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Top Cops, Die (1987)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 21.08.2016, seitdem 117 Mal gelesen



Eine der wenigen und somit überschaubaren Regiearbeiten von Beau Bridges, der allerdings auch als Schauspieler ausgelastet und somit wohl Besseres als die Tätigkeit hinter dem Regiestuhl, hier noch dazu in einer ungewohnten Kombination mit dem Umfeld einer Actionkomödie, Stichwort Buddy Picture, Jahrgang '87 zu tun hat. Dafür, dass man mit Bridges normalerweise etwas ganz Anderes, sowohl in der Tätigkeit als Regisseur als auch vom Genre der Filme her verbindet, macht er die Arbeit hier in doppelter Art überraschender- und angenehmerweise ganz gut, was mitsamt der Paarung von Bubba Smith und dem gewissen Beithema dem Werk das durchaus spezielle Etwas beigibt. Kein herausragender Vertreter der damals populären Subgattung, aber ein früher, ein schon erfreulich zu entdeckender, der sich nur wenig Ehrgeiz, aber auch wenig Blöße gibt und mitsamt der Unterstützung einiger fähiger Stuntleute durchaus das Rennen mit bspw. dem mediokren Running Scared (1985) verdient:

Schon im Feierabend wird Polizist Benny Avalon [ Bubba Smith ] in der Nachbarschaft Zeuge eines Mordes an einen Drogendealer, der mitsamt mehreren ausgebrannten Wohnungen und vielen unschuldig Verletzten und Toten einen äußerst hohen Kollateralschaden aufweist. Ausgeführt wurde das Attentat von der paramilitärischen 'Schutzschild - Gruppierung von Col. Heser [ Lloyd Bridges ], der Drogen sowieso als Unheil für die Kampfkraft der weißen amerikanischen Jugend, und die gelbe und die schwarze Rasse und die Juden auch noch und die Mexikaner zudem als mutwillige Zerstörer von Tradition und Ehre und Reinheit sieht. Avalon, der mit dem lokalen Zwischenhändler Ivory [ Raymond St. Jacques ] einen ersten Anlaufpunkt in diese Richtung hat, stößt dabei mit dem FBI Bundespolizisten Joe Jennings [ Beau Bridges ] zusammen, der eigene Ermittlungen seit einem halben Jahr und dies auf die bürokratische Art und Weise durchgeführt hat. Von Avalons Vorgesetzten Capt. Kramer [ Gary Lockwood ] nach einem teuren Missverständnis als Partner für Zeit kommandiert, machen sich die beiden unterschiedlichen Gesellen an ein erneutes Herankommen an Ivory und dessen Hintermann, wobei man sich über den Kleinkriminellen Tucker [ Danny De La Paz ] in die Höhle des Löwen begeben will.

Basierend auf einem Drehbuch von Joseph Gunn, der mitsamt John Crowther auch für die Geschichte verantwortlich war, werden hier ideentechnisch sicherlich keine Bäume ausgerissen, das Vorhandene an Prämisse und die Aufmerksamkeit auf die Paarung aber gehegt und gepflegt. Gerade die Kombination von Smith, der hier noch unterstützt durch die deutsche Synchronisation sowohl erneut das Image vom Auftritt bei der Police Academy als auch eine deutliche Richtung hinzu Bud Spencer gibt, macht den Reiz der Produktion, das materielle Klima und die formale Routine aus. Smith ist der Held der Nachbarstadt, der Jeden beim Namen und bei der Herkunft kennt und ebensolches Verhalten als Zeichen von Respekt und Achtung wiederkriegt. Ein "Hallo" hier und ein geschenkter Apfel da, eine Einladung zum Basketballspiel um die Ecke, was tägliches Ritual, Ausdruck der Verbundenheit mit dem Stadtteil und seinen Bewohnern ist. Ein großer, starker Mann, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt, es sei denn, dass die Wohnungen nebenan und nebenbei von Handgranaten zerbombt werden und Schüsse aus der Maschinenpistole die eilends herausströmenden Mieter in den Asphalt fegt.

Schwarz und Weiß ist hier demnach erneut die Verknüpfung, wie eben beim 48 Hrs., beim genannten Running Scared oder auch Lethal Weapon, wobei diese Karte hier in Sachen Vorurteil und einer Reflektion dessen auch ausgespielt wird. Anfangs fallen so gleich einige Kommentare in die Richtung, indem sich der unterschiedlichen Hautfarbe bewusst, aber damit aus gesunden Selbstbewusstsein heraus auch gleich sarkastisch bis ironisch mit gespielt wird. Denn Bridges, der ungeliebte Bruder, der blasse Durchschnittsamerikaner mit dem Babygesicht und den manchen Kilos zuviel, der hier den feinen Pinkel im Anzug im Gegensatz zu Smith in stets Trainingskleidung gibt, legt sowohl in der Rolle als auch als Filmemacher keinen Wert auf Konfrontation und Kampf. Das Team versteht sich nach ersten Unwillen im Ausdruck und noch leichten Anzeichen von Misstrauen, wo man sich halt nicht gleich alles erzählt, ausnehmend gut. Beide bisher Einzelgänger können sie sich nach wenigen Minuten in der Sympathie riechen und ergänzen sich perfekt, so dass eine gemeinsame Zusammenarbeit mit Panzer und Raketenwerfer gegen den gleichen Feind und auch ein Doppeldate mitsamt Verkupplung der eingeladenen Freundin [ eine junge Lela Rochon ] nichts entgegensteht.

Eine behagliche Symbiose, die trotz oder auch wegen dem gemächlichen Tempo des Filmes und seinen mancherlei Standardsituationen ein lockeres Gepräge und das Wohlwollen der Zuschauer ermöglicht. Auch hier schimpft der Vorgesetzte, regt sich über eine Barschlägerei und den gemachten Sachschaden von 7468 Dollar und 4 Cent, nicht miteingerechnet der Krankenhauskosten auf. Auch hier wird beim Einkaufen prompt ein Raubüberfall vereitelt und später die Liebsten der Polizisten als Geißel und Druckmittel entführt, und sind die Kollegen im Revier nicht alle gut, sondern manche bestechlich und auf der falschen Seite des Gesetzes eingesetzt. Stören tut derlei an Konventionalität aber nicht, wird das über die Schiene der Nostalgie, des Anachronismus und manchmal auch der Absurdität – Bridges Senior mit seinen Tiraden gegen alles Unarische und allerlei selbstgebastelten Waffen wie das 'ballistische Kampfmesser', die unfreiwillig komisch und schon in Richtung des späteren Auftritts im Hot Shots Zweiteiler sind – viel an Pluspunkten und somit Huld vom Endergebnis erreicht. Gerade die erste Actionszene, die Krawall vor Anmut setzt, macht auch ihre Freude, und wird später noch mit einer Peter Hyams - artigen Autojagd durch ein vollbesetztes Lagerhaus, samt wegrennenden, zur Seite springenden, um ihr Leib und Leben fürchtenden Arbeitern, eine überaus gestellt wirkendes Stuntspektakel demnach ergänzt.


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