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Armee der Finsternis, Die (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 04.08.2010, seitdem 742 Mal gelesen



Zu Beginn des Films gibt es einen kleinen Rückblick auf das Geschehen in "Tanz der Teufel 2":
Ash (Bruce Campbell) ist ein gewöhnlicher, unscheinbarer Typ, der als Verkäufer im S-Markt arbeitet. Eines Tages beschließt er, mit seiner Freundin Linda zu einer abgelegenen Waldhütte zu fahren um dort ein ruhiges Wochenende zu verbringen. Mit dieser Ruhe ist es allerdings schnell vorbei, als er die Tonbandaufnahmen eines Professors findet, der darauf aus dem Buch der Toten, dem Necronomicon, vorliest. Die Aufnahmen wecken böse Dämonen, die Linda töten und Besitz von Ash's Hand ergreifen. Diese sägt er sich mit Hilfe einer Kettensäge ab, wird daraufhin allerdings in einen Zeitstrudel gesogen und mitsamt Auto, doppelläufiger Schrotflinte und Kettensäge ins 14. Jahrhundert katapultiert.

Dort angekommen wird Ash von den Männern Lord Arthur's (Marcus Gilbert) gefangengenommen, die ihn für einen von Graf Henry's dem Roten (Richard Grove) Leuten halten. Zusammen mit Graf Henry wird Ash in eine Burg gebracht, wo er in eine Grube geworfen wird, in der dämonische Wesen hausen. Ein weiser alter Mann (Ian Abercrombie), der in Ash die prophezeite Rettung der Menschheit sieht, kann ihm gerade noch rechtzeitig seine Kettensäge zuwerfen, mit der dieser sich der Dämonen in der Grube entledigen kann. Ash hat somit zwar die Ehrfurcht der Ritter gewonnen, doch alles was er will, ist zurück in seine Zeit zu gelangen. Deshalb trifft er mit dem weisen alten Mann die Vereinbarung, dass er das Buch der Toten, das Necronomicon, von einem verfluchten Friedhof beschaffen soll. Mit diesem Buch ist es möglich, Ash in seine Zeit zurück zu schicken. Bei der Beschaffung des Buches unterläuft dem tollpatschigen Ash allerdings ein fataler Fehler, durch den er versehentlich die untote Armee der Finsternis erweckt. Die skeletierten Krieger wollen das Buch zurückhaben und marschieren unaufhaltsam auf die Burg Lord Arthur's zu. Es kommt zu einer großen Schlacht..



Kaum ein Horrorfilm hat in Deutschland einen derart schlechten Ruf wie "Evil Dead" aka "Tanz der Teufel". Obwohl das Werk zu den ganz großen Klassikern des Horrorfilms zählt, ist er bei uns bis heute zum Teil noch als ultrabrutales Schlachtwerk verschrien, in dem sich ein blutiger Kettensägenexzess auf den anderen reiht. Dass das Ganze tatsächlich nur halb so wild ist und sich hinter dem Titel ein atmosphärisch dichter Horrorfilm verbirgt, der von einigen jungen Leuten damals mit viel Liebe auf die Beine gestellt wurde, das dürfte der deutschen Zensur so ziemlich egal sein, die sich bis heute so sehr an den Splattereffekten stört, dass das Werk noch immer verboten ist. Traurig aber wahr und das, obwohl heutige Filme wie "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" dem Klassiker in Sachen Gewalt in nichts nachstehen. Aber wie dem auch sei, Fakt ist, dass Sam Raimi mit den "TdT" Filmen eine der einflussreichsten Horrorfilmreihen überhaupt gelungen ist, auch wenn diese sich über die Jahre immer mehr verändert hat. Bot der erste Teil noch harten Horror, wurde in "Tanz der Teufel 2" der Gewaltgrad schon nach unten geschraubt und erste, humoristische Tendenzen erkennbar. "Armee der Finsternis", der 6 Jahre darauf erschien, ist letzten Endes fast schon eine pure Komödie, die beinahe gänzlich ohne Splatter auskommt.

Ganz anders als viele Sequels im Horrorbereich ist "Armee der Finsternis" im Prinzip ein gänzlich eigenständiger Film, den man auch dann problemlos verstehen kann, wenn man die Vorgänger nicht gesehen hat. "Tanz der Teufel" 1 & 2 haben beinahe die haargenau selbe Geschichte erzählt, deshalb war es genau die richtige Entscheidung von Sam Raimi, die Story an einem anderen Ende anzupacken und gänzlich umzukrempeln. Bis auf den einmalig arroganten und coolen Hauptdarsteller Ash hat "Army of Darkness" nur sehr wenig mit seinen Vorgängern gemeinsam, da sich das Geschehen hier nicht nur auf eine kleine Waldhütte fixiert, sondern in einer großen, mittelalterlichen Welt angesiedelt ist. Dort landet dann unser symphatischer Hauptdarsteller mit seiner Schrotflinte, der Kettensäge, die er sich als Armersatz auf den Stumpf geschraubt hat und seinem Wagen - und darf sich natürlich prompt verbale Gefechte mit angrifflustigen Rittern liefern.

