Ansicht eines Reviews

Armee der Finsternis, Die (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 24.12.2008, seitdem 562 Mal gelesen



Mit Armee der Finsternis geht Sam Raimi und Bruce Campbell in die dritte und letzte Runde seiner Tanz der Teufel Trilogie. Und Die Armee der Finsternis hat ihm Gegensatz zu seinen Vorgängern erhebliche Unterschiede bzw. massgebliche Fortschritte zu verbuchen. Wenn man es denn so will, kann man dies, je nach Betrachtung auch Rückschritt nennen. Denn der Fortschritt, den Sam Raimi mit diesem Werk hatte, war allenfalls ein größeres Budget, was dem Herr zu Verfügung stand und das, dass sieht man dem Film in seiner ersten Minute an. Das dies Auswirkungen auf den Film, seine Thematik und seine gesamte Darstellung hat, sieht man diesem Film maßgeblich an und hat eigentlich mit seinen Vorgängern wenig zu tun.

Nach den Ereignissen in Tanz der Teufel 2 wird Ash durch einen Zeitstrudel ins 13 Jahrhundert katapultiert. In jene Zeit, in der die Dämonen das Mittelalter unsicher machten. Da Ash samt Cadillac einfach so vom Himmel fiel, wird er in die Dämonengrube geworfen doch ein waiser Mann verkündigt er sei der Auserwählte einer Prophezeihung, der die Menschen von den Armeen der Finsternis retten soll. Weil der mittlerweile ganz coole und selbstlose Ash schleunigst nach Hause will, begibt er sich auf die Reise, dass Buch der Toten zu holen und aktiviert mit deren Mitnahme den Aufstand der untoten Krieger.

Zugegeben Die Armee der Finsternis bietet mit all seiner Inszenierung erheblichen Spass, es ist stellenweise einfach nur komisch wie diese Stop and Motion animierten Skelette über das Schlachtfeld rennen, kämpfen und umherkichern. Freilich vermag das überaus grosse Unterhaltung rüber zu bringen, aber am Ende gibt es doch so einige Kriterien, die diesem fast schon biederem dritten Teil der einstigen Tanz der Teufel Filme anhaftet. Erlebt man in den Tanz der Teufel Filmen einen Ash, der rein charakteristisch eher ein unbeholfener, debiler und schweigsamer Geselle ist, der in brenzligen Situationen seine Auf und Abs erlebt und damit allgemein zu symphatisieren weiss, erleben wir in Armee der Finsternis einen nahezu total unsymphatischen "coolen" Kerl, der perfekt zu sein scheint, der mit seinen überheblichen Sprüchen den Chef markiert und sich überall versucht zu profilieren. Und obwohl Ash so rein gar nicht mit den Lebensweisen der Einwohnenden umgehen kann, riskiert er eine Affäre mit einer jungen Dame. So wie der ganze Film, mit all seiner nahezu schon biederen und massentauglichen Inszenierung, verkörpert diese Beziehung eine Pflicht, die so in jedem Film dieser Art, mit einem Helden, einem Gegenspieler (in diesem Fall ein Untoter) vorkommen muss. Ich möchte den Film hier beiliebe nicht zerreissen, aber es fehlen einfach stellenweise jegliche Faktoren, die die Vorgänger ausmachten. Sam Raimis berüchtigte Kamerafahrten bekommen wir bis auf weiteres bloss einmal zu Gesicht, mit der FSK 16 Ausgabe und der kompletten massentauglichen Inszenierung, kann man von Splatter selten reden, was dem eigentlich in keinster Weise schadet. Leider erlebt dieser Film etliches Abdriften in den Klamauk, mit seinen fast schon ermüdenden und infantil blöden Dialogen und der dazugehörigen Situationskomik ist das meist alles sehr sehr platt, was den Humor anbelangt, auch wenn das ganze irgendwo, aufgrund seiner excellenten Kulissen, der ulkigen Computerskelette und Dämonen seinen eigenen Charme und Reiz hat. Spätestens bei der Schlacht, vor und auf der Burg ist dass ohnehin vergessen, zum Positiven für den Film, da wird der fast schon peinliche Humor mit ulkigem Gekämpfe der Skelette, Dämonen und Ritter überdeckt. Klar, nicht alles in diesem Film ist peinlich, im Gegensatz zu seinen nahezu schon brutal ekligen Vorgänger wirkt die komplette Inszenierung einfach bloss bieder, auch wenn es trotzalledem einen erheblichen Kultcharakter hat. Das Ansehen der Skelette, der Kämpfe und den tollen Kulissen macht einfach Spass, für Fans gruseliger, fantasyreicher und mittelalterlicher Filme ist Armee der Finsternis ein gefundenes Fressen, wenn auch der Charme der Vorgägner gänzlich verloren ist.

Fazit:
Kurzweiliger, nahezu schon biederer, massentauglicher Film, eines Regisseurs, der mit seinen Vorgängern Glanzstücke des B-Horrors und vorallem des Splatters ablegte. All das lässt dieser Film nahezu gänzlich vermissen, offenbart sich aber dennoch als allzu unterhaltsamer, charmanter Film, mit ulkigen Computerskeletten und manchmal lustig infantilen Humor, stellenweise halt schon so platt, dass man trotzdem gewillt ist zu lachen.

8/10


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Funeralthirst" lesen? Oder ein anderes Review zu "Armee der Finsternis, Die (1992)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Funeralthirst

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

749 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


19-2 [TV-Serie] (2014)
Bad Match (2017)
Jungle (2017)
Tragedy Girls (2017)
Replace (2017)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich