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Armee der Finsternis, Die (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 28.09.2010, seitdem 624 Mal gelesen



Nach den Geschehnissen in der Blockhütte, in der durch eine Tonbandaufzeichnung düstere Kräfte geweckt wurden, landet der einzige Überlebende einer Gruppe, gespielt von Bruce Campbell, im Mittelalter. Um in seine Zeit zurückkehren zu können, muss er sich auch hier den dämonischen Kräften stellen, dabei erweckt er jedoch die Armee der Finsternis. Er muss nun zusammen mit ein paar Rittern eine Burg gegen das heranrückende Übel verteidigen.

"Tanz der Teufel", der von Sam Raimi mit einem drittklassigen Budget gedreht wurde und schließlich in manchen Kreisen zum Kultfilm avancierte, zeichnete sich noch durch eine düstere Atmosphäre und Spannung aus, woraufhin bei "Tanz der Teufel 2" nur noch Splatterszenen und Slapstick-Humor im Vordergrund standen, wobei die makabere Komposition aus blöden Grimassen, Blut und Gedärmen letztlich den ersten Teil nicht einmal im Ansatz erreichte. Mit "Armee der Finsternis" liefert Raimi nun reine Effekthascherei ab, aber einen dennoch unterhaltsamen Film.

Raimis Film ist eine eineinhalbstündige Achterbahnfahrt, die nie zum erliegen kommt. Nach einer kurzen Einführung, die schnell und sinnlos daherkommt, wirft Raimi seine Zuschauer umgehend ins Geschehen und lässt seinen Protagonisten prompt erneut gegen die dämonischen Kräfte aus Teil eins und zwei antreten. Dies wird mal wieder von einigen Splatterszenen begleitet, die verglichen mit den Vorgängern etwas entschärft wirken, vom altbekannten Slapstickhumor, der unterhaltsam, aber mitunter auch etwas zu albern ist sowie von einigen Effekten, die mitunter sehenswert sind, teilweise aber auch regelrecht antiquiert. Langweilig ist der Trip durch die Geisterbahn dabei kaum, aber auch nicht wirklich gut, weil keine Spannung oder Atmosphäre aufkommen. Raimi ist der bloße Effekt dann eben doch wichtiger als eine düstere Atmosphäre.

In der zweiten Filmhälfte kommt es dann zur verhältnismäßig aufwendigen Schlacht zwischen der Armee der Finsternis, die leider auch nicht mehr für Angst und Schrecken sorgen kann und den Bewohnern der Burg, die das Buch mit Leib und Leben zu verteidigen versuchen. Hier vermag sich der Film noch einmal leicht zu steigern, Raimi entfacht ein regelrechtes Effekt-Gewitter, aber das schwankt angesichts des eigenwilligen Humors und der mitunter auch schlechten Effekte irgendwo zwischen amüsantem Trash und albernem Blödsinn. So bleibt am Ende nur Mittelmaß, nicht mehr und nicht weniger. Positiv hervorgehoben müssen sicherlich noch die mitunter sehenswerten, liebevollen Details erwähnt werden, die gute Ausstattung, die hervorragende Maske, dafür enttäuschen aber die Darsteller, während Bruce Campbell zwischen einem nervigen Clown und einer guten Besetzung für Rolle und Film schwankt.

Fazit:
"Armee der Finsternis" fehlt die düstere Atmosphäre des ersten Teils, kann sich aber mit seinem eigenwilligen Humor, den Splatterszenen und den zahlreichen Effekten ganz gut über Wasser halten. Dennoch nur Mittelmaß, weil keine echte Spannung entsteht.


60%    


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