Das Erfreuliche an "Armee der Finsternis" ist, dass er so gut wie jede Zielgruppe zufriedenstellen dürfte. Fans der vorangegangenen Teile werden vielleicht anhand des fehlenden Horrors enttäuscht sein, werden aber schnell durch Ash wieder entschädigt, denn dieser ist hier so cool wie nie zuvor. Beinahe am Fließband bringt er einen zitatwürdigen Spruch nach dem anderen. Besonders einprägsam ist dabei die Szene, in der Ash den verängstigten Rittern und sonstigem Bauernvolk seine doppelläufige Schrotflinte als Zauberstab vorstellt und deren Funktion erklärt. "Armee der Finsternis" ist ganz klar als Komödie gedacht, bedient sich aber großteils des schwarzen Humors. So kann es durchaus mal vorkommen, dass Ash plötzlich mit drei kleinen Mini-Ash's zu kämpfen hat oder gar ein böser Doppelgänger auftaucht, dem er kurzerhand das halbe Gesicht wegschießt.

Wer flotte und leichte Unterhaltung sucht, kommt hier definitiv auf seine Kosten, doch den ganz großen Kultfilm, den viele Fans in "Armee der Finsternis" sehen, kann ich nicht bestätigen. Natürlich ist Ash unglaublich cool, doch ganz so lustig, wie oftmals umschrieben, ist das Werk dann doch nicht. Es ist zwar schon einmalig, wenn der Anführer der Armee der Finsternis Sprachprobleme hat und ihm bei einem bestimmten Wort immer wieder der Kiefer wegfällt, doch auf die ganz großen Lacher wartet man vergleblich.

Doch sei's drum. "Armee der Finsternis" hat alles, was ein unterhaltsames Genrespekakel braucht. Zerlegte Dämonen, flotte Sprüche, ein ordentliches Tempo, Witz und eine gehörige Portion Selbstironie. Langweilig dürfte bei diesem Spektakel sicherlich niemandem werden, doch sollte man sich davor hüten, hiervon einen Horrorfilm im Stil vom ersten "Tanz der Teufel" zu erwarten. "Armee der Finsternis" hat andere Stärken. Die Effekte sind zwar oftmals nicht die Teuersten, erfüllen ihren Zweck aber vollkommen. So sehen die marschierenden Skelette zwar nicht nach einer überwältigenden Millionenproduktion aus, passen aber bestens in den Streifen. Und spätestens wenn Bruce Campbell zum Schluß gegen die Armee der Finsternis in die Schlacht zieht, dann dürfte wohl niemand mehr den Horror in diesem dritten Teil vermissen.

Zu den Schauspielern möchte ich nicht viel Worte verlieren, doch zumindest Bruce Campbell muss an dieser Stelle noch einmal gelobt werden. Durch seine Darstellung der Figur Ash wurde der Schauspieler selbst schon zum Kult und das hat er sich auch verdient. Kaum ein anderer hätte den genervten und arroganten Antihelden so treffend verkörpern können, so viel steht fest. War Ash in "Tanz der Teufel" noch unscheinbar, ist er nun endgültig zum gefeierten Allein-Entertainer mutiert und liefert eine großartige Show ab.


Wer schon immer mal sehen wollte, wie ein sprücheklopfender S-Markt Verkäufer mitsamt Schrotflinte und Kettensäge im Mittelalter gegen allerlei dämonische Wesen kämpft, der ist hier richtig. "Armee der Finsternis" verfolgt nicht mehr ganz das Konzept seiner Vorgänger, was aber auch nicht erforderlich war, um eine gute Fortsetzung abzuliefern. Sam Raimi und seine Crew haben sich jedenfalls viel einfallen lassen, um einen unterhaltsamen Mischmasch aus Action, Humor und etwas Horror auf die Beine zu stellen und garnieren dies mit vielen Effekten und einem großartigen Bruce Campbell. Der Streifen macht Spaß, keine Frage, doch das ganz große Meisterwerk, das viele darin sehen, ist er dennoch nicht. Alles in allem reicht es aber allemal für ein überzeugtes: Groovy!


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