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Cannabis Holocaust: Mutant Hell (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 25.08.2005, seitdem 1642 Mal gelesen



Argentinien! Dieses Land weiß ich als Freund von abgedrehten Undergroundfilmen mehr und mehr zu schätzen. Erst “Plaga Zombie”, dessen zweiter Teil die Monate in den USA auf DVD erscheinen wird und nach den Eindrücken des Trailer und des tollen ersten Teils nach nur abgehen wird. Doch auch diesen Film - “Cannabis Holocaust : Mutant Hell” - kann ich Amateurfreunden nur ans Herz legen: bizarr & blutig - zwar nicht von den “Plage Zombie” Machern aber wem diese Filme gefallen, dem gefällt auch dieser. Freunde exotischer Genrebeiträge (hier garantiert Zombie-frei) sollten auf jeden Fall mal reinschauen, die breite Masse wird eh ob der Sprachbarriere und der Thematik Abstand nehmen.

Um erstmal zur Geschichte zu kommen, diese ist ziemlich verwirrend und “spacig” im wahrsten Sinne, benebelte Leute werden sicher einen Doppel-Rausch erleben. Um auch etwas von dem Film zu haben ist es wichtig sich vorher ein wenig Wissen über die Handlung zu machen. Daher weniger aus Folgerung der Geschehnisse denn nachschauen in der imdb kann ich Rückschlüsse ziehen:

Wir schreiben ein Art apokalyptisches Zeitalter, Mutanten-Armeen unterjochen die Menschheit - mit Hilfe von Machthabern wie Politik oder das Militär unterstützt, die dafür von diesen in Ruhe gelassen werden - jedenfalls solange wie sich den Mutanten noch nicht der “Auserwählte“ namens Dagod offenbart hat. Gegen (vorerst) diese drei Parteien streiten nun drei Krieger, die ebenfalls gegen sich streiten - wobei jeder einzelne die Weltherrschaft im Auge hat - dann sich doch aufraffen gemeinsam vorzugehen…

Dies wird nacheinander nach einer ziemlich krassem Einleitung, einer blitzartig geschnittenen Aneinanderreihung und Wiederholung von düsteren / “apokalyptischen” Bildern (unter anderem ein “Gruppenfoto” aus “Freaks” ) die mit brachialem Death-Metal unterlegt sind, geschildert. Nach der Einleitung gibt es eine ziemlich krude Augen-Operation (wobei sich das Auge als “Auserwählter” entpuppt) dessen wabbelnde und verschwommene Optik auch einen Nicht-Kiffer ziemlich verwirren würde; um diesen “Flash“ zu gewährleisten wird dieses Stilmittel öfter mal eingeschoben. Danach gibt es erstmal eine Szene die auch wieder total aus den Sehgewohnheiten fällt und ein ziemliches Uff! Gefühl hervorruft. Scheinbar ein Amateurvideo, ob wahr oder gestellt kann ich nicht sagen, da ZU gut aussehend: eine Familie parkt wo, der Mann steigt aus - muss wohl pinkeln - und wird von einem Löwenrudel attackiert! Dabei wird minutenlang der Kampf und das Zerfleischen gezeigt, bis Hilfe komm. Bilder wie ein aus dem Brei von Mensch herauslugender Fuß waren jedenfalls heftig.

Danach geht es phantastischer zu, die eigentliche Geschichte beginnt, der Zuschauer mit dem “Streifschuss” wird nun vollends bombardiert. Eine durchgehende Geschichte gibt es nicht, es sind Fragmente der verschiedenen Charaktere die nachher zusammenfließen, untertitelt in z.B. “Kain und Abel”, “The Warriors” oder “Apocalypse”. Ein so könnte man sagen ein psychedelischer Film mit religiösen Motiven. Den Stil des Films kann man anhand folgender Szene erklären: ein maskierter Mann (das sind die Mutanten) lässt sich von einem Hundehalsband tragenden Schwulen von hinten durchnehmen. Nach dem Akt ertönen Klänge der Titelmusik des “Weißen Hai”, ein Mann schleicht sich an, die Füße in Bewegung gefilmt. Auch “Psycho” dient als Verweis: Gefahr, das passt sehr gut in den Film und macht Stimmung. Angreifer ist einer der Krieger, er haut er dem Mutanten unblutig eine gefüllte Skimaske vom Kopf, dann wird der Schwule umgenietet, sein Pimmel weggeschossen (er hält sich die Hand davor das war es) dann sein Gehirn rausgeholt (man sieht einen ausgestreckten Arm der wo rumschmatzt, wird zurückgezogen und Hirn inner Hand) - hart aber extrem einfach und simpel gemacht.

