fĂŒr sich. Auch mangelt es gegen Schluß an zĂŒndenden Ideen der absurden Sorte, die den Start auszeichneten.
In Cameos geben sich ĂŒbrigens neben Bob Hope noch die Ehre: Ray Harryhausen, Terry Giliam, Sam Raimi, Costas Gavras, Michael Apted, Joel Coen, Larry Cohen, Matt Frewer und B.B.King.

Unter dem Strich einer der besseren FilmbeitrÀge von beiden, aber weit von echter Brillianz entfernt. (6/10)


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