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Lebendig gefressen (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 05.05.2005, seitdem 938 Mal gelesen



Nach dem Erfolg von "Nackt und zerfleischt" wollte Umberto Lenzi auch ein Stück vom Kuchen und legte nach seinem "Mondo Cannibale" einen weiteren Kannibalenfilm nach. Das Ergebnis ist maximal befriedigend ausgefallen.

Die ersten Minuten des Films werden damit verbracht, dass eine junge Frau Nachforschungen über ihre verschwundene Schwester anstellt und über eine Mordserie und eine merkwürdige Sekte auf eine Spur stößt, die sie in den Dschungel führt, wo sie sich einen Begleiter angelt und mit ihm die Suche antritt. Dieser Teil des Films ist soweit ok, auch wenn es einige unnötige Längen gibt.
Im Dschungel dann treffen die beiden Suchenden auf besagte Sekte inklusive verschollener Schwester, geraten in ihren Bann (also in den der Sekte, nicht der Schwester), ergreifen irgendwann die Flucht und balgen sich mit Kannibalen. Das ist soweit auch schon der Inhalt des Streifens, aber eine verschachtelte und tiefgreifende Handlung hat wohl niemand erwartet. Dieser zweite Teil des Films hat mich irgendwo nicht zufriedengestellt, denn es wird wenig Neues geboten.
Umberto Lenzi hat sich ordentlich bei seinem eigenen Film ("Mondo Cannibale") und auch bei Ruggero Deodatos Werken ("Mondo Cannibale 2" und "Nackt und zerfleischt") bedient und zwar nicht nur inhaltlich, nein, sondern es wurden ganze Szenen übernommen. So kennt man sämtliche verachtenswerten Tiersnuffszenen bereits aus anderen Filmchen und auch viele Blutorgien, wie das armmampfende Kroko, die Eingeborenenvergewaltigung, die Höhlenkastration mit anschließendem Schlangendessert, die Entweidung Me Me Lais und bestimmt noch einiges anderes kommen dem Kenner des Genres sehr bakannt vor. Tja, und alles andere, was sich vor und nach diesen Szenen abspielt, sättigt nicht wirklich (nur die Idee mit der Sekte und ihr Ende wissen zu gefallen), so dass derjenige, der die Streifen kennt, aus denen kannibalisch geplündert wurde, am Ende hungrig ins Bett geht.
Auch die tolle Musik kommt mir sehr bekannt vor, wobei ich trotz intensiver geistiger Anstrengung nicht auf deren Ursprung komme.

Die Effekte sind gelungen, wobei es neben den erwähnten aus anderen Filmen entliehenen recht wenig eigene gibt. Spontan fällen mir nur die Enthauptung eines Eingeborenen ein, bei der witziger Weise bei genauerer Betrachtung dem Opfer die Perücke verrutscht und vom Henker zurechtgezupft wird, und die Schlachtung und Verspeisung der Mädels.

Die schauspielerischen Leistungen sind für einen Kannibalenfilm ausgesprochen überzeugend, aber es werden ja auch bekannte Namen aufgefahren. Da hätten wir in der Hauptrolle die nett anzuschauende Janet Agren (u.a. "Ein Zombie hing am Glockenseil") und die bereits aus "Mondo Cannibale" und Fortsetzung bekannten Me Me Lai und Ivan Rassimov, der hier besonders in seiner Rolle als fieser Sektenführer glänzt. Wie auch in dem späteren ebenfalls von Lenzi inszenierten "Großangriff der Zombies" wird Mel Ferrer wieder als Publikumsmagnet angeheuert, um dann im Endeffekt eine kleine Nebenrolle einzunehmen.

Insgesamt ist dies ein wie gesagt maximal befriedigender Beitrag zum Kannibalengenre, der unterm Strich wenig Neues bietet, aber immerhin Bekanntes erträglich wiedergibt.


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