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Mad Max II - Der Vollstrecker (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 09.06.2015, seitdem 505 Mal gelesen



"Ohne das schwarze Gold waren sie nichts."

"Mad Max" wurde ein Sensationserfolg und stilprägend für zahllose Endzeitfilme. "Mad Max II - Der Vollstrecker" gibt der Reihe aber erst seine glanzvolle Ausrichtung, denn die mühsame Erzählweise des Vorgängers ist hier nicht mehr enthalten. Dafür auch kaum noch Handlung.

Der Ex-Polizist Max Rockatansky (Mel Gibson) streift ziellos durch ein postapokalyptisches Ödland. Auf der Suche nach Benzin stößt er auf eine feindselige Bande sowie einen Gyrokopterpiloten (Bruce Spence), der ihm über eine naheliegende Raffinerie berichtet. Vor Ort wird diese bereits von Humungus' (Kjell Nilsson) Truppe belagert. Max rettet einen der Verteidiger aus der Raffinerie und versucht mit dem dortigen Anführer Pappagallo (Mike Preston) über Benzin zu verhandeln. Dieser möchte ihn aber lieber als Fahrer für einen LKW, um Menschen und Benzin vor einem ablaufenden Ultimatum Humungus' zu bewahren.

Die Fortsetzung verfolgt zwar die Figur des Max Rockatansky weiter, kann jedoch auch ohne Vorkenntnisse gesehen werden. Für den Zugang zur zuvor kaum mehr als grob umrissenen Endzeitvision gibt es nun endlich Hintergrundinformation. So sind die natürlichen Ressourcen der Erde in einen Krieg verloren gegangen und sämtliche Gesellschaftsstrukturen zerbrochen. Auf den Straßen gilt das Recht des Stärkeren. Eine raue Welt, die "Mad Max II - Der Vollstrecker" auch sogleich erbarmungslos präsentiert.

Weit draußen in der postapokalyptischen Wüste warten auf den allein umherziehenden Protagonisten diesmal keine Motoradrocker, sondern schrille, aber nicht weniger brutale Fetisch-Punks in selbst zusammenmodellierten SM-Outfits. Ebenso eine Gemeinschaft die versucht, Menschlichkeit und Werte zu bewahren. Diese beiden Parteien bilden einen Gegenpol, zwischen den der Protagonist gerät.
In dieser Konstellation bewegt sich der Film von Situation zu Situation ohne an Tempo zu verlieren. Ein starker Kontrast zum ersten Teil, der bewusst auf kontrastierende ruhige Momente setzte, damit aber nicht wirklich etwas erreichte.

Im Gegensatz zum Vorgänger bekommt der Protagonist nun keine Wandlung mehr zugeschrieben. Trotz der Fixierung auf sich selbst und seinem wortkargen Dasein, ist er aber zu guten Taten bereit, was ihm die nötige Sympathie bringt. Andere Figuren erhalten nur eine kantige Umschreibung.

Neben dem ungebremsten Tempo zieht auch der Gewaltgrad nochmals an. Folter, Missbrauch und Tötung beherrschen die raue Welt, die "Mad Max II - Der Vollstrecker" schon annähernd plakativ bebildert. Somit ist es kein Wunder, dass der Film jahrelang Schwierigkeiten bei den Jugendschützern hatte. Das angenehme: Die Folgen der Brutalität treffen jeden, wodurch auch der Protagonist über einen Großteil der Laufzeit lädiert ist. Dies wirkt authentischer als viele vergleichbare Filme, wo die Protagonisten unkaputtbar erscheinen.

Der ausgeprägte Showdown ist wegweisend und spektakulär. Die lange Verfolgungsjagd auf motorisierten Vehikeln enthält beeindruckende Crashs, schwindelerregende Stuntarbeit und detaillierte Materialschlachten. Der ruhige Schnitt sowie die packende Musikuntermalung steigern die Spannung und Atmosphäre zu diesem Zeitpunkt enorm.

Von Mel Gibson's ("Lethal Weapon"-Reihe, "Braveheart") kerniger Zurückhaltung profitiert der Film. Seine bubenhafte Erscheinung weicht nun zwei Jahre nach Teil 1 einer reiferen und somit einer angemessenen. Von Bruce Spence ("Matrix Revolutions") abgesehen ist niemand weiteres ähnlich präsent.

Keine übermenschlichen Helden, keine digitalen Effekte, keine glattgebügelte Unverwundbarkeit. "Mad Max II - Der Vollstrecker" ist ein rauer, kompromissloser Endzeit-Actionfilm, der nicht zur Ruhe kommt. Dabei gehen Handlung und Figuren weitestgehend unter. Zumindest rundimentär bekommt der Protagonist sympathische Eigenschaften zugeschrieben, die auch dringend nötig sind.

8 / 10


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