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Lebendig gefressen (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 07.07.2006, seitdem 812 Mal gelesen



Umberto Lenzi kann ohne weiteres als der Vater des Kannibalenfilms bezeichnet werden denn mit seinem „Mondo Cannibale“ legte er schon 1973 den Grundstein für ein kurzlebiges Genre das Ende der 70er bzw. Anfang der 80er seinen Zenit fand und heute bei geneigten Fans Kultstatus besitzt. Da es nicht viele Kannibalenfilme gibt ist es kein Kunststück alle zu kennen und Lenzis zweiter Beitrag zum Subgenre gehört zweifelsohne zu den Klassikern.

Gut ist der Film deswegen aber noch lange nicht: Die banale Story hat etliche Längen und ist durch und durch uninteressant, ähnlich wie bei „Die weiße Göttin der Kannibalen“ oder „Cannibal Ferox“.
Schauspielerisch absolut unter aller Kanone gibt es viele unfreiwillig komische Szenen zu sehen, deren Lächerlichkeit noch stark von der erbärmlichen Synchronisation unterstützt wird. Wenigstens gibt es einige bekannte Gesichter zu sehen, Me Me Lei und Ivan Rassimov gehören immerhin zu den Stars des italienischen B-Kinos und hatten bereits Kannibalenfilm-Erfahrung.

Die Gore-Effekte sind zwar relativ hart und auch zahlreich vorhanden, fallen jedoch viel billiger und einfallsloser aus als bei den späteren Werken „Cannibal Holocaust“ oder auch „Cannibal Ferox“. Dasselbe gilt für den grauenhaften Score der einem bereits nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven geht.

Wie üblich gibt es auch in diesem Kannibalenfilm ziemlich viele blutige Tier-Snuff Szenen zu sehen was den Film aber natürlich nicht aufwertet. Allzu moralisch sollte man solche Filme allgemein nicht betrachten: Es gibt immerhin auch alte Exploitationfilme mit Sodomieszenen („Katharina“ , „Caligula 2“) oder auch mit nackten Minderjährigen („Maladolescenza“ , „Die Nackte von Sados“) – und die Tiersnuffszenen alleine sind für mich noch kein Anlass den Film niedrig zu bewerten.

Fazit: Langweilig, unspektakulär und größtenteils ohne Atmosphäre oder Tempo inszeniert. Nur für Fans des Subgenres geeignet. Innerhalb dieses Rahmens gehört „Eaten Alive“ zu absoluten Pflichtprogramm und aufgrund der Mitwirkung von Me Me Lai und Ivan Rassimov noch so grade erträglich.

Trotzdem insgesamt knapp unter dem Durchschnitt.
4,5 / 10


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