Obwohl eine Menge kruder Ideen verbraten werden und es Gott nicht wenig Gewaltszenen gibt wird doch die Intensität und “Perfektion” von einem “Minimum zum Maximum machen (der F/X)” von “Plaga Zombie” nicht erreicht, dafür gibt es zu wenig schönes Latex zu sehen. Aber wie gesagt es passiert das meiste im Off, wenn gesaut wird dann hart und durchschaubar und vor allem ausgewalzt; am schönsten mutet an meisten eine Magensudelei mit einem Stabmixer an. Sieht schon witzig aus, passt sich dem Rest an. Denn in Punkto Abgedrehtheit liegt jedoch “Cannabis Holocaust” vorn, keine Zombies sondern eine abgehobene Science-Fiction Story. Das diese nun in Versatzstücken abgehandelt wird ist weniger tragisch, bietet jede doch immer eine gewisse Unvorgesehenheit seitens was passiert. Leider wird dadurch kein durchgehender Erzählfluss gegeben, kennt man eine grobe Zusammenfassung des Inhalts ist es einfach diesem zu folgen. Jedoch ist auffällig wie viele Homosexuelle hier den Abgang machen. Wenn die Krieger sie oder die Mutanten abballern ist nur durch Geräusche oder Zuckungen ersichtlich das da was los ist, Blutpäckchen oder Mündungsfeuer wurden ausgespart.

Als “Rache” für den Anfangs verstorbenen Mann (war wohl doch kein Fake, im Abspann wurden die beiden Szenen wohl aus “Mondo Cane“ entnommen benannt, ebenso die Massen von wölbender Lava im Vorspann des Kapitels “Apocalypse“ - entnommen einem “Godzilla“ Film) wird in einer späteren Erschießung durch einen Mutanten (der dieses Schlachten träumt) Szenen von realen Erschießungen von Tieren zwischengeblendet. Hm, ein Stilmittel das sicher etwas aussagen will, aber dennoch nicht sein hätte müssen. Mit das einzig negativ aufstoßende an diesem Film, ist der Rest doch recht humorig-gorig.

Inszenatorisch bewegt sich alles auf einem gut geratenem Stück Independent, optisch ist der Film recht ansehbar (auch vom Bild), trotz des geringen Budgets wurde auch versucht das beste zu machen, die Kulissen und “Kostüme” sind tauglich, wenn auch sicher oft improvisiert wie manche Dialoge. Die Darsteller machen aber eine Menge Spaß und das merkt man denen auch an, überträgt sich auf den Seher. Die Kameraführung auch ganz witzig wie man anhand mancher Beschreibungen entnehmen kann - ein verschobener Look, recht bizarr bisweilen. Unterlegt wird das ganze durch geklaute Filmmusik und hartem Metal; atmosphärisch gelungen würde es nicht andauernd Tonaussetzer geben. Aber über dieses Manko sieht man eh ob der Sprachbarriere hinweg, es ist ein Fun-Film und der ist auch erst doch solche “Patzer” das was wir lieben - Filme von für Fans! Um den Titel “Cannabis Holocaust” nach dem (rauchfreien - bis im Abspann das Lied "Aiii Macarena zu Aiii Marihuana verballhornt wird)) Film zu deuten: Stoned People have more Fun?!

sehr gute 8,5

9/10


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