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Reservoir Dogs - Wilde Hunde (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 26.08.2005, seitdem 1082 Mal gelesen



Das Sundance Film Festival, eine Veranstaltung die man als Oscarverleihung für den Independent Film bezeichnen könnte. 1992 wurde dort nur über einen Film diskutiert: Reservoir Dogs. Alle waren hin und weg vom Erstlingswerk des bis dahin völlig unbekannten Quentin Tarantino. So was Cooles hat man bis dahin noch nicht gesehen. Allen war klar, dass man von diesem Regisseur noch einiges zu sehen bekommt.

Dabei hatte Tarantino zuvor weniger Erfolg. Vergeblich versuchte er ins Filmgeschäft mit seinen Drehbüchern einzusteigen. Seine erste Geschichte, die er zusammen mit seinem Kumpel Roger Avary schrieb, war über 500 Seiten lang und wurde als Unverfilmbar eingestuft. Später wurden die 500 Seiten übrigens in 2 Geschichten aufgeteilt: "From Dusk Till Dawn" und "True Romance". Quentin brauchte eine kürzere und einfachere Geschichte, die zwar hohen Qualitätsansprüchen standhalten konnte, zugleich aber mit sehr wenig Geld umsetzbar sein musste. Also begab er sich erneut mit seinem Kumpel Roger Avary an die Arbeit und Schrieb "Reservoir Dogs", dass er dann unter anderem mit Hilfe von Harvey Keitel verfilmen konnte. "True Romance" musste er verkaufen, um Reservoir Dogs finanzieren zu können. "From Dusk Till Dawn" drehte er später zusammen mit seinem Freund Robert Rodriguez.

6 Berufsgauner führen einen Diamantenraub durch, werden bei ihrem Auftrag von der Polizei überrascht. Es kommt zu einem Massaker. Jeder versucht auf eigene Faust der Polizei zu entkommen und sich zum Vereinbarten Treffpunkt durchzuschlagen. Dort angekommen kommen die Überlebenden zu der Schlussfolgerung, dass einer in ihrem Team ein Spitzel sein muss, die Frage ist nur wer.

Mit „Reservoir Dogs“ bekommt man nicht nur eine verdammt Coole Story serviert, sondern auch einen neuen Erzählstil präsentiert. Die Geschichte wird nicht einfach nur Chronologisch vom Zusammenstellen des Gangsterteams bis zum blutigen Schluss abgespult, sondern springt scheinbar willkürlich im Ablauf hin und her. Hinter dem scheinbaren Chaos steckt ein völlig neues und Revolutionäres System, welches Tarantino so ähnlich in den meisten seiner Filme verwendete. Nach und nach wird einem jede Figur näher gebracht, erklärt wie er zu der Truppe gestoßen ist, wie er sich auf den Auftrag vorbereitet und wie er sich zum Treffpunkt durchschlagen konnte. Zum Schluss eskaliert die Situation, da keiner dem anderen richtig zuhört und jeder hinter seinem Gegenüber den Verräter sieht.

Trotz des kleinen Budgets schafft es Tarantino, dank seines schier Unendlichen Filmwissens, eine Topbesetzung aufzustellen. Neben dem durch das Finanzielle Engagement eh schon involvierte Harvey Keitel entdeckt Quentin ganz nebenbei die Qualitäten von Steve Buscemi, Tim Roth und Michael Madsen, der dank der Folterszene Kultstatus erlangte. Tarantino zeigt wie man es mit wenig Geld zu einem Hammer Soundtrack schafft. Die Musik ist hier kein Hintergrundgedudel, sondern tritt laut Aufgedreht immer wieder in den Vordergrund und trägt zur einzigartigen Atmosphäre bei. Es fällt einem auch dank der Musik schwer während des Films das Grinsen abzustellen. Nicht zu vergessen, die für Tarantino typischen Dialoge. Es wird über Madonnas Song „Like a Virgin“ debattiert und alte TV-Serien werden neu aufgerollt. Tarantino betont immer wieder, dass er sich Gangster nicht als Geistlose Typen vorstellt, die nur über Waffen und Überfälle diskutieren, sondern sich genau wie jeder andere über ganz normale Sachen unterhalten. Ein Klischee scheint damit ebenfalls aus dem Weg geräumt.

Das Debüt des heute vielleicht größten Filmmachers sollte sich keiner entgehen lassen. Neue Ideen mit viel Coolness. Witzig, Unterhaltsam, Genial. „Reservoir Dogs“ macht einfach Spaß.


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